Wichtige Warnung für das Meer in den Niederlanden – zunächst schweigt die Regierung
An den Küstengebieten in den Niederlanden gibt es ein erhöhtes Vorkommen einer Chemikalie. Die Warnung der Regierung sei nicht klar genug gewesen.
Hamm - Aus NRW fahren stets viele Reisende für einen Kurztrip nach Holland. Dabei sind zur Sommerzeit die Küstengebiete beliebte Urlaubsziele. Nun gibt es allerdings für Strandbesucher eine verschärfte Warnung, die beim Schwimmen zu beachten ist. Die niederländische Regierung hingegen teilte diese Hinweise zunächst nicht mit.
Holländische Küsten weist mehr PFAS auf: Chemikalie befindet sich in Meeresschaum
Ein Bericht des niederländischen Reichsinstituts für öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM) zeigte Ende 2023, dass an holländischen Küsten eine hohe Konzentration von PFAS vorliegt. Dabei handelt es sich um eine Chemikalie, die besonders konzentriert im Meeresschaum vorkommt. Dieser entsteht durch natürliche Weise, wenn Algen im Meer absterben und wird durch viel Wind begünstigt. Allerdings kann er auch durch verschmutztes Wasser verursacht werden. Neben PFAS können sich auch andere Chemikalien, Bakterien und Viren im Meeresschaum ansiedeln.
Verschärfte Regelungen für Meeresschaum wurden von Regierung nicht weitergegeben
Wie der niederländische Nachrichtendienst NOS Ende Juli mitteilte, hatte die Regierung die Hinweise zum Umgang mit dem Meeresschaum verschärft, ohne diese an die Öffentlichkeit weiterzugeben. Bislang galt, dass sich Besucher nach einem Tag am Strand abspülen müssen und darauf achten, dass Kinder und Haustiere möglichst wenig Meeresschaum verschlucken.

Im Juli wurde dieser Hinweis seitens der Regierungswebsite zwemwater.nl angepasst: „Erlauben Sie Kindern und Haustieren nicht, im Meeresschaum zu spielen“. Wie NOS schreibt, gab es diese Warnung in Belgien bereits vor anderthalb Jahren. Zudem gebe es nach Angaben des niederländischen Ministeriums für Infrastruktur und Wasserwirtschaft „keine Verschärfung der Politik oder neue Ratschläge“, sondern lediglich eine neue Wortwahl, „um Unklarheiten zu beseitigen“, so NOS.
Provinz Zeeland: Menschen sollen keine Angst vor dem Schwimmen haben
Auch die Provinz Zeeland äußert sich zu den Vorwürfen der verschwiegenen Warnung über den Meeresschaum von NOS: „Das war schon immer unsere Botschaft und das möchten wir noch einmal betonen. Wir möchten nicht, dass Menschen aufgrund des NOS-Artikels Angst vor dem Schwimmen haben“, sagt Dick van der Velde, Mitglied des Provinzvorstands. Weiter heißt es, dass die Ergebnisse der PFAS-Messung mit den kürzlich festgelegten RIVM-Empfehlungswerten verglichen wurden und man deutlich unter diesen liege.
Was sind PFAS?
Bei PFAS handelt es sich um Per- und Polyfluoralkylstoffe. Diese Gattung von Chemikalien wird vom Menschen hergestellt und kommt nicht natürlich in der Umwelt vor. PFAS sind unter anderem wasser-, fett- und schmutzabweisend. Dabei werden sie in verschiedenen Produkten wie Schmiermitteln, Lebensmittelverpackungsmaterialien, Feuerlöschschaum, Antihaftbeschichtungen von Pfannen, Kleidung, Textilien und Kosmetika eingesetzt. Aber auch in industriellen und landwirtschaftlichen Bereichen finden PFAS Anwendung.
An diesen Badeorten in Holland wird vom Schwimmen abgeraten
An folgenden Badeorten liegt die Menge an PFAS über dem empfohlenen Wert. Aus diesem Grund wird hier vom Schwimmen abgeraten:
Meine news
- Plas Vrijenburgbos, Barendrecht
- Kralinger Esch, Rotterdam
- Der Blaue See, Dinxperlo
- Ferienpark de Betteld, Zelhem
Für den Merweland-See bei Dodrecht hat zwemwater.nl seit dem 1. August offiziell Entwarnung gegeben: „Nach einer Reihe von Messungen im Merwelanden-See kommt das Hollandse Delta Water Board zu dem Schluss, dass das Schwimmen im Merwelanden-See erneut verantwortlich ist“, heißt es in einer Meldung. Mithilfe sogenannter Seespülungen liegen die PFAS-Werte deutlich unter den empfohlenen.
Auswirkungen und Risiken von PFAS im Körper
Laut zwemwater.nl kommt es bei einer Aufnahme von PFAS nicht direkt zu gesundheitlichen Problemen. Allerdings kann es Auswirkungen auf das Immunsystem, die Fortpflanzung sowie die Entwicklung des ungeborenen Kinds haben.
Gesundheitliche Risiken können insofern verhindert werden, wenn so wenig wie möglich Badewasser und Meerschaum geschluckt wird. Außerdem sollten Schwimmer nach dem Baden im offenen Wasser duschen oder zumindest die Hände waschen, bevor man etwas isst. Verwendete Quellen: NOS, Provinz Zeeland, zwemwater.nl