Bilanz von Samstag

Unwetter in NRW: Warnung vor schweren Gewittern und Starkregen

Die Warn-App NINA hat am Sonntagabend erneut vor Unwettern mit schweren Gewittern, extremem Starkregen und Hagel in NRW gewarnt. Besonders stark betroffen waren bisher das Ruhrgebiet und das Siegerland.

  • Unwetter in NRW: Im Ruhrgebiet und im Siegerland gab es schwere Gewitter.
  • Der extreme Starkregen setzte erneut ganze Siedlungen unter Wasser. 
  • Am Sonntagabend kam über die Warn-App NINA erneut für mehrere Kreise eine Unwetterwarnung.

Extremer Starkregen mit Niederschlagsmengen zwischen 40 und 60 Liter pro Quadratmeter und Stunde, Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis 70 Kilometer pro Stunde (Windstärke 9) und Hagel mit Korngrößen um zwei Zentimeter: Heftig, was da am Samstag über NRW niederging. 

Vollgelaufene Keller, überflutete Straßen, hochgespülte Gullydeckel, umgekippte Bäume, fast ertrunkene Schafe und eine Kläranlage außer Betrieb: Wir berichten hier über die Auswirkungen im Newsblog. Und das vorweg: Laut DWD-Vorhersage bleibt die Lage in den nächsten Tagen ähnlich - es ist weiter Unwetter zu erwarten.

Unwetter in NRW: Neue Warnung vor Gewitter und Starkregen für Sonntagabend

Update, 16. August, 19.13 Uhr: In der Tat müssen die Menschen in NRW auch am Sonntagabend mit Unwettern rechnen. Die Warn-App NINA weist auf eine Amtliche Unwetterwarnung vor starkem Gewitter mit heftigen Starkregen und Hagel hin. Diese Warnung gilt in vielen Ruhrgebietssädten, aber auch für Teile des Märkischen Kreises sowie der Kreise Olpe und Altenkirchen (Westerwald). Außerdem für den Oberbergischen Kreis und den Rhein-Sieg-Kreis. Ausgelöst hatte die App um 18.47 Uhr - vorerst bis 19.45 Uhr gilt demnach die Warnung

Wie bei solchen Warnungen üblich gelten auch am Sonntag besondere Handlungsempfehlungen: Fenster und Türen schließen, Gegenstände im Freien sichern, Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen halten sowie nach Möglichkeit Aufenthalte im Freien ganz vermeiden.

Neben der Unwetterwarnung Stufe 3 für die oben genannten Kreise, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in weiteren Teilen von NRW vor markantem Wetter (Stufe 2). Dazu gehören unter anderem Hamm, Dortmund, der Kreis Unna, Teile des Kreises Soest, Teile der Kreise Warenforf und Coesfeld. 

Unwetter in NRW: Münsterland stark betroffen

Update, 16. August, 9.13 Uhr: Im münsterländischen Dülmen (Kreis Coesfeld) etwa haben rund 70 Einsatzkräfte am frühen Nachmittag innerhalb von zwei Stunden 40 Stellen kontrolliert, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. An einigen Orten hätten sie Wasser abpumpen müssen. Ein Autofahrer musste in Dülmen laut Feuerwehr mit seinem Wagen aus einer überfluteten Unterführung befreit werden. Besonders im Stadtgebiet seien zahlreiche Wohngebäude und Geschäftshäuser mit Wasser vollgelaufen und Straßen gesperrt worden, so der Sprecher.

Auch im Kreis Steinfurt drangen die Regenfälle in zahlreiche Keller ein und überfluteten Fahrbahnen. Insgesamt 55 Einsätze habe es bis 15 Uhr gegeben, teilte ein Sprecher der Feuerwehr mit. Besonders betroffen seien Lengerich und Tecklenburg gewesen.

Unwetter in NRW: 350 Einsätze alleine in Dortmund

Update 16. August, 8.34 Uhr: Die Feuerwehr Dortmund hat inzwischen eine Abschlussbilanz des Unwetters vom Samstag vorgelegt. Darin heißt es: "Bereits das dritte Mal in dieser Woche gingen heftige Regenfälle im Dortmunder Stadtgebiet nieder. Besonders betroffen waren diesmal die Vororte im Osten und Westen der Stadt. Rund 350 Einsätze zählte die Einsatzleitstelle der Dortmunder Feuerwehr bis zum Abend. 

Zahlreiche Keller standen unter Wasser, aber auch viele Straßenbereiche waren überflutet, da das Wasser vielerorts nicht zeitnah abfließen konnte. Glücklicherweise wurde niemand ernsthaft verletzt, obwohl es an der einen oder anderen Einsatzstelle zu kritischen Situationen kam. 

So wurden zum Beispiel ein Taxifahrer und sein weiblicher Fahrgast vor Eintreffen der Brandschützer aus einem in einer Senke festgefahren Taxi an der Heyden-Rynsch-Straße durch ein Paar aus Lünen befreit und in Sicherheit gebracht.

Im Ortsteil Asseln dagegen kam es zu einem eher kuriosen Einsatz, den man so nicht alle Tage erlebt. Von einem Acker wurden durch die Regenmengen zahlreiche Kartoffeln und Schlamm auf die Straßen gespült.

Durch den gemeinsamen Einsatz von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr konnten die Einsätze relativ schnell abgearbeitet werden. Hierzu waren fast alle Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr in Alarmbereitschaft gesetzt worden.

Gegen 19.30 Uhr waren nur noch wenige Einsätze offen, da teilweise das Wasser an einigen Einsatzstellen bereits schon vor Eintreffen der Einsatzkräfte selbstständig abgeflossen war", so die Feuerwehr Dortmund.

Unwetter in NRW: Starkregen zieht quer über das Land

Samstag, 15. August, 20.43 Uhr: Nach Unwetter mit starkem Regen sind in Nordrhein-Westfalen mehrere Autobahnausfahrten wegen Überflutung gesperrt. Auf der A46 sei in Richtung Düsseldorf die Ausfahrt Grevenbroich überflutet und bis Sonntagmittag gesperrt, teilte das WDR-Verkehrsstudio am Samstagabend mit. Auf der A44 war in Richtung Düsseldorf die Ausfahrt Krefeld-Forstwald nicht nutzbar. Starke Regenfälle und Gewitter sorgten in Teilen NRWs für Überflutungen und vollgelaufene Gebäude. Überall im Land sind die Einsatzkräfte der Feuerwehr im Dauerstress.

Samstag, 15. August, 19.38 Uhr: Am Samstagmittag habe der Regen vor allem das Münsterland getroffen, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Nachmittag. Anschließend sei er weiter in den Süden über das Ruhrgebiet sowie den Kreis Paderborn, den Großraum Siegen und den Kreis Olpe gezogen. In Dortmund gab es laut Feuerwehr bis 17 Uhr 350 Einsätze mit Wasser im Keller oder überfluteten Unterführungen sowie Straßen. In Bochum kam es am Nachmittag zu 21 unwetterbedingten Einsätzen, wie die Feuerwehr mitteilte.

Ein Unwetter hat in Dortmund-Huckarde ganze Straßenzüge überflutet. Anwohner mussten ihre Autos aus den Wassermassen retten. Auch für Sonntagabend gelten wieder Unwetterwarnungen.

Auch für Teile des Rheinlands gelten Unwetterwarnungen. Überflutete Fahrbahnen sorgten nach Angaben des WDR-Stauradars auf den Autobahnen für Stau und stockenden Verkehr - so zum Beispiel im Ruhrgebiet auf der A1 in Richtung Köln zwischen Volmarstein und Gevelsberg.

Laut DWD-Vorhersage ist am Samstag weiter örtlich heftiger Starkregen mit Mengen von 40 bis 70 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich. Dazu kämen stürmische Böen sowie Hagel. Die Lage bleibe in den nächsten Tagen ähnlich und es sei weiter Unwetter zu erwarten.

Samstag, 15. August, 17.08 Uhr: Der WDR berichtet, dass auf der A1 zwischen Volmarstein und Gevelsberg aktuell nur ein Fahrstreifen zu befahren ist. Der starke Regen habe auf der Autobahn Richtung Köln Schlamm auf die Fahrbahn geschwemmt, sodass die rechte Spur aktuell nicht genutzt werden könne. 

Unwetter in NRW: 100 Einsätze für Feuerwehr Dortmund

Samstag, 15. August, 16.57 Uhr: Die Feuerwehr Dortmund berichtet auf ihrem Twitter-Kanal von aktuell 100 Unwettereinsätzen im Stadtgebiet. "Viele Keller sind vollgelaufen und Straßen teilweise überflutet", heißt es beim Kurznachrichtendienst. Es seien sowohl mit Berufsfeuerwehrleute als auch freiwillige Kräfte in Dortmund im Einsatz. 

Samstag, 15. August, 16.45 Uhr: Die Warn-App NINA hat am Samstag erneut in einigen Teilen von NRW vor schween Unwettern gewarnt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt im Siegerland und im Rheinland sogar vor "extrem heftigem Starkregen". Auch das Ruhrgebiet ist von sehr starken Regenfällen betroffen. Im Westen von Dortmund stehen ganze Siedlungen unter Wasser

Ein Unwetter mit Starkregen hat in Dortmund ganze Siedlungen unter Wasser gesetzt.

Unwetter in NRW: Feuerwehr am Freitag im Dauereinsatz

Freitag, 14. August, 22.40 Uhr: Vor allemin Hamm-Heessen bekamen Anwohner eine Ladung Starkregen ab*: Südlich der Bahnlinie sei ein Einsatzschwerpunkt auszumachen gewesen, berichtete Wolfgang Rumpf vom Einsatzführungsdienst der Feuerwehr. Insgesamt zählte die Leitstelle rund 40 Notrufe, die ausnahmslos mit Wasser zu tun hatten. Den „spektakulärsten“ Unwettereinsatz verzeichneten die Einsatzkräfte an der Dolberger Straße. 

Dort war ein Auto in eine Pfütze gefahren. Das Wasser habe zunächst vielleicht 20, 30 Zentimeter hoch gestanden, sei dann aber schnell bis auf Scheibenhöhe angestiegen, berichtete Rumpf. Zu allem Überfluss gab es dann auch noch einen Kurzschluss, das Fahrzeug fing an zu brennen. Der Fahrer konnte sich selbstständig aus seinem Auto befreien. Gegen 21.45 Uhr hatte sich die Einsatzlage entspannt. Auch der benachbarte Kreis Warendorf war von dem Unwetter betroffen.

Freitag, 14. August, 21 Uhr: Die Feuerwehr fährt erste Einsätze wegen des Unwetters. Es gibt Überschwemmungen auf Straßen und vor Hauseingängen, die Werler Kameraden pumpen Keller leer. In Büderich, Holtum und Stadtmitte und zwei Einsätze wegen Unfällen auf der A445. Drei Löschzüge sind im Einsatz. Wehrchef Karsten Korte bilanziert 15 Einsätze. Auch in Lippetal haben die Feuerwehrleute gut zu tun. Weitere Einsätze meldet die Kreisleitstelle aus Lippstadt und Geseke. 

Zwei umgestürzte Bäume in Hovestadt und Herzfeld, Wasser im Keller in Schoneberg: Auch die Feuerwehr in Lippetal hatte zu tun.

Freitag, 14. August, 20.45 Uhr: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat die Unwetterwarnung herauf gesetzt: Das BBK warnt jetzt via NINA vor "schwerem Gewitter mit extrem heftigem Starkregen und Hagel". 

Freitag, 14. August, 20.15 Uhr: Kaum angepfiffen, war es auch schon wieder vorbei mit dem Testspiel der Hammer Spielvereinigung und dem TuS Hordel: Die schwarzen Gewitterwolken ließen dem Schiedsrichter keine andere Wahl, die Partie wurde sofort unterbrochen. 

Schwarze Gewitterwolken über Hamm - das Testspiel der Hammer Spielvereinigung war da gerade angefpiffen...

Freitag, 14. August, 20.30 Uhr:

Die Warn-App NINA hat am Freitagabend gegen 19.30 Uhr ausgelöst, die Menschen in Hamm, Dortmund, den Kreisen Unna und Soest sollen sich auf

Unwetter

gefasst machen. 

Unwetterwarnung für NRW: Vorsicht vor entwurzelten Bäumen

Die Handlungsempfehlung für die Menschen in den betroffenen Gebieten von NRW: Vorsicht vor entwurzelten Bäumen, herabfallenden Dachziegeln oder Gegenständen. Bei Blitzschlag besteht Lebensgefahr. Bäume könnten entwurzelt werden, Überflutungen von Kellern und Straßen, örtlich auch Überschwemmungen sind möglich, berichtet wa.de*. 

Wer sich ein Bild von der Hochwasserlage an Bächen und kleinen Flüssen machen will, findet alle Informationen auf den Seiten der Hochwasserzentrale. Auch Erdrutsche könnten entstehen. 

Unwetterwarnung für NRW: Nicht im Freien aufhalten

NINA rät: Fenster und Türen schließen, Gegenstände im Freien sichern, Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen halten. Der Aufenthalt im Freien sollte möglichst vermieden werden. 

Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes informieren aktuell über die Lage, auch über WarnWetter sind aktuelle Informationen zu finden. Das Wetter im August hat bereits viele Facetten gezeigt. Große Schwüle und Hitze und heftige Gewitter* waren in NRW an der Tagesordnung. Anwohner in Hamm sind in dieser Woche bereits zweimal schwer von Unwettern getroffen worden* - nach Sonntag liefen auch am Donnerstag die Keller voll. *wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Markus Wüllner

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