Globale Erderwärmung

Unwetter: Experten gehen von zunehmender Heftigkeit aus

In NRW und Deutschland herrschten zuletzt immer wieder Unwetter. Experten gehen davon aus, dass Starkregen und Gewitter immer weiter zunehmen werden.

Hamm - In den vergangenen Tagen gab es nahezu täglich Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Heftige Gewitter, Starkregen, Unwetter. Zuletzt war in NRW von Tornado-Gefahr die Rede.

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Bevölkerung83,02 Millionen (2019)

Diese Unwetter sorgten vielerorts in Nordrhein-Westfalen für überflutete Straßen und Keller. Auch andere Bundesländer waren betroffen. Meteorologen gehen davon aus, dass solche Unwetter-Szenarien künftig häufiger eintreten werden.

Unwetter in NRW: Experten gehen von zunehmender Heftigkeit von Starkregen und Gewittern aus

Die heftigen Gewitter der vergangenen Tage passen nach Ansicht des Meteorologen Uwe Schickedanz in das Bild, das Klimaforscher von der Entwicklung zeichnen. Dazu gehöre die sommerliche Abwechslung zwischen Dürre und Starkregen-Ereignissen, sagte der Leiter des Deutschen Wetterdienstes in Stuttgart dem Südkurier.

Noch seien Gewitterlagen wie die der vergangenen Tage in der Heftigkeit zwar immer noch ein relativ seltenes Ereignis. „Aber auch ich habe den Eindruck, dass sie in dieser Heftigkeit häufiger geworden sind. Sie sind aber noch nicht so häufig, dass wir statistisch sagen könnten, es ist mehr geworden.“

Experten rechnen jedoch mit einer zunehmenden Häufigkeit solcher heftiger Gewitter und Starkregens. „Wir gehen davon aus, dass Starkniederschläge infolge der globalen Erderwärmung noch weiter zunehmen werden“, sagte Mojib Latif, Klimaforscher und Präsident der Deutschen Gesellschaft Club of Rome, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Unwetter: Starkregen und Gewitter werden laut Experten zunehmen

So erklärte es auch Uwe Schickedanz: „Gewitter leben von Hitze unten und Kälte oben, weil die Temperaturunterschiede sehr groß sind.“ Die Gefahr extrem heftiger Gewitter nehme daher mit steigenden Temperaturen laufend zu, solange es zudem auch feucht sei. 

„Je mehr Wärme ich habe, umso heftigere Gewitter habe ich. Mehr Wärme entsteht auch durch die Erwärmung des Klimas“, sagte Schickedanz. Die vergangenen drei sehr trockenen Jahre seien aber trotz des Klimawandels gewitterarm gewesen.

Auch die Länge der Unwetter wird steigen

Bislang seien diese extremen Unwetter meist sehr kurz. Nach Aussage von Mojib Latif könnten diese Phasen künftig nicht nur verstärkt, sondern auch wesentlich länger auftreten als zuletzt - in einigen Gebieten dauerten diese Starkregen-Phasen meist nur eine Stunde oder weniger.

„Es besteht die Gefahr, dass sich der Jetstream, also das Starkwindband in der Höhe, welches Hoch- und Tiefdruckgebiete schnell durchziehen lässt, abschwächt“, erklärte Mojib Latif beim RND. Im Umkehrschuss würden auch Tiefdruckgebiete nicht mehr so rasch weiterziehen. (mg mit dpa)

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa

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