Fahrgäste gehen schwer bepackt 500 Meter über Acker zur nächsten Straße

Unglück auf dem Gleis: Eurobahn auf offener Strecke bei Werl evakuiert

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Auf der Bahnstrecke zwischen Soest und Dortmund hat es am Samstagmorgen ein Unglück gegeben. 

[Update 13.10 Uhr] Die Bahnstrecke zwischen Soest und Dortmund musste am Samstagmorgen gegen 8.30 Uhr gesperrt werden - wegen eines Unglücks auf dem Gleis. Etwa gegen 11.15 Uhr konnte die Strecke wieder freigegeben werden. Die Ermittlungen der Bundespolizei sind weitgehend abgeschlossen, hieß es am Sonntagmorgen  - alles deute auf einen Selbstmord hin.

  • Unglück auf der Bahnstrecke zwischen Soest und Dortmund bei Werl
  • Ein Zug der Eurobahn (RB 59) wurde auf offener Strecke evakuiert
  • Es gab massive Einschränkungen im Bahnverkehr

Am Samstagmorgen ereignete sich bei Werl ein Unglück auf dem Gleis, bei dem eine Person ums Leben kam. Der betroffene Zug der Eurobahn (RB 59) blieb auf offener Strecke zwischen Werl-Büderich und Werl-Holtum stehen und musste evakuiert werden. Davon berichtete Karsten Korte, Sprecher der Feuerwehr Werl. 

Auch Beamte der Polizei im Kreis Soest waren an der Strecke im Einsatz, wie die Leitstelle auf Nachfrage bestätigte.  Die Bundespolizei nahm die Ermittlungen auf. Schon früh deutete vieles auf einen Freitod eines Mannes hin. Davon gehe man mit großer Sicherheit aus, sagte Jens Flören, Pressesprecher der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin, unserer Redaktion.

Rund 30 Personen steigen aus - und gehen über Acker zur nächsten Straße

Evakuierung auf freier Strecke: 30 Personen stiegen kurz vor der Kreisgrenze Unna auf freier Strecke aus, wie Korte berichtete. Sie begaben sich, begleitet von der Feuerwehr, circa 500 Meter weit über einen Acker zum Hilbecker Höhenweg. An einem dort eingerichteten Sammelpunkt stiegen sie in Taxis.

Wie Korte berichtete, hatten es einige der Fahrgäste eilig, da sie zum Flughafen mussten - und Sorge hatten, ihre Flüge zu verpassen. Feuerwehrleute hätten einigen Personen auf dem Acker beim Koffertragen geholfen. 

Zuvor waren die Rettungskräfte und Notfallmanager durch den Zug gegangen und hatten mit Reisenden gesprochen, um festzustellen, ob sie seelischen Beistand brauchen. Ohnehin habe die Zusammenarbeit zwischen der Bundespolizei, den Notfallmanagern und der Feuerwehr hervorragend funktioniert, sagte Korte. 

Massive Auswirkungen auf den Bahnverkehr

Die Sperrung der Strecke hatte erhebliche Auswirkungen auf den Bahnverkehr, wie die Polizei in Abstimmung mit dem Notfallmanagement der Bahn berichtete: Insgesamt wurden acht Züge umgeleitet

Es kam außerdem zu drei Komplettausfällen. Vier Züge hatten massive Verspätung - teils bis zu drei Stunden. Es wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Gegen 11.15 Uhr wurde die Strecke dann wieder freigegeben.

Was die Feuerwehr freute: Viele Reisende bedankten sich im Nachgang für die "schwere Arbeit" der Rettungskräfte in den sozialen Medien. Sie zeigten sich auch betroffen über das tragische Geschehen. 

Hinweis der Redaktion:

Wir berichten in der Regel nicht über Selbsttötungen, weil leider durch die Berichterstattung die Nachahmerquote erhöht wird. Wir machen eine Ausnahme, wenn Suizide durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie sich selbst in einer Krisensituation befinden, suchen Sie sich bitte Hilfe, beispielsweise bei der Telefonseelsorge (Tel. 0800-1110111).

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