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Güterzug kracht in stehende Waggons - Lokführer springt rechtzeitig ab

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Von: Daniel Großert

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Schwerer Unfall in Herne (NRW): Ein Güterzug krachte beim Rangieren in stehende Waggons. Es gibt bereits eine Vermutung zur Ursache des Unglücks.

Herne (NRW) - Auf einem Betriebsgelände in Herne in Nordrhein-Westfalen hat sich in der Nacht zu Freitag ein schwerer Unfall ereignet. Ein Güterzug krachte beim Rangieren in stehende Waggons. Der Lokführer rettete sich mit einer riskanten Aktion.

Unfall in Herne (NRW): Güterzug kracht in Waggons - Lokführer springt rechtzeitig ab

Am Morgen nach dem Unfall liegen Container kreuz und quer auf dem privaten Gelände in Herne. Waggons wurden ineinander geschoben und sprangen aus den Gleisen. Ein Polizeisprecher berichtete von einem „immensen Sachschaden“. „Ich kann nicht ausschließen, dass es um einen Schaden im niedrigen Millionen-Bereich geht“, sagte Mirko Strauss, Geschäftsführer der Wanne-Herner Eisenbahn und Hafen GmbH (WHE), der Deutschen Presse Agentur (dpa).

Was war passiert? Ein Zug der WHE war in der Nacht beim Rangieren auf dem Betriebsgelände des Logistikunternehmens auf stehende Güterwaggons aufgefahren, wie Terminalleiter Dirk Kapeller der dpa berichtete.

Entgleiste Güterwaggons stehen nach einem Zugunfall an einer Bahnstrecke in Herne (NRW).
Am Morgen nach dem Unfall bot sich auf dem Betriebsgelände in Herne (NRW) ein übles Bild. © Markus Gayk/dpa

Glücklicherweise wurde bei dem Unfall in Herne niemand verletzt. Der Lokführer sprang rechtzeitig von der Lokomotive ab, bevor sie in die Waggons krachte. Ein weiterer glücklicher Umstand: In den Güterwagen befanden sich nach Polizeiangaben keine Gefahrengüter. „Wir sind erstmal froh, dass niemandem etwas passiert ist, keiner verletzt wurde“, sagte Mirko Strauss.

Unfall mit Güterzug in Herne (NRW): Technischer Defekt könnte Ursache sein

Die Ursache für den Unfall in Herne ist noch unklar. Laut Terminalleiter Kapeller deute aber vieles auf einen technischen Defekt hin. Der Zug habe vermutlich keine Bremswirkung gehabt. Ersten Erkenntnissen zufolge seien mindestens acht Waggons fast komplett zerstört worden. Auch zwei Kranbahnen und mehrere Gleise seien beschädigt worden.

Das Betriebsgelände der WHE liegt direkt am Rhein-Herne-Kanal - quasi direkt gegenüber des Festgeländes der Cranger Kirmes, die am Donnerstag begonnen hatte. Weil es sich dabei um ein privates Areal handelt und bei dem Unfall keine Menschen verletzt wurden, zog sich die Polizei nach einer Besichtigung der Unglücksstelle in Herne zurück. Die weiteren Ermittlungen sollen das Amt für Arbeitsschutz der Bezirksregierung Arnsberg übernehmen.

Die aufwendigen Aufräum- und Bergungsarbeiten werden nach Auskunft des Betriebsleiters des Terminals wohl noch lange dauern. Ein Bergungszug der Deutschen Bahn ist bereits vor Ort, ein weiterer mit einem etwa 100 Tonnen schweren Kran sollte nach Auskunft des Geschäftsführers noch im Lauf des Tages in Herne eintreffen. - mit dpa-Material

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