1. wa.de
  2. NRW

Bratpfannen-Explosion: Anklage nach tödlichem Unfall auf Dorffest

Erstellt:

Von: Daniel Schinzig

Kommentare

Die Bratpfanne nach der dramatischen Explosion auf dem Backesfest in Freudenberg
Zwei Frauen kamen ums Leben, als eine Bratpfanne auf dem Backesfest explodiert war. Nun kam es zur Anklage. © Traut

Zwei Jahre ist es her, dass es beim „Backesfest“ in Freudenberg zu einem schrecklichen Drama kam: Eine Bratpfanne explodierte. Zwei Menschen starben. Nun wurde Anklage erhoben.

Freudenberg - Es sollte ein freudiges Ereignis werden, doch beim „Backesfest“ in Freudenberg kam es im September 2019 zu einer Katastrophe: Als eine riesige Bratpfanne auf dem Dorffest explodierte wurden mehrere Menschen schwer verletzt. Zwei Frauen im Alter von 67 und 31 Jahren - Mutter und Tochter - kamen bei dem Unfall ums Leben. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Verantwortlichen des örtlichen Heimatvereins erhoben.

StadtFreudenberg
Fläche54,6 km²
Einwohner17.729

Explosion beim „Backesfest“: Verantwortlicher angeklagt

Wegen der Explosion auf dem „Backesfest“ werde dem 54-Jährigen nun fahrlässige Tötung vorgeworfen, sagte der zuständige Staatsanwalt Fabian Glöckner aus Siegen laut dpa am Mittwoch (29.9.2021). Bei dem beliebten Dorffest in Freudenberg war eine riesige Pfanne, in der Bratkartoffeln zubereitet wurden, Auslöser des Unfalls. Sie explodierte.

Bei dem dramatischen Vorfall auf dem „Backesfest“ in Freudenberg im Siegerland wurden mehr als ein Dutzend Menschen verletzt. Zum Teil erlitten die Betroffenen schwerste Verbrennungen. Zwei Frauen überlebten die Explosion nicht: Eine 67 Jahre alte Frau und ihre 31-jährige Tochter. „Aufgrund der besonderen Bedeutung des Vorfalls für das Siegerland habe ich mich für eine Anklage beim Landgericht entschieden“, so Glöckner weiter. Die Bratpfannen-Explosion zog vor zwei Jahren große mediale Aufmerksamkeit auf sich.

Explosion beim „Backesfest“: Verkettung unglücklicher Umstände

Ein Gutachter hat untersucht, was genau zu dem Unfall auf dem Dorffest geführt hat. Es war wohl eine unglückliche Verkettung verschiedener Umstände. So gab es einen Hohlraum zwischen Pfannenboden und Pfannendeckel. In diesem befand sich verschweißtes Öl. Da es sich schon seit Jahren dort befand, war der Siedepunkt des Öls gesunken. Schon bei geringer Wärmezufuhr habe es sich stark ausgebreitet.

Ein Druckventil an der Bratpfanne war zum Zeitpunkt des Unfalls auf dem „Backesfest“ geschlossen. Das führte dazu, dass der Pfannenboden an mehreren Stellen aufplatzte. Als das Öl auf die offene Flamme des Gasbrenners traf, spritzte es herum und verpuffte explosionsartig. Es entstanden enorme Stichflammen.

Bratpfanne explodiert: Unglück hätte verhindert werden können

Der Angeklagte sei noch an dem Tag der Explosion zu der Bratstelle auf dem „Backesfest“ gerufen worden, da sich die Pfanne bereits gewölbt hat. Er hat allerdings nichts unternommen, außer die Energiezufuhr herunterzudrehen. Die Funktionsweise der Bratpfanne sei ihm dabei sehr wohl bekannt gewesen: Die Pfanne ist eine selbstgebaute Konstruktion, die sich seit Jahren im Besitz des Heimatvereins befand. Das Landgericht müsse nun entscheiden, ob die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen wird, sagte eine Sprecherin der dpa.

Zu einem tragischen Unglück kam es auch im Sauerland. Dort wurde ein Spaziergänger von einem umfallenden Baum getroffen. Trotz Reanimationsmaßnahmen starb der Mann. In Jülich ist ein Feuerwehrwagen in einen Unfall verwickelt worden. Eine Frau starb bei einem Brand.

Auch interessant

Kommentare