Lkw ausgebremst und Kollision verursacht

Unfall bei Tempo 160: Ehepaar auf der A44 schwer verletzt - Verursacher fährt davon

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Weil er einen Lkw auf der A44 bei Büren absichtlich ausbremste, verursachte ein dreister Autofahrer  einen schweren Unfall. Ein Ehepaar wurde schwer verletzt, der Verursacher machte sich aber einfach aus dem Staub.

  • Bei einem Unfall auf der A44 bei Büren wurde ein Ehepaar aus dem Sauerland schwer verletzt.
  • Ihr VW Golf krachte auf der Autobahn in einen Mercedes Sprinter.
  • Der Verursacher, der zuvor einen Lkw ausgebremst hatte, flüchtete.

Büren - Der Unfall ereignete sich bereits am vergangenen Freitag (19. Juni) gegen 10.25 Uhr an der A44-Anschlussstelle Büren, wie die Polizei Bielefeld jetzt mitteilte. Dort war zu diesem Zeitpunkt ein 55-jähriger Mann aus Görlitz mit seinem Lkw auf dem rechten Fahrstreifen in Richtung Kassel unterwegs. 

An der Anschlussstelle Büren wollte zeitgleich der Fahrer eines slowakischen Klein-Lkw (Mercedes Sprinter) auf die Autobahn auffahren. Weil der laut Polizei relativ langsam unterwegs war, wechselte der Autofahrer aus Görlitz - nachdem er sich vergewissert hatte, ob kein Auto kommt - auf den linken Fahrstreifen. 

Dabei bemerkte er "in mindestens 150 Meter Entfernung" einen weißen Opel, der sich mit einer "sehr hohen Geschwindigkeit" näherte, berichtet die Polizei. Als der 55-jährige Lkw-Fahrer den Sprinter aus der Slowakei überholt hatte, scherte er wieder auf der rechten Spur der A44* ein. 

Unfall auf der A44 bei Büren: Ehepaar kracht mit Golf in Sprinter

Dass der Lastwagen zeitweise auf dem linken Fahrstreifen fuhr, passte dem Fahrer des Opel aber offenbar nicht: Er setzte sich in gleicher Höhe neben den Lkw des Görlitzers, hupte und regte sich offenkundig auf. Der Fernfahrer revanchierte sich und hupte zurück. 

Darauf reagierte der unbekannte Opel-Fahrer unglaublich: Er setzte sich vor den Lkw des 55-Jährigen und bremste auf Schrittgeschwindigkeit herunter. Damit zwang er den Mann aus Görlitz zu einer Vollbremsung, da es ansonsten wohl zu einem Auffahrunfall gekommen wäre. "Der Lkw kam daraufhin auf dem rechten Fahrstreifen zum Stehen, während das weiße Auto mit Schritttempo weiter rollte", berichtete die Polizei. 

Dieses rücksichtslose Verhalten des Opel-Fahrers löste eine folgenschwere Kettenreaktion aus. Zunächst wich der hinter dem Lkw fahrende und nichtsahnende Sprinter-Fahrer auf die linke Spur aus, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Dabei übersah er allerdings den VW Golf eines Ehepaares aus Kirchhundem im Sauerland, der mit etwa 160 km/h auf der linken Fahrspur unterwegs war. Der 69-jährige Fahrer leitete sofort eine Vollbremsung ein, konnte damit aber nicht verhindern, dass sein Wagen auf das Heck des Sprinters krachte. 

Unfall auf der A44 bei Büren: Polizei sucht erfolglos nach Verursacher

Der Golf und der Sprinter kamen daraufhin noch vor dem Opel und dem ausgebremsten Lkw zum Stehen. Was nun aber folgte, löst Kopfschütteln aus: "Der dreiste Unfallverursacher schlängelte sich nun an den verunfallten Fahrzeugen vorbei und flüchtete", erklärte die Polizei. Die Suche nach dem flüchtigen Opel, die auch Streifenwagenbesatzungen aus Hessen unterstützten, blieb erfolglos.

Der Fahrer des Golf und seine 68-jährige Ehefrau erlitten durch den Unfall auf der A44 bei Büren schwere Schnittverletzungen. Der Rettungsdienst brachte das Ehepaar aus Kirchhundem in Paderborner Krankenhäuser. Die A44 war in Richtung Kassel für die Dauer der Unfallaufnahme komplett gesperrt, wodurch ein mehrere Kilometer langer Stau entstand. 

Video: So bilden Sie eine Rettungsgasse

Der Verursacher des Unfalls fuhr nach Angaben der Polizei einen neuwertigen, weißen Opel (vermutlich Astra) mit britischem Kennzeichen. Das Lenkrad befand sich auf der rechten Fahrzeugseite. Vermutlich war das Auto mit zwei Personen besetzt. Der Fahrer wird folgendermaßen beschrieben: etwa 30 bis 40 Jahre alt, kräftige Gestalt, rundliches Gesicht, vermutlich südeuropäisches Aussehen, schwarze Haare und dunkle Augen. 

Unfall auf der A44 bei Büren: Polizei bittet um Hinweise

Die Polizei bittet bei ihren Ermittlungen um Mithilfe. Wer sachdienliche Angaben zu dem Unfall auf der A44 bei Büren und dem flüchtigen Verursacher machen kann, wird gebeten, sich beim Verkehrskommissariat 1 der Polizei Bielefeld unter Tel. 0521/5450 zu melden. 

In dieser Woche gab es einen weiteren schweren Unfall auf der A44: Ein Lkw-Fahrer krachte bei Werl auf ein Stauende und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Die Autobahn war sechs Stunden lang voll gesperrt. 

Auf Staus müssen sich Autofahrer auch zum Beginn der Sommerferien in NRW einstellen: Wir zeigen, wo es in den kommenden Tagen voll werden könnte. *wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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