Ordnungsamt kontrolliert Corona-Verstöße

Wieder Tuner, Raser und Poser in Dortmund - Mann aus Hamm liefert sich vor den Augen der Polizei ein Rennen

Hunderte Tuner, Raser und Poser in Dortmund - erneuter Großeinsatz der Polizei am Wall
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Die Polizei Dortmund kontrollierte die Fahrzeuge auf dem Wall.

In zwei aufeinanderfolgenden Nächten hat die Dortmunder Polizei nachts die Tuner-, Raser- und Poserszene kontrolliert. Unterstützung kam aus Köln.

[Update] Dortmund - Es ist nicht das erste Großaufgebot, dass die Polizeibehörde auf den Wall schickt. Diesmal bekam die Dortmunder Behörde Unterstützung aus Köln: In der Nacht von Freitag auf Samstag waren Kräfte aus der Domstadt mit dabei, die sich auf illegale Fahrzeugrennen und deren Begleiterscheinungen spezialisiert haben.

In dieser Nacht zählten die Beamten etwa 300 der Szene zuzurechnende Fahrzeuge, kontrollierten 111 Pkw und 162 Personen, sprachen acht Platzverweise aus. Neun Fahrzeuge stellte die Polizei sicher, sieben wurden einem Gutachter vorgestellt. Und noch zwei weitere Fahrer mussten ohne ihr Auto nach Hause: Ausgerechnet vor den Augen einer Zivilstreife hatten sich ein 21-jähriger Mann aus Hamm und ein 31-jähriger Dortmunder ein Rennen geliefert.

Polizeikontrollen gegen Raser auf dem Dortmunder Wall: Mann aus Hamm liefert sich Rennen

Gleich an mehreren Ampeln auf dem Ostwall waren die beiden Männer nach Umschalten auf Grünlicht mit Vollgas angefahren und hatten versucht, die höchstmögliche Geschwindigkeit zu erzielen. Dazu kamen mehrfache riskante Spurwechsel. Bei einem Fahrzeug brach das Heck aus - glücklicherweise passierte nicht noch mehr. Die Fahrweise reichte den Beamten: Jaguar, Mercedes, die Mobiltelefone und beide Führerscheine der Fahrer wurden sichergestellt. Die beiden erwarten nun Strafverfahren wegen des Verdachts der Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag erhielt die Polizei wiederum Unterstützung, diesmal von Kräften des Ordnungsamtes der Stadt Dortmund. Wieder war das Fahrzeugaufkommen auf dem Wallring groß; diesmal zählten die Beamten sogar 450 Autos. 152 wurden überprüft. Gegen sechs der insgesamt 210 überprüften Personen sprach die Polizei einen Platzverweis aus. 19 Geschwindigkeitsverstöße ahndeten die Beamten, der Schnellste war mit 120 Sachen auf der Brackeler Straße unterwegs.

Großeinsatz gegen Raser auf dem Dortmunder Wall:

Zwischen 21.30 Uhr und 22 Uhr wird es rund um den Wallring in Dortmund zusehends voller auf der äußeren Fahrbahn, dem sogenannten Außenring. War der Wall vorher noch leer, bildeten sich dort lange Schlangen von Autos, die eine eindeutige, der Szene zuzuordnende Optik haben und von weit her kamen.

StadtDortmund
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner585.813 (2016)

Hunderte Tuner, Raser und Poser in Dortmund - Autos kommen von weit her

Nicht nur Kennzeichen aus den Nachbarstädten und -kreisen wie Lünen, Recklinghausen, Unna, Ennepetal oder dem Märkischen Kreis waren vertreten: Am Samstagabend kamen die Fahrzeuge in Dortmund auch aus dem Bielefelder und Paderborner Raum oder von noch weiter her.

Der Großeinsatz in Dortmund begann gegen 22 Uhr. Die Fahrzeuge der Szene hatten sich aufgrund des starken Verkehrs bereits von selbst zurück gestaut, da bauten Polizei und Ordnungsamt eine große Kontrollstelle am Ostwall auf. Jedes in Frage kommende Fahrzeug wurde einzeln gesichtet, viele davon heraus gewunken.

Die Polizei kontrollierte die Autos auf technische Mängel.

Neben Ansprachen wurden viele Autos wieder auf technische Mängel, etwa nicht eingetragene Veränderungen sowie Überschreitung der zugelassenen Lautstärke, überprüft. Fünfmal entschieden Polizisten am Samstag, das jeweilige Auto einem Gutachter vorzustellen.

Parallel dazu hat das Ordnungsamt Corona-Verstöße geahndet, zum Beispiel, wenn sich zu viele Personen in einem Fahrzeug befanden. Während der Aktion standen auch mehrfach Rettungsfahrzeuge, die mit Blaulicht unterwegs waren, im Rückstau der Szenefahrzeuge. Bilanz: 51 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Coronaschutzverordnung (31) und das Landesimmissionsschutzgesetz (20).

Einige Autofahrer mussten ohne ihre Fahrzeuge nach Hause gehen.

Der Großeinsatz dauerte bis in die Nacht hinein. Bei großen Kontrollen in der vergangenen Woche war sogar NRW-Innenminister Herbert Reul in Dortmund anwesend. Die Stadt Dortmund will die Raser-Szene mit harten Maßnahmen aus der Stadt vertreiben. Polizeipräsident Gregor Lange: „Es können sich alle darauf verlassen, dass wir mit unseren aufwändigen Kontrollmaßnahmen nicht eher locker lassen werden, bis wir nachhaltige Verbesserungen erzielt haben. Nicht umsonst haben wir das Thema zu einem strategischen Schwerpunkt der Polizei Dortmund gemacht, d.h. wir werden dauerhaft viele Kräfte bündeln, um Raser zu stoppen, Unfälle zu verhüten, Anwohnern zu ihrer Nachtruhe zu verhelfen und Verstöße gegen die CoronaschutzVO zu sanktionieren. Der öffentliche Straßenverkehr ist keine Eventmeile. Das gilt erst recht auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie.“

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