Prozess beginnt am Dienstag

Transsexuelle aus Thailand für Prostitution eingeschleust - Anklage gegen drei Personen aus Siegen

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Symbolfoto

Thailändische Transsexuelle sollen nach Deutschland eingeschleust worden sein, um die Nachfrage in Bordellen bundesweit zu bedienen. Fünf Beschuldigten soll nun der Prozess gemacht werden - darunter einem deutsch-thailändischem Paar aus Siegen sowie einer weiteren Person aus Siegen. 

Siegen/Frankfurt - Wegen des Aufbaus eines deutschlandweiten Prostitutions-Netzwerks mit Transsexuellen aus Thailand ist ein deutsch-thailändisches Paar aus Siegen angeklagt worden. Neben den beiden Beschuldigten sei gegen drei thailändische Frauen, darunter eine weitere Person aus Siegen, Anklage erhoben worden, teilte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Mittwoch mit. 

Unter anderem geht es um den Vorwurf der Zwangsprostitution und der Zuhälterei. Die Beschuldigten sollen gemeinsam mit weiteren Mittätern die Prostituierten per Flugzeug nach Deutschland eingeschleust haben. 

Paar betrieb Bordelle, Frau überwachte Prostituierte

Dort arbeiteten sie den Angaben zufolge zunächst in Siegen, wo der 63-jährige Deutsche und seine drei Jahre jüngere Ehefrau aus Thailand drei Bordelle betrieben. Einer 49 Jahre alten Thailänderin wird vorgeworfen, dort die Prostituierten überwacht, mit den Kunden die Preise verhandelt und die Einnahmen kassiert zu haben. 

Dann sollen die Prostituierten in einem Rotationsverfahren bundesweit an weitere Orte, darunter Maintal, Rodgau und Gießen in Hessen, Rastatt, Speyer und Saarbrücken, gebracht worden sein. 

Geschlechtsumwandlung - mit dem Ziel, sich zu prostituieren 

Unter anderem handelte es sich nach Angaben des Sprechers um Männer, die sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen hatten. Dies geschehe in Thailand teils bereits mit der Absicht, sich zu prostituieren. Es gebe danach eine große Nachfrage in Bordellen, wie sich bei den Ermittlungen gezeigt habe. 

Schon am kommenden Dienstag soll der Prozess vor dem Landgericht in Hanau beginnen. Als hauptbeschuldigt war das Paar aus Siegen festgenommen worden. Mit "sexuellen Dienstleistungen aller Art" hätten die Prostituierten dort zunächst fünfstellige Beträge abarbeiten müssen, die ihnen für die Schleusung in Rechnung gestellt worden seien. 

Größte Durchsuchungsaktion in der Geschichte der Bundespolizei

Bei einer Großrazzia hatten mehr als 1500 Beamte der Bundespolizei am 18. April vergangenen Jahres insgesamt 62 Bordelle, Wohnungen und Büros in zwölf Bundesländern durchsucht. Es war die bisher größte Durchsuchungsaktion in der Geschichte der Bundespolizei

Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen im Juni 2016 nach einer Kontrolle dreier Prostituierter in Maintal, die nur abgelaufene Visa vorzeigen konnten. Den Angaben zufolge ermittelt die Frankfurter Behörde in dem Komplex noch gegen insgesamt 49 Beschuldigte - darunter aber keine Prostituierten. Verfahren gegen fünf Beschuldigte wurden an die Staatsanwaltschaften in Baden-Baden und Saarbrücken abgegeben. - dpa

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