Jugendliche aus Lüdenscheid und Bergisch-Gladbach sterben

Tragödie nach Hochzeit: Zwei Teenager tot - schwere Vorwürfe gegen Fahrer

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Der Opel-Siebensitzer krachte gegen eine Mauer. Zwei Jugendliche starben.

Lüdenscheid – Zwei Jugendliche sterben auf dem Rückweg von einer Hochzeit bei einem tragischen Unfall. Jetzt steht die Unfallursache fest. 

  • Auf dem Rückweg von einer Hochzeit kommt es zu einem tödlichen Unfall.
  • Der Fahrer eines Opel verliert die Kontrolle über sein Fahrzeug - zwei Menschen sterben.
  • Jetzt liegt ein Gutachten vor, das den Fahrer schwer belastet.

Bei dem schrecklichen Unfall in Bielefeld starben im Oktober zwei Jugendliche, darunter ein 16-Jähriger aus Lüdenscheid. Drei Monate nach der Tragödie, die sich auf dem Rückweg von einer kurdischen Hochzeit ereignete, bereitet die Staatsanwaltschaft Bielefeld die Anklage gegen den 36-jährigen Fahrer vor. 

Tödlicher Unfall in Bielefeld: Gutachten zur Unfallursache liegt vor

„Die Ermittlungen sind fast abgeschlossen“, teilte Staatsanwältin Claudia Bosse auf Anfrage mit. Zentraler Baustein zur Rekonstruktion des Unfallhergangs ist ein Gutachten der Dekra, das mittlerweile vorliegt. Demnach ist die Unfallursache nach Überzeugung der Gutachter und der Ermittler deutlich überhöhte Geschwindigkeit

Fahrer war in der Innenstadt deutlich schneller unterwegs als erlaubt

An der Unfallstelle ist Tempo 50 erlaubt, tatsächlich war der vollbesetzte Opel aber viel schneller unterwegs. „Beim Aufprall auf die Mauer ist die Tachonadel stehen geblieben“, sagt Staatsanwältin Bosse, die die genaue Geschwindigkeit allerdings nicht nannte. Eine noch am Unfallort genommene Blutprobe des 36-Jährigen hatte keine Hinweise auf Alkohol- oder Drogenkonsum ergeben. 

Alle sieben Insassen wurde verletzt - zwei 16-Jährige so schwer, dass sie starben

Am 20. Oktober 2019 um 23.32 Uhr war der Opel Zafira auf der Detmolder Straße in Bielefeld unterwegs, als er auf regennasser Fahrbahn gegen eine Steinmauer am Straßenrand prallte. In dem Fahrzeug befanden sich sieben Personen im Alter zwischen 13 und 46 Jahren. 

Vier Personen wurden bei dem Unfall zum Teil schwerst verletzt. Eine junge Frau überlebte zwar, ist aber körperlich stark eingeschränkt. Ein 16-Jähriger aus Lüdenscheid und ein 16-Jähriger aus Bergisch-Gladbach erlagen ihren Verletzungen

Verstorbene waren Teil einer Hochzeitsgesellschaft irakischer Kurden

Alle sieben Insassen waren Teil einer Hochzeitsgesellschaft irakischer Kurden. Rund 1.000 Gäste hatten die Feier besucht. An der Unfallstelle war kurz nach dem Unglück ein weiteres Fahrzeug mit Hochzeitsgästen eingetroffen, die sich um die Verletzten kümmerten

An der Unfallstelle legten Menschen Blumen nieder und entzündeten Kerzen.

Die Leichen der beiden Jugendlichen wurden inzwischen im Irak beigesetzt. 

Anklage in Vorbereitung: Vorwurf der fahrlässigen Tötung steht im Raum

Dem Fahrer – einem 36-jähriger Iraker aus Bielefeld – wirft die Staatsanwaltschaft aufgrund der bisherigen Beweislage fahrlässige Tötung in zwei Fällen sowie mehrfache fahrlässige Körperverletzung vor. Der Fahrer war bei dem Unfall selbst schwer verletzt worden. Er befindet sich seit der Entlassung aus dem Krankenhaus auf freiem Fuß.

Gleich mehrere schwere Unfälle ereigneten sich in den vergangenen Wochen in Lüdenscheid. Bei einem Frontal-Unfall auf dem Autobahnzubringer zur A45 in Lüdenscheid stieß ein junger Mann mit seinem Seat in den entgegenkommenden Kia einer Mutter. Vermutlich bei einem illegalen Autorennen in Lüdenscheid krachte ein Mercedes gegen einen Ampelmasten. Ein junger Autofahrer verunglückte am Sauerfeld in der Lüdenscheider Innenstadt

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