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Tränen und Ärger an der Kontrolle im Flughafen: Ein Hammer berichtet

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Von: Gisbert Sander

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Chaos am Flughafen: Die Reisezeit strapaziert im Moment in großem Maße die Nerven vieler Urlauber, bevor überhaupt an Entspannung zu denken ist. So hat es auch Matthias Bareiss aus Hamm am Flughafen Köln/Bonn erlebt.

Hamm – Fünfeinhalb Stunden Wartezeit vor den Sicherheitskontrollen musste der 33-Jährige aus Hamm erdulden. Dabei war er relativ zeitig um 12 Uhr am Airport Köln/Bonn gewesen - der reguläre Abflug mit Eurowings ins österreichische Klagenfurt war für 16.40 Uhr geplant. Die Koffer habe er innerhalb von zehn Minuten aufgegeben, aber dann ging es weiter zur Sicherheitskontrolle. „Es kam, wie ich schon befürchtet hatte. Die Schlange reichte von Terminal 1 über Terminal 2 hinaus bis nach draußen und wieder zurück“, sagt Bareiss.

Er war allein unterwegs, weil der Rest seiner Familie bereits in Kärnten – in Rattendorf im Gailtal – war. Für Familien sei es aber besonders schlimm gewesen, so lange warten zu müssen: „Ich habe da sogar Jugendliche weinen gesehen.“ Bei den Wartenden um ihn herum habe es zwar Verärgerung, aber auch Solidarität gegeben: Wenn jemand zur Toilette musste oder sich etwas zu trinken holen wollte, sei der Platz frei gehalten worden.

Erholung nach dem Reisestress: Matthias Bareiss hat es doch noch nach Österreich geschafft.
Erholung nach dem Reisestress: Matthias Bareiss hat es doch noch nach Österreich geschafft. © Bareiss

Je näher Bareiss der Sicherheitsschleuse kam, umso unangenehmer sei die Situation geworden: „Da wurde gedrängelt und einige sind aggressiv geworden.“ Die Bundespolizei habe die größten Querulanten und Vordrängler aus den Wartereihen geholt.

Vom Flughafen keine Information, keine Durchsage

Das Problem: Von den – Bareiss schätzt zehn bis zwölf – Kontrollstationen seien nur vier geöffnet gewesen. Die Kontrollen selbst seien „absolut katastrophal“, das Personal überfordert gewesen. Bareiss ist verärgert, dass es seitens des Flughafens keinerlei Information gegeben habe, keine Durchsage, wie die Lage ist.

Und die Abflugzeit saß Matthias Bareiss immer im Nacken. Immerhin konnte er auf der Abflugtafel sehen, dass der Start „seines“ Fliegers erst auf 17.10 und dann auf 17.25 Uhr verschoben wurde. Allerdings war der 33-Jährige erst um 17.30 Uhr durch – und nahm dann die Beine in die Hand, um zum Gate zu kommen. Mit Erfolg: „Ich war der letzte Passagier, der quasi in letzter Sekunde ins Flugzeug gelassen wurde.“ Los ging es dann aber immer noch nicht, weil erst danach das Gepäck verladen wurde. Was Sinn macht, damit diejenigen Passagiere, die den Abflug verpassen würden, nicht auch noch ihrem Gepäck hätten hinterherlaufen müssen.

Auch am Flughafen Düsseldorf herrscht weiterhin Chaos - zuletzt wurden wieder vermehrt Flüge gestrichen. Und auch die Wartezeiten waren nicht ohne.

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