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Tödliche Attacke mit Samuraischwert: Täter wird freigesprochen

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Nach der tödlichen Attacke mit einem Samuraischwert im niederrheinischen Hückelhoven muss der Angreifer auf unbestimmte Zeit in eine geschlossene Psychiatrie.

Mönchengladbach - Das Landgericht in Mönchengladbach (NRW) hat am Mittwoch (6. April) den 47-jährigen Angreifer vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen: Wegen einer schweren psychischen Erkrankung sei er zur Tatzeit schuldunfähig gewesen.

Tödliche Attacke mit Samuraischwert: Täter wird freigesprochen

„Der Freispruch bedeutet nicht, dass der Angeklagte auf freien Fuß gesetzt wird, sondern dass er so lange in der Psychiatrie bleibt, bis er geheilt ist - und das kann auch lebenslang sein“, sagte Richter Martin Alberring. Im krankhaften Wahn habe der Mann im September 2021 seinen 37-jährigen Nachbarn mit dem Schwert getötet und dessen Vater lebensgefährlich verletzt. Der 57-jährige Vater hatte ausgesagt, er habe damals gemeinsam mit seinem Sohn den Nachbarn zur Rede stellen wollen, weil er ihr Auto mit einem Ast demoliert habe.

Der 47-Jährige hatte ausgesagt, er habe sich bedroht gefühlt. Sein Mandant habe sich nur verteidigt, hatte Verteidiger Ingo Herbort argumentiert. Er habe in Notwehr gehandelt und sei ohne Auflagen freizusprechen. Vater und Sohn hätten die Wohnungstür eingetreten, „ihn mit Pfefferspray attackiert und mit Schlägen ins Bad gedrängt“. Dort habe sich der 47-Jährige mit der scharf geschliffenen Deko-Waffe gegen die beiden Eindringlinge gewehrt.

Tödliche Attacke mit Samuraischwert: Täter muss in die Psychiatrie

Staatsanwalt Stefan Lingens hatte das als Schutzbehauptung bezeichnet. Ein Gutachter hatte ausgeschlossen, dass die Wohnungstür eingetreten wurde. Von Bedrohung und Notwehr könne keine Rede sein, befand der Richter. „Der Angeklagte hätte nur die Wohnungstür nicht öffnen müssen.“

Mann mit Samuraischwert getötet
Ein 47 Jahre alter Mann hat in Hückelhoven im Kreis Heinsberg im September 2021 einen 37-Jährigen mit dem Schwert getötet und einen 57-Jährigen verletzt. © Ralf Röger/dpa

Eine psychiatrische Gutachterin hat dem Angeklagten eine „schizoaffektive Störung mit manischen Phasen“ bescheinigt. Der 47-Jährige sei realitätsentrückt und habe eine auffällig gestörte Impulskontrolle. Der 47-Jährige soll bereits Monate vor der Tat das Opfer, dessen Familie und weitere Bewohner in dem Wohngebiet bedroht und beleidigt haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verteidiger will es anfechten.

In einer anderen Stadt in NRW nahm ein Familienstreit ein blutiges Ende: Ein Mann verletzte seinen Vater mit einem Messer lebensgefährlich. Eine Mordkommission ermittelt.

- Deutsche Presse-Agenteur (dpa)

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