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„Wetter begünstigt das“: große Mücke in NRW auf dem Vormarsch

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Die asiatische Tigermücke (links) wird oft mit der heimischen Ringelmücke (rechts) verwechselt.
Die asiatische Tigermücke (links) wird oft mit der heimischen Ringelmücke (rechts) verwechselt. © dpa/KEYSTONE/Ennio Leanza/IMAGO/blickwinkel (merkur.de-Collage)

In NRW gibt es in diesem Sommer besonders viele Mücken. Dabei ist eine größere Art auf dem Vormarsch. Das hängt mit dem Wetter zusammen.

Hamm – Es summt und brummt überall. Wer die (wenigen) Sonnenstunden in Nordrhein-Westfalen auf dem Balkon oder im Garten genießt, bekommt viel Besuch von Hummeln, Bienen, Wespen und anderen fliegenden Tierchen. Manche verirren sich auch in die Wohnung oder das Haus – und nachts im Schlafzimmer vernimmt man plötzlich das nervige Summen einer Mücke. Keine Seltenheit dieser Tage. Eine Art ist dabei auf dem Vormarsch.

Große Mücke in NRW auf dem Vormarsch: „Wetter begünstigt das“

„In diesem Jahr gibt es vergleichsweise viele Mücken in NRW“, bestätigt Birgit Königs vom NABU im Gespräch mit wa.de. Das Wetter biete ideale Bedingungen. „Es regnet viel und temporär bilden sich kleinere und größere Gewässer. Wenn es dann noch warm ist, entwickeln sich die Mücken schnell“, sagt sie. Viele Mücken, ja. Eine Plage, nein. Davon will jedenfalls die Naturschützerin nichts wissen. Aus einem guten Grund.

Weltweit leidet die Natur an einem flächendeckenden Insektensterben. Dazu trägt auch der Klimawandel bei, dessen Auswirkungen wir bereits in NRW regelmäßig zu spüren bekommen. Geht es dem Klima nicht gut, geht es den Insekten nicht gut – und schließlich auch nicht den Menschen. Als Krone der Schöpfung sind wir trotz allem auf die krabbelnden und fliegenden Tierchen angewiesen. Auch auf Mücken.

„Sie bilden einen wichtigen Teil der Nahrungskette“, sagt Königs vom NABU. Vögel und Fledermäuse etwa würden Mücken als Nahrungsquelle nutzen. Sie stützen also auch die so wichtige Biodiversität. Selbst wenn ihre Stiche jucken und nerven, sollte man sie daher vielleicht nicht unbedingt töten. Es gibt andere Mittel und Wege.

Fliegengitter schützen vor Mücken in Haus und Wohnung

„Man kann Fliegengitter vor Fenster und Türen hängen, dann kommen die Mücken gar nicht erst ins Haus oder die Wohnung“, sagt Königs. Auch könne man seine Haut mit den „gängigen Mitteln“ einsprühen oder „man meidet einfach Gegenden, in denen Mücken besonders häufig vorkommen“.

Dazu zählen sicherlich Felder und Wiesen in Gewässernähe sowie Flüsse, Bäche und Seen. Auch der Gartenteich dürfte in jedem Fall ein beliebtes Habitat der Mücke sein. Eine große Art scheint sich in diesem Jahr besonders auszubreiten und wird gerne mal mit der – zum Teil gefährlichen – Tigermücke verwechselt.

Am häufigsten kommen Hausmücken in NRW vor

Die Hausmücken bilden die häufigste Art. „Sie sind relativ klein“, sagt Königs vom NABU. Wer in diesem Sommer aber schon größere Mücken in den heimischen vier Wänden entdeckt hat, hat sich keineswegs verguckt. „Die Ringelmücke kommt dieses Jahr häufiger vor“, meint Königs. Sie bevorzuge Gewässer, man finde sie aber auch in Gärten und in der Nähe von Häusern und Wohnungen – was wiederum an dem perfekten Mücken-Wetter liegt, das aktuell vorherrscht.

Stiche von Haus- und Ringelmücke

Die Stiche der kleineren Hausmücke und der etwas größeren Ringelmücke unterscheiden sich kaum. Beide jucken, Schmerzen sollten sie aber keine verursachen. „Die Folgen der Stiche sind identisch – es sei denn, man reagiert allergisch darauf“, sagt Birgit Königs vom NABU.

Ringelmücke ist größer als Hausmücke

Die Ringelmücke sei ein „ein bisschen beeindruckender als eine normale Mücke und summt etwas tiefer“, erklärt Königs. Zudem habe sie geringelte Beine. Der Unterschied zur Asiatischen Tigermücke: „Die ist in NRW kaum verbreitet und etwas kleiner als die Ringelmücke.“ Vor ihrem Stich muss sich also niemand fürchten – in der Regel juckt er nur.

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