Tierschutzbund warnt: Urlaubszeit belastet Tierheime

+
? Der Deutsche Tierschutzbund verzeichnet im Sommer deutlich mehr Tiere in Heimen.

BONN - Die Ferien stehen bevor - ab an den Strand. Aber wohin mit dem Hund? Der Deutsche Tierschutzbund verzeichnet im Sommer deutlich mehr Tiere in Heimen. Schuld sei schlechte Planung und Überforderung der Halter.

Mit Beginn der Schulferien in Nordrhein-Westfalen in dieser Woche sieht der Deutsche Tierschutzbund in Bonn wieder hohe Belastungen auf die Tierheime zukommen. In den Sommermonaten müssten viele Heime deutlich mehr Tiere aufnehmen, sagt Tierschutzbund-Sprecher Marius Tünte - dabei seien viele Häuser ohnehin schon an der Grenze ihrer Kapazität. "Viele Leute wollen in den Urlaub, wissen aber nicht, wohin mit den Tieren."

Von Mai bis September warten in deutschen Tierheimen im Schnitt rund 70.000 Tiere mehr auf Vermittlung als in den übrigen Monaten. Insgesamt nehmen die Unterkünfte im Jahr rund 300.000 Tiere auf, die häufig mehrere Monate dort bleiben. Die Zahlen entstammen der Umfrage des Verbands unter seinen 500 angeschlossenen Tierheimen aus dem Jahr 2009, eine Neuauflage soll dieses Jahr folgen.

Viele überforderte Tierhalter gäben ihre Tiere ab, aber immer wieder setzten sie sie auch aus, sagt Tünte. "Der Klassiker ist der Hund, der an der Raststätte angeleint ist. Das gibt es immer noch." Aber auch exotische Arten wie Schildkröten oder andere Reptilien tauchten mittlerweile häufig in den Heimen auf.

Das Tierheim Essen spürt den Anstieg. "Im Sommer werden deutlich mehr Tiere abgegeben", bestätigt Leiterin Bärbel Thomassen. Allerdings seien beim guten Wetter auch mehr Leute im Freien unterwegs, die Tiere finden - das könne auch zu den hohen Zahlen beitragen.

In Düsseldorf dagegen stechen die Sommermonate nicht mehr heraus. "Vor fünf oder sechs Jahren haben wir noch deutlich mehr Tiere aufgenommen", sagt Frank Gassmann, stellvertretender Tierheimleiter. Heute müsse die Unterkunft über das ganze Jahr hinweg viele Tiere aufnehmen.

Von Jahr zu Jahr unterschiedlich ist es wiederum im Tierheim Neuss, wie Tierpflegerin Stephanie Mack feststellt. Wenn es im Sommer einen Anstieg gebe, konzentriere er sich aber stark auf die Schulferien. "Dann merken manche Familien, dass sich keiner um das Tier kümmern kann."

Schuld sei die Gedankenlosigkeit schon beim Kauf des Tieres oder die schlechte Planung des Urlaubs, sagt Tierschutzbund-Sprecher Tünte. Dabei gebe es durchaus Alternativen: Tierpensionen, tierfreundliche Hotels, hilfreiche Nachbarn. Der Verband vermittelt darüber hinaus Tierhalter, die gegenseitig Hund oder Katze betreuen wollen. - lnw

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.