Hundebabys zu jung und krank

Tierhandel in NRW: Polizei rettet 18 Welpen aus verdreckten Wohnungen

Tierhandel in NRW: Die Polizei Paderborn hat über eine Ebay-Kleinanzeige 18 Welpen aus verdreckten Wohnungen gerettet. Eines der Hundebabys ist mittlerweile verstorben.

Paderborn - Immer wieder stößt die Polizei auf illegale Tiertransporte und Betrugsfälle beim Handel mit Hunden. In den meisten Fällen sind es Welpen, die im schlechten Zustand weitervermittelt werden. Die zum Teil sehr kranken Tiere besitzen gefälschte Impfausweise, um sie als gesund zu verkaufen. Über eine Ebay-Kleinanzeige sind Beamte in Nordrhein-Westfalen jetzt erneut Betrügern auf die Schliche gekommen.

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,93 Millionen (2019

Tierhandel in NRW: Polizei rettet 18 Welpen aus verdreckten Wohnungen

Laut Polizei wurden süße kleine Malteser-Hundewelpen in Paderborn angeboten. Die Beamten der Kripo wurden stutzig: Erst Mitte Juni hatten Ermittler dubiose Tierhändler in Paderborn hochgenommen, die mit viel zu jungen und todkranken Malteser-Welpen Geschäfte machten. Die neue Verkaufsanzeige habe dem damaligen Inserat, das zu den Ermittlungen führte, sehr ähnlich gesehen, schildert die Polizei.

Auch dem Veterinäramt des Kreises Paderborn und anderen Hundebesitzern sei die neue Annonce aufgefallen. Alle hätten vermutet, dass auch hinter diesem Inserat kriminelle Interessen stecken könnten.

Welpenhandel in NRW: Polizei Paderborn findet 18 Hundebabys - ein Tier verstorben

Nach kurzer Rücksprache mit der Paderborner Staatsanwaltschaft plante die Polizei eine Kontrolle an der ermittelten Anschrift in Bad Lippspringe. Am vergangenen Freitag (9. Juli) erfolgte dann der überraschende Besuch der Kripobeamten. Sie trafen laut Polizei unter anderem eine 25-jährige Frau und einen 44-jährigen Mann an,  die als Initiatoren des Hundehandels gelten.

Tatsächlich entdeckten die Beamten in verschiedenen Räumen von zwei Wohnungen und im Keller insgesamt 18 Welpen verschiedener Rassen. „Einige sehr junge Malteser-Welpen, die vermutlich deutlich zu früh vom Muttertier getrennt wurden und teilweise krank erschienen, wurden in Käfigen und Verschlägen gehalten“, schildert die Polizei weiter. Die Räume seien teil mit Kot und Urin verdreckt gewesen.

Die Polizei zog das Veterinäramt hinzu. Alle Tiere wurden sichergestellt. Mitarbeiter der Tierheims Paderborn holten die Welpen ab. Laut Polizei ist einer der kranken Welpen mittlerweile verstorben, weitere müssen noch behandelt werden.

„Die Ermittlungen ergaben, dass die Tatverdächtigen bei ihren Ebay-Accounts mit falschen Personalien agierten. Es besteht der Verdacht, dass die angebotenen Tiere mit erschlichenen Impfausweisen ausgestattet als gesund verkauft werden sollten“, heißt es von der Kreispolizeibehörde Paderborn. Laut erster Erkenntnisse sollen bereits über ein Dutzend Tiere verkauft worden sein.

Nicht der erste Fall: Illegaler Handel mit todkranken Welpen in NRW aufgeflogen

Bei dem illegalen Welpenhandel im Juni sind die Ermittler auf ein anderes Händlerpärchen - beide erst 19 Jahre alt - aufmerksam geworden. Sie hatten in Paderborn und Marienloh Wohnungen angemietet und aus diesen über Ebay mit kranken Hundebabys gehandelt.

Das fiel auf, als sich Hundebesitzer aus Niedersachsen, deren Welpe kurz nach dem Kauf gestorben war, bei der Polizei in Paderborn meldeten und Anzeige erstatten. Sie hatten laut Polizei selbst einen neuen Welpen-Kauf initiiert, bei dem Fahnder aus Paderborn dann dabei waren. „So konnten die Tatverdächtigen dingfest gemacht werden. Zwei Welpen und ein Muttertier hatte die Polizei bei dem Zugriff sichergestellt. Beide Welpen waren todkrank und starben kurz darauf im Tierheim“, so die Polizei weiter.

Die Ermittlungen sind in beiden Fällen noch nicht abgeschlossen. Der Mann und die Frau im aktuellen Fall stehen unter Verdacht, beim Tierhandel betrogen und gegen das Tierschutzgesetz verstoßen zu haben.

Möglicherwiese gibt es weitere Geschädigte, deren Hundewelpen kurz nach dem Kauf gestorben sind.

Rubriklistenbild: © Andrea Warnecke/dpa

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