Digitaler Parteitag

Thomas Kutschaty ist neuer Chef der NRW-SPD

Thomas Kutschaty will neuer NRW-SPD-Chef werden.
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Thomas Kutschaty ist neuer NRW-SPD-Chef.

Thomas Kutschaty ist neuer Vorsitzender der NRW-SPD. Auf einem digitalen Parteitag in Neuss fuhr der 52-Jährige ein sehr gutes Ergebnis ein, für den Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion aus Essen votierten 90,5 Prozent der Delegierten.

Neuss – Der frühere NRW-Justizminister war der einzige Kandidat. Er löst damit Sebastian Hartmann ab, der nach einem monatelangen Machtkampf nicht mehr angetreten war. Kutschaty hat ein großes Ziel. Er will bei der Landtagswahl 2022 NRW-Ministerpräsident werden.

Der Sozialdemokrat erhielt bei der elektronischen Abstimmung am Samstag 400 von 442 gültigen Stimmen. 33 Delegierte stimmten gegen ihn, neun enthielten sich. Die Entscheidung muss noch formal per Briefwahl bestätigt werden.

Kutschaty zeigte sich nach seiner Wahl „überwältigt und begeistert“ von diesem Ergebnis. Er sei bis in die letzte Pore und letzte Haarspitze motiviert, um die SPD wieder zu Wahlerfolgen zu führen. Lob gab es von den beiden Bundesvorsitzenden. Norbert Walter-Borjans sprach von einem „grandiosen Ergebnis“, Saskia Esken bescheinigte den Parteitagsdelegierten, eine „kluge Entscheidung“ getroffen zu haben.

Kutschaty hielt eine kämpferische Rede und warb mit klassischen SPD-Themen für einen sozialen Neustart. Er sagte Unternehmen den Kampf an, die Gründungen von Betriebsräten verhindern wollen. Die SPD stehe für bezahlbare Mieten, kostenfreie Bildung und eine gerechte Umwelt- und Gesundheitspolitik. „Es gibt keine Menschen erster oder zweiter Klasse“, sagte Kutschaty. Der Geburtsort dürfe nicht über die Bildungschancen, der Klang des Nachnamens nicht über den Kredit oder die Wohnung entscheiden. „Egal wo du wohnst, du kannst alles werden“, dass müsse doch selbstverständlich werden, so Kutschaty.

Auf tosenden Beifall musste Kutschaty verzichten. Wegen der Corona-Pandemie fand der Parteitag komplett digital statt, nur ein kleiner Kreis kam in einem Kongresszentrum in Neuss zusammen – getestet und mit Masken.

Abgestraft für die schwachen Umfragewerte der Partei wurde Generalsekretärin Nadja Lüders. Die Dortmunderin erhielt bei ihrer Wiederwahl lediglich 60 Prozent der Stimmen. 

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