Aus Angreifer wurde Opfer

Streit in Flüchtlingsunterkunft eskaliert: 18-Jähriger schwebt weiter in Lebensgefahr

Baseballschläger liegt auf weißem Boden.
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Nicht nur einen Baseballschläger, auch ein Messer und einen Hammer sollen zwei Brüder mitgenommen haben, als sie einen Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft in Telgte attackierten (Symbolbild).

Mit Messer, Hammer und Baseballschläger bewaffnet sollen zwei Brüder gezielt einen Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft aufgesucht haben. Aus den Angreifern wurden aber Opfer.

  • Ein 18-Jähriger schwebt nach einer Auseinandersetzung noch immer in Lebensgefahr.
  • Er soll mit seinem Bruder einen Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft in Telgte zunächst attackiert haben.
  • Bewaffnet war er bei dem Angriff mit einem Baseballschläger, einem Messer und einem Hammer.

Update, 1. September, 13.19 Uhr: Nach dem gezielten Angriff von Samstagabend (29. August) in einer Flüchtlingseinrichtung in Telgte folgte ein Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft und erließ nach aktuellen Angaben der Ermittler vier Haftbefehle: gegen zwei beschuldigte Bewohner der Unterkunft (29/40) jeweils wegen des Verdachts des versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Sie kamen in Untersuchungshaft.

Stadt Telgte
Einwohner19.911 (Stand Dezember 2019)
RegierungsbezirkMünster
Bundesland Nordrhein-Westfalen

Der Haftbefehl gegen den zweiten 29-Jährigen, den Bruder des 18-jährigen Opfers, sei unter anderem wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln erlassen worden. Bei dem 30-Jährigen, der mit einem BMW vom Tatort geflüchtet und in Münster festgenommen worden sei, umfasse der Haftbefehl unter anderem den Verdacht der Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung und des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln. Dieser Haftbefehl sei aber unter Meldeauflagen außer Vollzug gesetzt worden.

Ein 18-Jähriger war bei der Auseinandersetzung schwer verletzt worden und schwebt weiterhin in Lebensgefahr. Die Ermittlungen insbesondere zu den Hintergründen der Auseinandersetzung dauerten an, hieß es.

Angriff in Flüchtlingsunterkunft: Fünf Personen an Streit beteiligt

Erstmeldung, 31. August, 17.00 Uhr: Ein 18-Jähriger wurde am Samstagabend gegen 23.46 Uhr in der Straße Orkotten in Telgte lebensgefährlich verletzt. Ursache war eine Auseinandersetzung. Die Ermittlungsbehörden beim Polizeipräsidium Münster richteten eine Mordkommission unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Dirk Bommert ein, berichtet wa.de*.

Nach ersten Erkenntnissen seien drei Münsteraner im Alter von 18, 29 und 30 Jahren nach Telgte gefahren, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung. Die Jüngeren, hierbei handelt es sich um Brüder, sollen gezielt die Unterkunft eines 40-Jährigen in einer Flüchtlingseinrichtung aufgesucht haben. Dabei sollen sie maskiert gewesen sein. Außerdem bewaffnet mit einem Baseballschläger, einem Hammer und einem Messer. Die beiden sollen den 40-Jährigen in seinem Zimmer angegriffen haben.

Mit Baseballschläger, Hammer und Messer bewaffnet: Angriff in Flüchtlingsunterkunft

Wie die Polizei mitteilte, konnte der Mann den Angriff zunächst abwehren. Dem Mann ist auch ein 29-jähriger Mitbewohner zur Hilfe geeilt. Er soll sich an der sich entwickelnden Auseinandersetzung beteiligt haben. „Dabei erlitt der 18-Jährige lebensgefährliche Kopfverletzungen und sein Bruder schwere Gesichtsverletzungen“, berichtet die Polizei.

„Die genaue Tatbeteiligung der fünf Beteiligten und die Hintergründe des Angriffs sind nun Bestandteil der weiteren Ermittlungen, wir stehen hier noch ganz am Anfang. Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund liegen nicht vor“, erklärte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt.

Brüder im Krankenhaus: 18-Jähriger in Lebensgefahr

„Nach der Tat flüchtete der 30-Jährige mit dem BMW alleine aus Telgte und konnte in Münster im Rahmen der Fahndung gestellt und festgenommen werden. In dem Wagen fanden die Beamten verschiedene Betäubungsmittel, unter anderem circa 385 Gramm Marihuana“, erläuterte der Leiter der Mordkommission Dirk Bommert.

Die alarmierten Polizisten nahmen die beiden Männer im Alter von 29 Jahren und den 40-Jährigen noch vor Ort fest. Die Ermittlungen dauern an. Erst vor Kurzem ist ein Mann nach einem brutalen Überfall in Dortmund gestorben*: Er war auf dem Weg vom Kiosk nach Hause. - *wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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