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2G-Regel im Supermarkt: Bundesländer räumen Händlern Option ein - folgt NRW?

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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In Niedersachsen und Hessen dürfen Supermärkte die 2G-Regel anwenden. Folgt NRW angesichts steigender Corona-Zahlen? Aldi, Rewe, Kaufland und andere haben sich geäußert. 

Hamm - Dürfen in NRW bald nur noch Geimpfte oder Genesene in Supermärkten einkaufen? In Hessen und Niedersachsen können Händler die 2G-Regel anwenden, wenn sie denn wollen. Angesichts steigender Corona-Zahlen könnte auch NRW reagieren. Die großen Handelsketten haben sich positioniert.

LandNordrhein-Westfalen
Fläche34.098 km²
Einwohner17.925.570 (2020)
HauptstadtDüsseldorf

2G-Regel im Supermarkt: Bundesländer räumen Händlern Option ein - folgt NRW?

Wer einen Supermarkt betritt, der muss eine Maske tragen und Abstand zu anderen Personen halten. Mittlerweile stehen überall Spender mit Desinfektionsmittel zur Verfügung, um Hände und Einkaufswagen keimfrei zu halten. Seit Beginn der Pandemie ist es beim Einkaufen die Corona-Routine.

Der 7-Tage-Inzidenzwert liegt aber auch in NRW über dem Wert 100. Da ist es nicht verwunderlich, dass zur Eindämmung der Corona-Pandemie über weitere Maßnahmen diskutiert wird - so auch in den Supermärkten.

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach ist skeptisch: „Der Zugang zu Grundnahrungsmitteln und anderen Produkten zur Grundversorgung muss allen Menschen offenstehen, auch Ungeimpften.“ Mit der Maskenpflicht gebe es eine sichere Alternative zur 2G-Regel. Dabei ist Lauterbach generell ein Verfechter von 2G im Einzelhandel. „Wenn Einzelhändler 2G durchsetzen, könnten sie Menschen ohne Maske ins Geschäft lassen. Das halte ich für sicher“, sagte Lauterbach. Die Anwendung der 2G-Regel würde beispielsweise dazu führen, dass keine Masken mehr beim Einkaufen getragen werden müssen.

2G-Regel im Supermarkt: Händler wollen Einkaufen weiter allen ermöglichen

Doch Supermärkte und Discounter ziehen die 2G-Option derzeit nicht in Betracht. Auf Nachfrage von echo24.de erklärte eine Sprecherin von Kaufland: „Als Lebensmitteleinzelhändler, der die Grundversorgung sicherstellt, sind wir von der 2G-Regelung nicht betroffen. Wir werden diese weder in noch außerhalb Hessens umsetzen. In unseren Filialen gelten nach wie vor die bekannten Abstands- und Hygieneregeln sowie die Maskenpflicht.“ Rewe, Aldi, Lidl und Co. haben sich zuvor ähnlich geäußert - auch sie wollen weiter Ungeimpften die Möglichkeit zum Einkaufen ermöglichen.

In der neuen Coronaschutzverordnung des Landes NRW, die am 29. Oktober in Kraft getreten ist, gibt es keine 2G-Option für den Einzelhandel. Gastronomiebetriebe können aber weiter selbst entscheiden, nur geimpfte oder genesene Menschen einzulassen.

Symbolbild - Inflationsrate
2G-Regel im Supermarkt: Zwei Bundesländer lassen die Händler entscheiden. © Fabian Sommer/dpa

Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht die 2G-Regel kritisch. Zwar sei die Entscheidung für ein mögliches 2G im Lebensmittelhandel grundsätzlich positiv, sagte HDE-Geschäftsführer Stefan Genth der Welt, denn so liege die Entscheidung schlussendlich bei den Händlern. Allerdings warnt der Verband vor den Folgen von 2G: Vor den Geschäften könne es zu langen Schlangen führen. Die Nachweis-Kontrollen könnten viel Zeit in Anspruch nehmen.

2G-Regel im Supermarkt: Klagewelle möglich?

Klar ist auch: Eine Umsetzung der 2G-Regel im Supermärkten würde einen Teil der Kundschaft ausschließen. Weniger Besucher bedeuten schlichtweg auch weniger Umsatz. Darüber hinaus muss in Deutschland die Grundversorgung für alle Menschen gewährleistet werden - dazu gehören auch Supermärkte. Besonders in ländlichen Gegenden könnte eine Umsetzung der 2G-Option dafür sorgen, dass einige Ortsansässige keine Einkaufsmöglichkeit mehr hätten. Das könnte zahlreiche Klagen nach sich ziehen, vermutet Günther Neufeldt aus der ZDF-Redaktion „Recht und Justiz“. Und: Diese könnten vor Gericht durchaus Zuspruch erhalten, wie der Experte weiter erklärt.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat einen Lockdown für Ungeimpfte zuletzt nicht mehr ausgeschlossen, sollte die Corona-Lage massiv zuspitzen. Aber auch im letzten Lockdown war der Einkauf im Supermarkt weiter möglich.

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