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Sturm, Orkan oder einfach nur Wind? Eine Skala ist entscheidend

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Von: Michael Schlösser

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Wann ist ein Wind ein Sturm und wann sogar ein Orkan? Entscheidend ist eine Skala, auf der 12 Windstärken definiert sind. Namensgeber war ein Seefahrer.

Vom leisen Zug bis zum Orkan, von Windstärke 1 bis Windstärke 12. Für jeden Wind gibt es eine korrekte Bezeichnung. Sie stehen in der Beaufort-Skala, die es seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt. Ihren heutigen Namen bekam sie aber erst im 20. Jahrhundert.

Wer war Francis Beaufort? Der 1774 im heutigen Irland geborene Beaufort war Seefahrer und Spezialist für das Erstellen von Seekarten. 1829 wurde er Hydrograf der britischen Admiralität. 1848 wurde er sogar zum Ritter ernannt und durfte den Namenszusatz „Sir“ führen.

Sturm Ignatz Kreis Soest
Ein Seefahrer entwickelte die Skala für Windstärken. Es war Francis Beaufort. © Daniel Schröder

Wind, Sturm oder Orkan: Beaufort-Skala gibt die Antwort

Die Ursprünge seiner Windskala liegen bereits Anfang des 19. Jahrhunderts. Beaufort führte Tagebuch, schätzte Winde ein und trug sie in eine Skala von „Windstille“ bis „Sturm“ ein. Diese Skala wurde bis Mitte des 19. Jahrhunderts immer weiter verbreitet und dann sogar offiziell von der britischen Admiralität eingesetzt. 1906 erstellte der britische Wetterdienst eine Version der Skala, die letztendlich als Beaufort-Skala bekannt geworden ist.

In der Beaufort-Skala sind nun genaue Windgeschwindigkeiten den Windstärken zugeordnet. Auch gibt es für jede Windstärke eine genaue Bezeichnung. Von Windstille bis Orkan.

WindstärkeWindgeschwindigkeitBezeichnung
0weniger als 2 km/hWindstille
12 bis 7 km/hLeiser Zug
28 bis 13 km/hLeichte Brise
314 bis 20 km/hSchwache Brise
421 bis 29 km/hMäßige Brise
530 bis 40 km/hFrischer Wind
641 bis 51 km/hStarker Wind
752 bis 62 km/hSteifer Wind
863 bis 75 km/hStürmischer Wind
976 bis 88 km/hSturm
1089 bis 103 km/hSchwerer Sturm
11104 bis 118 km/hOrkanartiger Sturm
12über 118 km/hOrkan

Wind: Wie entsteht er überhaupt?

Am Anfang steht natürlich die Frage, wie Wind überhaupt entsteht. Die häufigste Ursache sind Unterschiede im Luftdruck. So bewegen sich die Luftteilchen aus dem Hochdruckgebiet so lange in das Tiefdruckgebiet, bis der Druck ausgeglichen ist. Damit handelt es sich physikalisch gesehen um einen Massenstrom. Dieser folgt dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik.

In der Regel wird direkt die Windrichtung angegeben. Zumeist wird die Windrichtung mithilfe der Himmelsrichtung angegeben, aus der der Wind kommt. Kommt der Wind also aus dem Westen, hat man es mit einem Westwind zu tun. Die Windrichtung wird von der Corioliskraft abgelenkt: auf der Nordhalbkugel nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links. Ablenkungen können durch eine Reibung des Geländes entstehen. Das sind Föhn, Fallwind, Aufwind, Talwind und Bergwind). Außerdem kann Wind durch die Zentrifugalkraft abgelenkt werden (bei rotierenden Systemen).

Windstärke: Wie wird sie gemessen?

Windstärke misst man in Meter pro Sekunde (m/s), in Kilometer pro Stunde (km/h) oder in Knoten (in der Seefahrt) gemessen. Ein Knoten (kn) entspricht 1,852 Kilometer pro Stunde. Mit der Beaufort-Skala lassen sich die Winde so anhand der Windgeschwindigkeit einteilen.

Ab welcher Windstärke es gefährlich wird, lässt sich nicht eindeutig sagen. Bei Windstärke 5 schwanken kleinere Laubbäume - das ist erstmal noch nicht riskant. Gefährlich wird es auf jeden Fall ab Windstärke 8: Dann können Zweige und sogar Äste von Bäumen herabfallen. Ab Windstärke 10 können ganze Bäume abbrechen und ab Windstärke 11 sogar entwurzeln.

Eine Frau, bekleidet mit einem Regenschutz, geht bei Sturm auf einem Steg an der Ostsee entlang.
Speziell die Küsten sind von Stürmen bedroht. © Marcin Bielecki/dpa

In den vergangenen 50 Jahren trafen 5 besonders schwere Orkane auf Deutschland:

Sturm Lüdenscheid
Stürme haben in Deutschland schon große Schäden verursacht. © Cedric Nougrigat

Wind und Orkan: Warum bekommen sie Namen?

Ein Sturm oder ein Orkan hat in der Regel einen Namen. Genau gesagt, hat das dazugehörige Tief diesen Namen bekommen. Dies ist in Deutschland seit Mitte der 1950er-Jahre der Fall. Seitdem bekommen Hochs und Tiefs in Deutschland einen Namen. Natürlich folgt die Namensgebung einem System. Jedes Jahr startet man mit dem Buchstaben A und geht dann im Alphabet Schritt für Schritt vorwärts. Sobald man beim Z angekommen ist, geht es von vorne los.

Damit Männer oder Frauen nicht diskriminiert werden, wechseln Jahr für Jahr die Männer- und Frauennamen bei Hochs und Tief. So können in einem Jahr die Männer für schönes Wetter (Hoch) sorgen und im folgenden Jahr die Frauen.

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