Gute Noten für verkürztes Referendariat

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Die nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne)

DÜSSELDORF - Lehrer sein will gelernt sein. In NRW wurde das Referendariat für Pädagogen um ein halbes Jahr auf 18 Monate verkürzt. Aber die angehenden Lehrer werden in der neuen Rolle nicht sich selbst überlassen. Sie bekommen auch Coaching und Beratung.

Die verkürzte Referendarzeit für Lehrer kommt bei den angehenden Pädagogen und ihren Ausbildern gut an. Dies ist das Resultat einer am Montag in Düsseldorf vorgestellten, repräsentativen Studie unter knapp 400 Befragten. Seit Ende 2011 ist das Referendariat für Lehrer in NRW um ein halbes Jahr verkürzt auf 18 Monate. Neu eingeführt wurde unter anderem eine Beratung mit Coachingelementen und sowie ein Eingangs- und Perspektivgespräch für die angehenden Lehrer. In NRW gibt es derzeit 14 000 Lehramtsanwärter.

Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) zeigte sich bei der Vorstellung zufrieden. "Der neue Vorbereitungsdienst rückt die Lehrerpersönlichkeit in den Mittelpunkt", sagte sie. Durch besser vorbereitete Lehrer werde das Schulsystem leistungsfähiger und sozial gerechter. Die Schulen seien auf gut ausgebildete Lehrkräfte angewiesen, die mit uneinheitlichen Lerngruppen umgehen können. Die Neuerungen orientieren sich an den bundesweiten Standards der Kultusministerkonferenz für die Lehrerausbildung.

"Insgesamt werden die neu eingeführten Elemente von allen Beteiligten gut aufgenommen und positiv bewertet", sagte die Leiterin der Studie, die Frankfurter Psychologin Prof. Mareike Kunter. Ein Problem sei die zeitliche Belastung bei der Umsetzung sowohl für die Seminarleiter als auch die Lehramtsanwärter. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erklärte in einer Stellungnahme, es gebe Berichte über einen "enormen Zeitdruck". Die Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte gilt als eine wichtige Voraussetzung für die Qualität des Schulsystems.

Von 2015 an sollen die künftigen Pädagogen auch schon in der Ausbildungsphase an der Universität ein Praxissemester einlegen, um das Schulleben kennenzulernen. - dpa

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