Tarifverhandlungen

Streiks am Donnerstag: Edeka, Rewe, Kaufland und viele andere Läden heute betroffen

Edeka, Rewe, Kaufland und viele andere Läden in NRW könnten am Donnerstag geschlossen bleiben oder nur eingeschränkt öffnen. Verdi ruft heute zum Streik auf.

Hamm - Kein Ergebnis gab es nach den jüngsten Tarifverhandlungen im Einzelhandel in der vergangenen Woche. Weitere Verhandlungen sind für den Freitag angesetzt. Doch vorher wollen auch Beschäftigte des Groß- und Außenhandels erneut den Druck erhöhen: Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) ruft am Donnerstag, 9. September, ganztägig zu landesweiten Streiks in beiden Handelsbranchen auf. Das könnte kurz vor dem Wochenende auch Konsequenzen für Kunden im Einzelhandel haben.

Verdi-Streik in NRW heute: Edeka, Rewe, Kaufland und viele andere Läden betroffen

Denn von dem Streik in Nordrhein-Westfalen sind die großen Supermarkt-Ketten wie Edeka, Rewe und Kaufland betroffen. Auch viele andere Geschäfte könnten aufgrund des von Verdi ausgerufenen Streiks geschlossen bleiben - darunter H&M, Douglas, Ikea, Saturn oder Primark.

Verdi-Verhandlungsführerin Silke Zimmer erklärt: „Die Beschäftigten beider Branchen sind stinksauer. Im Einzelhandel wurden die Verhandlungen in der letzten Woche beendet, weil die Arbeitgeber uns nur in Trippelschritten entgegengekommen sind. Im Groß- und Außenhandel gibt es seit Mai kein verbessertes Angebot, und die zuletzt angesetzte Verhandlung vom 9. Juli hat die Arbeitgeberseite kurzfristig abgesagt.“

Demnach ließen Arbeitgeber den Willen nicht erkennen, „mit uns zu einer fairen Einigung zu kommen. Stattdessen halten sie die Beschäftigten des Handels seit über vier Monaten hin. Mit den vorliegenden Angeboten sind wir noch immer meilenweit von einem Tarifabschluss entfernt.“

Verdi ruft in NRW zum Streik aus: Große Kundgebung am Donnerstag in Dortmund

Nach Verdi-Angaben hätten Groß- und Außenhandel enorme Umsatz-Zuwächse erwirtschaftet, doch das „skandalöse Verhalten“ der Arbeitgeber verschärfe aber den Konflikt. „Alle Beschäftigten des Handels, unabhängig davon, in welcher Teilbranche sie arbeiten, haben in der Corona-Pandemie Herausragendes geleistet und tun dies noch immer“, sagt Silke Zimmer. Dies müsse sich nun in einer fairen Bezahlung bemerkbar machen.

Insgesamt hätten rund 160 Betriebe zum Streik am Donnerstag aufgerufen. Dazu findet ab 11 Uhr eine Kundgebung auf dem Friedensplatz in Dortmund statt. Neben den Streikenden und Verdi-Verhandlungsführerin Silke Zimmer wird auch SPD-Chef Norbert Walter-Borjans erwartet.

Schon Ende August kam es aufgrund des Verdi-Streiks dazu, dass viele Läden - wie Edeka, Rewe oder Kaufland - geschlossen blieben oder nur eingeschränkt geöffnet waren. Konkret fordert Verdi in beiden Branchen - also Groß- und Außenhandel - „4,5 Prozent und 45 Euro mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von 12 Monaten, sowie die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge“, heißt es. Im Einzelhandel fordert Verdi dazu ein Mindestgehalt von 12,50 Euro.

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen/dpa

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