H&M, Kaufland, Edeka und mehr

Heute großer NRW-Streik in Geschäften – auch Supermärkte sind betroffen

Passanten in der Innenstadt von Dortmund
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Der Westenhellweg in der Innenstadt von Dortmund.

Am 27. August kommt es in der Innenstadt von Dortmund und anderen NRW-Städten erneut zum Streik. Viele Geschäfte sind betroffen. Diesmal auch Rewe, Lidl und Edeka.

Dortmund/NRW – In der Innenstadt bummeln und Erledigungen machen könnte sich am heutigen Freitag (27. August) etwas schwieriger gestalten. Denn Mitglieder der Gewerkschaft Verdi streiken bereits zum dritten Mal innerhalb von drei Monaten. Viele Geschäfte des Einzelhandels und Supermärkte bleiben an diesem Tag geschlossen oder sind nur stark eingeschränkt nutzbar, erfuhr RUHR24*.

NameVereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Gründung19. März 2001, Berlin
Mitglieder1.941.071 (Stand: 31. Dezember 2020)

Streik in Dortmund und NRW: Diese Städte und Geschäfte sind betroffen

Wie die Gewerkschaft mitteilt, sind neben Dortmund unter anderem auch folgende NRW-Städte von dem Streik betroffen:

  • Essen
  • Oberhausen
  • Düsseldorf
  • Köln
  • Bonn
  • Duisburg
  • Bochum
  • Herne
  • Gelsenkirchen
  • Recklinghausen
  • Moers

Diese Geschäfte sind am Streikt beteiligt: Kaufland, Edeka Neukauf, Marktkauf, H&M, Douglas, Primark, Ikea, Esprit, Saturn, Smyths Toys, TK-Maxx, Zara, Real, Aldi, Galeria Karstadt-Kaufhof, SportScheck, Rewe und Edeka Schnelllauf.

Streik am 27. August in Dortmund: Das ist der Hintergrund

Hintergrund des Streiks ist die Forderung nach einer Tariflohnerhöhung. Am Mittwoch (1. September) soll die Verhandlung darüber in die nächste Runde gehen. Nach Angaben von Verdi sind rund 502.000 sozialversicherungspflichtig und 197.000 geringfügig Beschäftige betroffen. Der Streik in NRW am 27. August soll den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

Das Streitthema ist kein neues. Bereits Mitte Juni 2021 haben mehrere Geschäfte in Dortmund gestreikt*. Im Juli folgte dann die zweite Runde des NRW-Streiks*.

„Die Beschäftigten werden seit dem 1. Mai hingehalten“, so ver.di-Verhandlungsführerin Silke Zimmer. „Anstatt am Verhandlungstisch zu einem Ergebnis zu kommen, haben die Arbeitgeber versucht, die Beschäftigten mit freiwilligen Vorweganhebungen abzuspeisen und so die Streiks zu brechen.“ Dieses Verhalten würde nicht zur tatsächlichen Lösung des Konfliktes um den Tariflohn beitragen.

Streik in Dortmund und NRW: Einmalzahlungen reichen nicht aus

Konkret fordert Verdi 4,5 Prozent und 45 Euro mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen. Im Einzelhandel fordert Verdi zusätzlich ein Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde.

Der Arbeitgeberverband hingegen hätte seinen tarifgebundenen Mitgliedsunternehmen bisher eine Entgelterhöhung von 2 Prozent zu zahlen. Außerdem bestehe die Option einer Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro für die Beschäftigten. Wann diese Summe überwiesen werden könne, hat der Verband den Unternehmen selbst überlassen.

Video: Dortmund - Die Stadt im Ruhrgebiet 

Verdi zeigt sich mit diesem Vorschlag allerdings nicht zufrieden. „Freiwillige Zahlungen bieten den Beschäftigten keinerlei rechtlichen Anspruch“, erläutert Zimmer. Diese Sicherheit würden nur Tarifverträge bieten. Von dem Vorschlag des Arbeitgeberverbandes würden sich die Beschäftigten des Einzelhandels außerdem „nicht beeindrucken“ lassen: „Sie haben in den letzten Wochen gezeigt, dass sie diese freiwillige Erhöhung nicht akzeptieren, weil sie bei weitem nicht ausreicht.“

Streik in Dortmund und anderen NRW-Städten: Verhandlungen in Recklinghausen am 1. September

Für die nächste Verhandlung hoffe Verdi, dass der Arbeitgeberverband seinen bisherigen Vorschlag nochmal überdenkt und sich die „Haltung deutlich verändert“ habe. „Sie müssen jetzt ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden und für die Heldinnen und Helden des vergangenen Jahres zu dem Abschluss kommen, den diese nicht nur mehr als verdient haben, sondern auch unbedingt brauchen“, so Zimmer.

Mit den flächendeckenden Streiks in NRW wollen die Beschäftigten ein deutliches Zeichen nach Recklinghausen, wo die Verhandlungen am kommenden Mittwoch weitergehen, senden. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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