Steinkohle-Aus: 600 Millionen für Strukturwandel in der Region

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Das Ende des Bergbaus hat in der hiesigen Region tiefe Spuren hinterlassen.

Unna – Die Landesregierung geht davon aus, dass im Zuge des Kohleausstiegs bis 2038 die Steinkohle-Standorte in NRW rund 600 Millionen Euro an Fördermittel zur Strukturstärkung erhalten werden.

Das sagte Christoph Dammermann, Staatssekretär im NRW-Wirtschaftsministerium, nach einem Treffen mit Vertretern betroffener Kommunen in Unna. An dem Arbeitstreffen nahmen auch die Städte Bergkamen, Hamm und Werne teil.

Vom Ausstieg aus der Kohleverstromung besonders betroffen ist der Kreis Unna mit allein vier Kraftwerken. Einen festen Zeitfahrplan für die Schließung und den Rückbau dieser und anderer Standorte konnte Dammermann noch nicht vorlegen. Dies sei auch in den nächsten ein, zwei Jahren nicht möglich. Das hat verschiedene Gründe: Oberste Prämisse sei die Versorgungssicherheit, diese müsse zu jeder Zeit gewährleistet sein. Eine Rolle spiele zudem der Fortschritt bei Netzausbau und Speicherkapazitäten. Zudem müssten die Entschädigungsforderungen der Kraftwerksbetreiber abgewartet werden.

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Regionale Perspektive erarbeiten

Gleichwohl wollen sich das Land und die Kommunen auf den Tag X vorbereiten. Sie vereinbarten, unter Federführung der Business Metropole Ruhr GmbH eine regionale Perspektive zu erarbeiten, wie der Wegfall von Arbeitsplätzen und Bruttowertschöpfung zu kompensieren ist. Bis zum Sommer nächsten Jahres wird die GmbH beginnend mit Workshops die Kommunen beraten, deren Ideen und innovativen Konzepte für den Strukturwandel koordinieren und schließlich priorisieren.

Dammermann machte deutlich, dass finanzielle Strukturhilfen nicht an Stadt- oder Kreisgrenzen Halt machen dürfen. Er forderte eine regionale Wirtschaftsförderung. Maßstab sei hier die Schaffung von Arbeitsplätzen. Landesweit gibt es noch rund 3400 Arbeitsplätze im Bereich Steinkohle, in Hamm und Bergkamen sind es jeweils um die 110.

Zwölf gut bezahlte Jobs, die in Zukunft gefragt sein werden

Gute Projekt wichtigste Aufgabe

„Unsere Aufgabe ist es jetzt, gute Projekte zu entwickeln“, sagte Marc Berendes, Referatsleiter im OB-Büro der Stadt Hamm. Er begrüßte die Zusage, dass die Fördermittel nicht in den Rückbau der Kraftwerke fließen sollen. „Dann bliebe nicht mehr viel übrig.“ Hans-Joachim Peters, Erster Beigeordneter in Bergkamen, findet den regionalen Ansatz gut und nachvollziehbar. Der Zeitrahmen bis Sommer 2020 sei stramm, aber die Vorgehensweise biete eine große Chance.

Wernes Bürgermeister Lothar Christ verwies darauf, dass das Strukturstärkungsgesetz des Bundes noch nicht im Entwurf vorliegt. Das Gersteinwerk in Werne hat bereits Ende März den Kohleteil K2 vom Netz genommen. „Von einst mehreren hundert Beschäftigten werden, wenn sich nichts tut, am Ende ein Dutzend Mitarbeiter auf der über 60 Hektar großen Fläche verbleiben“, so Christ.

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