Pandemie

Mit Corona-Mutation angesteckt? Marienhospital komplett abgeriegelt – weitere Infektionen

Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer: Möglicherweise haben sich drei Patienten im Marienhospital in Steinfurt mit einer Corona-Mutation infiziert. So geht es jetzt weiter.

Update: 28. Januar. Das Marienhospital in Steinfurt steht derzeit unter besonderer Beobachtung: Drei Patienten sollen sich mit der Corona-Mutation infiziert haben. Bestätigt werden konnte der Verdacht bislang noch nicht – dennoch wurden die Hygieneregeln für das Krankenhaus um ein vielfaches verschärft und Massentests bei Patienten und Angestellten durchgeführt.

Diese ergaben nun, dass sich weitere 15 Personen mit dem Coronavirus infiziert haben – fünf Patienten und zehn Beschäftigte des Marienhospitals in Steinfurt. Eine Corona-Mutation konnte bei den nun festgestellten Infektionen jedoch nicht nachgewiesen werden. Bei den drei zuvor schwer erkrankten Patienten besteht hingegen weiterhin der Verdacht, dass sie sich mit der gefährlichen Mutation von Sars-CoV-2 infiziert haben. Bis kommenden Dienstag (2. Februar) bleibt das Krankenhaus komplett abgeschottet. Die Veränderungen des Virus bereiten den Experten Kopfzerbrechen. Virologe Christian Drosten hat in den ARD-“Tagesthemen“ eine Prognose zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland abgegeben und vor Turbulenzen nach Ostern gewarnt.

Steinfurt: Verdacht auf Corona-Mutation im Marienhospital

Erstmeldung: 26. Januar. Steinfurt – Strenge Vorsichtsmaßnahmen wurden im Marienhospital in Steinfurt zusätzlich zu den geltenden Corona-Regeln* getroffen. Dort hat es einen Ausbruch des Coronavirus gegeben. Bei der weiteren Untersuchung ergaben sich bei drei Personen Hinweise darauf, dass es sich möglicherweise um eine mutierte Form des Virus handeln könnte, wie msl24.de* berichtet.

StadtSteinfurt
Bevölkerung33.901
BundeslandNRW

1000 Abstriche aus dem Marienhospital in Steinfurt werden auf Corona-Mutation untersucht

Corona-Mutationen* sind bereits Ende 2020 vermehrt in Großbritannien aufgetreten. Aber auch in Dänemark, Italien, Südafrika und zuletzt in den Niederlanden wurden verschiedene Versionen des Erregers nachgewiesen. Jetzt steht das Marienhospital in Steinfurt im Fokus – wird sich die Mutation jetzt auch im Münsterland* ausbreiten?

Nach dem ersten Verdacht wurden alle Mitarbeiter und Patienten des Marienhospitals in Steinfurt getestet. Rund 1000 Abstriche wurden genommen und befinden sich derzeit zur weiteren Untersuchung im Labor. Derweil gelten strenge Regeln: So dürfen Besucher das Krankenhaus derzeit nicht betreten.

Mögliche Mutation in Krankenhaus in Steinfurt: Strenge Regeln im Marienhospital

Darüber hinaus wurden alle Termine für ambulante und stationäre Wahleingriffe abgesagt, also für alle Operationen, die nicht in die Notfall-Kategorie gehören. Krankentransporte werden, wo es möglich ist, in andere Krankenhäuser umgeleitet. Das Marienhospital in Steinfurt ist derzeit also quasi abgeschottet. Nur wer zu Fuß in die Notaufnahme kommt, wird behandelt.

Nachdem der erste Verdacht am Montagabend in den Umlauf gekommen war, verbreitete sich die Nachricht einer möglichen Coronavirus-Mutation in Steinfurt schnell. Am Dienstag (26. Januar) bezogen die Pressesprecher des Marienhospitals Stellung. Mit weiteren Details sei vor Freitag (29. Januar) nicht zu rechnen, heißt es. Bis dahin sollen die genaueren Untersuchungen der Abstriche dauern.

Marienhospital in Steinfurt: Mitarbeiter sind noch nicht gegen Corona geimpft

Die Mitarbeiter des Krankenhauses in Steinfurt sind bislang noch nicht geimpft. Zwar gehören Pflegepersonal und Ärzte in solchen Einrichtungen zwar zu den Personen, die zuerst immunisiert werden sollen. Doch gab es Lieferengpässe für den Corona-Impfstoff in NRW – darunter musste auch das Marienhospital leiden.

Der Inzidenzwert im Kreis Steinfurt ist derweil leicht gesunken. Am Dienstag liegt er bei 76. In der Region hat es seit Beginn der Corona-Pandemie* 220 Todesfälle gegeben. Sollte es sich bei dem Virus im Marienhospital tatsächlich um eine Mutation handeln, könnte das fatale Folgen haben: Der Erreger soll um 70 Prozent ansteckender sein, als die ohnehin schon infektiöse Urversion.

1000 Abstriche aus dem Marienhospital müssen jetzt auf eine Corona-Mutation untersucht werden. (Symbolbild)

Corona-Mutation in Steinfurt: Infektionsgeschehen im Grenzgebiet unter Beobachtung

Ob die drei Personen, zu denen das Krankenhaus in Steinfurt keine näheren Angaben machen wollte, wirklich mit einer Corona-Mutation infiziert sind, wird sich in wenigen Tagen herausstellen. Sollte der Verdacht unbegründet sein, könnten die hohen Sicherheitsvorkehrungen wieder gelockert werden. Da in den Niederlanden in den vergangenen Tagen mehrere Mutations-Fälle bekannt wurden, wird das Infektionsgeschehen im Grenzgebiet besonders genau beobachtet. (*msl24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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