74 Filialen mit 1200 Mitarbeitern betroffen / Schwerpunkt in NRW

"Sport Voswinkel" droht die Pleite: Sanierung in Eigenverwaltung

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Dortmund - Die 1904 in Bochum gegründete und in Dortmund anässige Sporthandelskette "Sport Voswinkel" ist pleite. Das hat das Unternehmen am Mittwochnachmittag mitgeteilt. 74 Filialen mit 1200 Mitarbeitern seien betroffen, Löhne und Gehälter seien über das Insolvenzgeld bis Ende Juni gesichert, hieß es. Sport Voswinkel hat u.a. Filialen im Hammer Allee-Center und im Lüdenscheider Stern-Center und will die Sanierung in Eigenverwaltung vorantreiben.

Die mit 74 Filialen deutschlandweit agierende Sporthandelskette Voswinkel hat am Mittwoch beim Amtsgericht Dortmund die Einleitung eines Schutzschirmverfahrens beantragt. Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger von der Kanzlei White & Case wurde als vorläufiger Sachwalter eingesetzt.

"Der Geschäftsbetrieb bei Sport Voswinkel geht trotz des eingeleiteten Schutzschirmverfahrens ohne Einschränkungen weiter. Die Löhne und Gehälter unserer Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld bis Ende Juni gesichert. 

Bis dahin werden wir die Restrukturierung und die Sanierung von Sport Voswinkel vorantreiben", wird Helge Mankowski, Geschäftsführer der Sport Voswinkel GmbH & Co. KG zitiert.

Helge Mankowski, Geschäftsführer der Sport Voswinkel GmbH & Co. KG

Sport Voswinkel gehört nach eigenen Angaben zu den größten Sportfilialisten in Deutschland. Das Unternehmen betreibt demnach bundesweit 74 Filialen und beschäftigt rund 1200 Mitarbeiter. Der Schwerpunkt des Filialnetzes liege in Nordrhein-Westfalen. Seit 2003 ist das Unternehmen eine Tochter der Intersport Deutschland in Heilbronn. 

Im Geschäftsjahr 1. Oktober 2017 bis 30. September 2018 habe Sport Voswinkel rund 139 Millionen Euro erlöst, was einem Minus im Vergleich zum Vorjahr (ca. 146 Mio. Euro) von rund fünf Prozent entspreche.

Diese Gründe nennt das Unternehmen

Gründe für die Schieflage des Unternehmens seien Frequenz- und damit verbunden Umsatzrückgänge, erhöhter Wettbewerbsdruck durch den Onlinehandel und Discounter sowie Filialen, deren Standorte die Umsatzerwartungen nicht hätten erfüllen können.

Das Schutzschirmverfahren biete Unternehmen einen rechtlichen Rahmen, um sich bei laufendem Geschäftsbetrieb in enger Abstimmung mit den Gläubigern neu aufzustellen.

"Im Unterschied zu einem regulären Insolvenzverfahren bleibt dabei die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung, die die Sanierung selbst steuert. Das Insolvenzrecht erlaubt dies in Fällen, in denen Unternehmen bei wirtschaftlichen Problemen frühzeitig selbst tätig werden und genügend Handlungsspielraum für eine Lösung besteht", heißt es.

Beides sei bei Voswinkel der Fall. In der Eigenverwaltung setzt das zuständige Amtsgericht keinen Insolvenzverwalter, sondern einen sogenannten Sachwalter ein. Dieser überwacht, ähnlich wie ein Aufsichtsrat, das Verfahren im Interesse der Gläubiger. 

Als vorläufiger Sachwalter wurde Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger von der Kanzlei White & Case bestellt. Für die Beratung von Sport Voswinkel im Rahmen des Schutzschirmverfahrens ist Dr. Lorenzo Matthaei von der Kanzlei Finkenhof Rechtsanwälte in Frankfurt verantwortlich. - eB

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