Notbremse tritt in Kraft

Corona-Regeln im Sport in NRW: Das gilt nun für Training der Kinder

Der Sport in NRW wird durch den Corona-Lockdown ausgebremst. Diese Regeln gelten nach Umsetzung der Notbremse im Breitensport.

Update vom 26. März, 13.00 Uhr: NRW zieht in Landkreisen und Städten mit hoher Corona-Inzidenz die Notbremse. Laut neuer Coronaschutzverordnung ist der Freizeit- und Amateursportbetrieb auf Sportanlagen weiter unzulässig. Es gibt aber weiter Ausnahmen für das Training von Kindern unter 14 Jahren. Und die gilt sogar bei hoher Indizenz.

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,93 Millionen (2019)

So gilt in NRW für den Sport für Kinder unter 14 Jahren: Gruppen von höchstens 20 Kindern und bis zu zwei Ausbildungs- oder Aufsichtspersonen dürfen weiter unter freiem Himmel auf dem Sportplatz trainieren. Wenn eine Stadt oder ein Landkreis eine Inzidenz von über 100 erreicht, darf laut neuer Coronaschutzverordnung die Gruppe nur noch aus maximal 10 Kindern bestehen. Es können mehrere Gruppen mit einem Abstand von mindestens fünf Metern gemeinsam auf dem Sportplatz trainieren.

Für Erwachsene gilt: Sie dürfen unter Einhaltung der allgemeinen Kontaktbeschränkungen auf dem Sportplatz trainieren. Bei einer Inzidenz von über 100 also mit einer Person aus einem anderen Haushalt. Ein Beispiel, was auf vielen Sportplätzen in den vergangenen Wochen zu sehen war: Torwarttraining beim Fußball ist zum Beispiel gut möglich.

Sport in NRW: Corona-Lockdown hat Folgen - Alte Regeln gelten wegen Notbremse

[Erstmeldung] Hamm - Vor wenigen Wochen herrschte zumindest etwas Aufbruchsstimmung. Erste Lockerungen im Corona-Lockdown wurden für den Sport verkündet und nährten damit die Hoffnung bei Sportverbänden sowie Freizeit- und Amateursportlern in Nordrhein-Westfalen, bald wieder ins Training oder gar zu ersten Wettbewerben zurückkehren zu können. Nun kommt es anders. (News zum Coronavirus)

Wie aus den Beschlüssen der jüngsten Bund-Länder-Konferenz am Montag hervorgeht, wird der Corona-Lockdown bis zum 18. April verlängert. Die Essenz des Corona-Gipfels, dessen Beschlüsse NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in Nordrhein-Westfalen „eins zu eins“ umsetzen will, ist eindeutig: Die Notbremse wird gezogen, sodass statt weiteren Lockerungen und Öffnungen vorerst Schließungen vorgenommen werden. Im Beschluss ist der Sport zwar nicht gesondert erwähnt. Folgen für den Breitensport werden die Entscheidungen der über elfstündigen Marathon-Sitzung trotzdem haben. Schließlich sollen - sofern die 7-Tage-Inzidenz eines Landes oder einer Region über 100 liegt, was sie aktuell NRW-weit bereits tut, - jene Regeln und Maßnahmen gelten, die schon vor dem 8. März gegolten haben.

Doch welche Regeln und Auflagen haben im Sport vor dem 8. März gegolten? Joggingrunden waren möglich, und auch Fitnesseinheiten zuhause konnte natürlich abgehalten werden. Doch darüber hinaus gewährte die Regierung den Amateursportlern kaum Freiheiten. Sportanlagen waren geschlossen, Sport unter freiem Himmel war selbst in kleinen Gruppen nicht möglich. So wird es fortan also wohl wieder sein - sofern NRW-Ministerpräsident Armin Laschet die Beschlüsse vom Corona-Gipfel tatsächlich genauso für das Land Nordrhein-Westfalen umsetzt. Die neue Corona-Schutzverordnung, die ab dem 29. März gelten soll, awird Klarheit verschaffen.

Sport in NRW: Training im Amateurfußball und kontaktfreier Hallensport rücken in weite Ferne

Kontaktfreier Hallensport, zum Beispiel Turnen, ist für die meisten Regionen ebenso vom Tisch wie der Besuch von Fitnessstudios oder Trainingseinheiten im Amateurfußball. Bis mindestens Mitte April wird es bestenfalls in vereinzelten Regionen (der Kreis Höxter hält sich bei der Inzidenz derzeit wacker unter der 50er Marke) Öffnungschancen für den Sportbetrieb geben können. Maßstab ist weiterhin die 7-Tage-Inzidenz, die in NRW bereits in vielen Städten und Kreisen die 100-Marke überschritten hat. Vielen Sportverbänden droht daher der endgültige Saison-Abbruch.

Abzuwarten bleibt dagegen, ob Kinder bei der Umsetzung der Corona-Beschlüsse im Spiel- und Sportbetrieb eine Sonderstellung einnehmen könnten. Vertreter von Sportverbänden hatten im Corona-Lockdown zuletzt vor allem die Konsequenzen des Bewegungsmangels für Kinder angeprangert. Während für Erwachsene zuletzt Sport nur in Kleingruppen unter freiem Himmel wieder möglich war, durften vielerorts draußen 20 Kinder bis 14 Jahre Sport in Gruppen betreiben. Werden die Beschlüsse in NRW ganz konsequent umgesetzt, liegt dann auch der Sport für Kinder wieder auf Eis - drei Wochen nach den Lockerungen.

Für den Sport, insbesondere aber den Amateur- und Breitensport, geht die Corona-Geduldsprobe damit weiter. Die Bundesregierung begründet die strengen Auflagen mit einer steigenden Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland und einem dementsprechend wachsenden Inzidenzwert.

Sport in NRW: Alter Plan für Öffnungsschritte raus aus dem Sport-Lockdown bleibt bestehen

Für viele kommt die Notbremse im Sport nicht überraschend, zumal die Regierung bereits angekündigt hatte, bei steigenden Corona-Zahlen wieder schärfere Maßnahmen ergreifen zu wollen. Den zahlreichen Sportverbänden dürften die radikalen Beschränkungen dennoch sauer aufstoßen. Denn der Lockdown bremst Sportler im Hobby- und Leistungsbereich seit Anfang November. Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, hatte zuletzt auf weitere Öffnungen gedrängt und die vorübergehenden Corona-Lockerungen im Amateur- und Breitensport lediglich als „ersten Hoffnungsschimmer“ bezeichnet.

Bevor in NRW wieder Lockerungen und Öffnungen im Sport möglich sind, müssen die Corona-Zahlen zunächst erst einmal sinken, sofern die Politik keinen erneuten Kurswechsel vornimmt. Die unten angeführten Öffnungsschritte, die in Abhängigkeit von der Inzidenz vorgesehen sind, geraten in vielen Städten und Kreisen dementsprechend aus dem Blickfeld.

  • Schritt 1: Wenn eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 erreicht wird, kann kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen von maximal zehn Personen draußen ermöglicht werden. Bei einer stabilen oder sinkenden Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 kann das jeweilige Land Individualsport mit maximal 5 Personen aus 2 Haushalten und Sport in Gruppen von bis zu 20 Kindern bis 14 Jahren im Außenbereich ermöglichen.
  • Schritt 2: Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz 14 Tage lang nach dem vorigen Öffnungsschritt in der Region oder dem Land stabil bei unter 50 liegt, kann das Land kontaktfreien Sport drinnen und Kontaktsport draußen ermöglichen. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz zwei Wochen nach dem vorigen Öffnungsschritt dagegen zwischen 50 und 100, kann kontaktfreier Sport drinnen sowie Kontaktsport draußen nur ermöglicht werden, wenn alle Teilnehmer einen negativen, tagesaktuellen Corona-Schnelltest vom gleichen Tag haben.
  • Schritt 3: Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz 14 Tage lang nach dem vorigen Öffnungsschritt in der Region oder dem Land stabil bei unter 50 liegt, kann das Land Kontaktsport in Innenräumen wieder vorsehen. Liegt 14 Tage nach dem vorigen Öffnungsschritt die Inzidenz dagegen zwischen 50 und 100, ist kein Kontaktsport in Innenräumen möglich. Es ist dann nur kontaktfreier Sport drinnen und Kontaktsport draußen - allerdings ohne die Erfordernis eines Tests - erlaubt.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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