„Das ist Wahnsinn“

Wie im Film: Einbrecher graben meterlangen unterirdischen Tunnel zu Volksbank

Unglaubliche Entdeckung in Spenge im Kreis Herford: Bauarbeiter haben dort einen unterirdischen Tunnel zur Volksbank entdeckt - von Einbrechern gegraben.

Update vom 19. Mai, 11.46 Uhr: Einen Tag nach dem Fund eines Tunnels im Umfeld einer Volksbank in Spenge (Kreis Herford) laufen die Ermittlungen der Polizei weiter. Spurenexperten des Polizeipräsidiums in Bielefeld sind nach Angaben der Polizei in Herford an den Tatort gekommen. Viele Fragen sind noch offen. So auch, was mit dem Erdaushub passiert ist, der beim Tunnelbau angefallen war. Der Bereich ist weiterhin abgesperrt.

KleinstadtSpenge (Kreis Herford)
Fläche40,24 km²
Bevölkerung14.681 (2020)

[Erstmeldung vom 18. Mai] Spenge - Einbrecher haben einen unterirdischen Tunnel bis zu einer Volksbank in Spenge (Kreis Herford) gegraben. Bauarbeiter seien darauf gestoßen, nachdem sie abgesackte Pflastersteine wieder ebnen wollten, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstagabend.

Tunnel zu Volksbank in Spenge gegraben: Einbrecher fliegen auf

Die ersten unebenen Steine am Parkplatz neben dem Finanzinstitut in Spenge waren schon am Freitag aufgefallen, am Montag waren es mehr als zuvor. Daraufhin beauftragte die Volksbank Bauarbeiter. Zunächst ging man von einem Wasserschaden aus. Die Arbeiter einer Fachfirma, die daraufhin anrückten, trauten ihren Augen kaum - denn sie stießen auf den Tunnel.

Am Dienstagnachmittag wiederum alarmierte die Volksbank die Polizei, die zum Tunnel eilte. Von den Einbrechern fehlte aber jede Spur. Ihr kriminelles Machwerk in Spenge allerdings flog auf, bevor sie es vollenden konnten.

Tunnel zu Volksbank in Spenge gegraben: Einbrecher schaffen Durchbruch nicht

Offenbar war der sieben bis acht Meter lange und etwa ein Meter breite Tunnel schon vor längerer Zeit gegraben worden, er war mit Brettern abgesichert worden. Er führte unterirdisch bis zu der Volksbank in Spenge, einen Durchbruch hatte es aber noch nicht gegeben. Ob der Tunnel bis zur Grundmauer der Bank führte oder knapp davor aufhörte, war zunächst unklar.

Am Dienstag war jedenfalls schnell klar, dass man so eine Unterführung nicht in aller Schnelle hinbekommt - offenbar hatten die Täter schon vor längerer Zeit angefangen den Tunnel zu graben. „Nach bisherigen Erkenntnissen gehen wir davon aus, dass mögliche Täter versuchten, durch diesen Tunnel in das Innere der Volksbank zu gelangen“, sagte die Polizei-Sprecherin.

Ein Ermittlerteam ist in Spenge im Kreis Herford im Einsatz - um den Sachverhalt um einen Einbrecher-Tunnel zur Volksbank zu klären.

Tunnel in Spenge gegraben - Volksbank-Mitarbeiter: „Das ist Wahnsinn“

Beamte eines großen Ermittlerteams kletterten am Dienstag von oben in den Tunnel und stellten beim Blick hinein fest, dass er in der einen Richtung zur Volksbank und in der anderen Richtung zu einem Trafohäuschen eines Stromnetzbetreibers führte - dort dürften die Einbrecher die Grabungsarbeiten begonnen haben. Auffällig war, dass an dem Trafohäuschen unlängst das Schloss ausgetauscht worden war - vermutlich durch die Täter, die ihr eigenes Schloss benutzten und wussten, dass Personal des Netzbetreibers nur in großen zeitlichen Abständen vorbeikommt.

Ein Polizist schaut auf das Loch eines Tunnels, den Unbekannte zur Volksbank in Spenge (Kreis Herford) gegraben haben.

In den Tunnel krochen die Beamten wegen Einsturzgefahr zunächst nicht. Großes Erstaunen über den Fast-Einbruch in Spenge gab es bei der Volksbank. „So etwas erlebt man sonst nur im Fernsehen. Das ist Wahnsinn“, sagte Volksbank-Mitarbeiter Volker Stein der Neuen Westfälischen. „Vielleicht hatten die Täter vor, Pfingsten in Ruhe in die Bank zu gelangen.“

Tunnel zu Volksbank in Spenge gegraben: Einbrecher hatten laut Sprecher kaum Chancen

Die Zeitung zitiert zudem einen Sprecher der Volksbank Herford-Mindener Land, zu der die Filiale in Spenge gehört. Dem Sprecher zufolge hatten die Täter ohnehin schlechte Aussichten auf Erfolg: Die Geschäftsstellen der Volksbanken seien grundsätzlich gut gegen Einbruch und Vandalismus abgesichert, zudem seien keine größeren Bargeldmengen in der Filiale in Spenge gelagert.

Die Kleinstadt Spenge mit rund 15.000 Einwohnern liegt unweit von Herford in Ostwestfalen. Die Volksbank liegt relativ zentral in dem Ort, nicht weit von der Stadthalle entfernt und direkt neben einem Pflegezentrum. 

Ein Polizeiwagen steht vor der örtlichen Volksbank. Einbrecher haben einen unterirdischen Tunnel bis zu einer Volksbank in Spenge (Kreis Herford) gegraben.

Manchen Serien-Fan dürfte der unterirdische Tunnel an die Netflix-Serie „Haus des Geldes“ erinnern, in deren erster Staffel die Protagonisten ebenfalls einen Tunnel graben, um nach einem Überfall auf die spanische Banknotendruckerei zu entkommen. Jetzt ist die fünfte und letzte Staffel des Netflix-Erfolges „Haus des Geldes“ abgedreht worden.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch

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