„Wer macht so was?“

Speckstreifen mit Nägeln: Frau findet Hundeköder im eigenen Garten

Gleich mehrere Nägel waren in die Speckstreifen eingerollt. Der Köder wurde über eine Hecke geworfen. „Wer macht so was?“, fragt die Hundebesitzerin.
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Gleich mehrere Nägel waren in die Speckstreifen eingerollt. Der Köder wurde über eine Hecke geworfen. „Wer macht so was?“, fragt die Hundebesitzerin.

Am Sonntag war Welthundetag. Mischling „Kiwi“ hat ihn wohl nur durch Zufall und eine große Portion Glück überlebt. Denn der Köder, den ein Unbekannter in den Garten der Familie Symmank in Bönen geworfen hatte, wurde rechtzeitig entdeckt. Mehrere kleinere Nägel waren sorgsam mit Speckstreifen von Schinkenscheiben ummantelt worden.

Bönen – Am Tag danach ist Monika Symmank die Erleichterung anzumerken, dass alles noch mal gut ausgegangen ist. Und auch ihre große innere Empörung: „Wer macht so was?“, fragt die 51-Jährige. Was auch immer den oder die Unbekannten zu dieser abscheulichen Tat bewogen habe: „Er oder sie sollten lieber mit uns sprechen statt unschuldige Tiere zu verletzen oder gar zu töten.“

„Kiwi“, ein Mix aus Retriever und Australian Shepherd, ist neun Jahre alt. „Er läuft gerne und oft frei im Garten herum“, erzählt Symmank. Auch am Welthundetag war daran gedacht, zumal die Oktober-Sonne schien. Bis Symmanks Tochter am Mittag den Müll herausbrachte – und auf dem Weg zu den Tonnen den Köder entdeckte. „Jemand muss ihn über die Hecke geworfen haben“, lautet die Vermutung.

„Kiwi“, neun Jahre alt: Ein Runterschlucken des Köders hätte die Mischlingshündin womöglich nicht überlebt.

Zusammen mit ihrer Familie hatte Symmank intensiv nach möglicherweise weiteren Hundeködern gesucht – ohne fündig zu werden. „Den Hund lassen wir aber erst einmal nicht mehr alleine raus.“ Noch am Abend hat sie bei der Polizei online Anzeige gegen Unbekannt erstattet. „Man hatte mir aber schon vorab am Telefon gesagt, dass es in solchen Fällen wenig wahrscheinlich ist, dass ein Täter ermittelt wird.“

Nägel in Speck versteckt – eine perfide Falle für Vierbeiner, die sich beim Zubeißen zumindest schwere Wunden im Bereich der Schnauze zufügen würden. „Wenn Kiwi die Nägel runtergeschluckt hätte, wäre das sicher eine Qual für sie geworden“, glaubt Symmank.

Gleich die Nachbarn gewarnt

Die Bönenerin hat gleich auch ihre Nachbarn vor derlei bösen Attacken gewarnt. „Fast alle haben ja selber Hunde“, berichtet sie. Auch in den sozialen Netzwerken hat sie den Vorfall eingehend geschildert. „Da war die Aufregung natürlich groß. Es gab jede Menge Klicks. Viele haben sich heftig aufgeregt.“

Seit Sonntag denkt Symmank nicht nur darüber nach, wer der oder die Täter sein könnten. Sie fragt sich auch, ob da jemand generell etwas gegen Hunde hat oder konkret ihrer Hündin etwas angetan werden sollte. Wegen „Kiwi“ habe es bis dato keine Beschwerden gegeben.

Bei Kindern bellt sie manchmal

Das Tier sei abrufbar, schildert die Bönenerin, gehorche aufs Wort. Allerdings reagiere es auch verstärkt auf kleinere Kinder. „Eine Prägung aus der Zeit als Welpe“, erläutert sie. Wenn etwa die Mädchen und Jungen der nahe gelegenen Kita den Fußweg entlang des Grundstücks an der Ruthenbuschstraße entlang liefen und dabei – wie Kinder es gerne täten – ausgelassen herumtrampelten und -gestikulierten, könne es sein, das „Kiwi“ bellt.

„Er hat dann Angst“, weiß Symmank. Das hätten ihr Hundetrainer erklärt. „Schon drei oder vier haben mit Kiwi gearbeitet.“ Das unerwünschte Verhalten des Tieres könne man in Grenzen halten, aber nicht gänzlich verhindern. „Natürlich achte ich darauf, dass Kiwi im Haus ist, wenn etwa die Kita-Kinder auf dem Nachhauseweg sind.“

Polizei: Keine weiteren Anzeigen

Bei der Polizei in Unna sind am Welthundetag keine weiteren Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingegangen. Das berichtet Behördensprecherin Vera Howanietz auf Anfrage. Und ja: Dem Täter oder den Tätern auf die Spur zu kommen, sei in solchen Fällen ohne konkrete Zeugenaussagen schwierig. Auch über das Motiv könne zunächst nur spekuliert werden.

Symmank hofft, dass ihr Hund von weiteren Attacken verschont bleibt. Von einem ist sie mit Blick auf den mit Nägeln gespickten Köder überzeugt: „Kinder machen so etwas nicht.“

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