Tödlicher Familienstreit

Messerattacke auf Opa und Onkel: Tatverdächtiger (18) zu aggressiv für Verhör

Das Haus in Soest, in dem es zu der tödlichen Messerattacke gekommen sein soll. Ein 18-Jähriger wird verdächtigt, seinen Onkel erstochen zu haben.
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Das Haus in Soest, in dem es zu der tödlichen Messerattacke gekommen sein soll. Ein 18-Jähriger wird verdächtigt, seinen Onkel erstochen zu haben

[Update] Ein Familienstreit im Westen von Soest endete am Mittwochnachmittag tödlich. In einem Wohnhaus an der Burgundischen Straße soll ein 18-jähriger Soester mit einem Messer auf zwei Verwandte eingestochen haben. Inzwischen gibt es neue Informationen.

  • Bei einer Messerattacke in Soest (NRW) wurde ein Mann tödlich verletzt.
  • Ein 18-Jähriger hat zwei Männer in einem Wohnhaus in Soest angegriffen.
  • Der Täter ist nach der Messerattacke geflohen - konnte aber gestellt werden. Er ist noch nicht vernehmungsfähig

Soest - Tödliche Messerattacke in Soest: Im Westen der Stadt kam es zu einem blutigen Familienstreit. Der 41-jährige Onkel des Tatverdächtigen ist inzwischen an den Folgen der Verletzungen gestorben, der 65-jährige Großvater wurde schwer verletzt.

Laut der Dortmunder Polizei, die eine Mordkommission eingerichtet hat, ist es gegen 16.30 Uhr zu der Messerattacke in Soest gekommen. In dem Reihenhaus kam es innerhalb der Familie offenbar zu einer Auseinandersetzung, die später eskalierte und blutig endete. soester-anzeiger.de*-Informationen zufolge war die Familie erst am Dienstag aus einem gemeinsamen Urlaub in den Niederlanden zurückgekehrt – allerdings etwas zeitversetzt.

Tödlicher Streit in Soest: Nachbarn unter Schock

Was genau zu dem Streit geführt hat, ist bislang noch unklar. Die Staatsanwaltschaft Arnsberg bestätigte zunächst lediglich, dass das Opfer, der aus Wetter (Ennepe-Ruhr-Kreis) stammende Vater eines achtjährigen Mädchens, seinen Verletzungen erlegen ist. Er und sein Bruder sollen nach Aussage eines Nachbarn öfter bei den Eltern in Soest zu Besuch gewesen sein, bis Mittwoch aber ohne große Auffälligkeiten.

Der tatverdächtige Enkel beziehungsweise Neffe der beiden Opfer soll vor einer Woche sein Abitur-Zeugnis bekommen haben. Er soll eine 15-jährige Schwester haben. Nach der mutmaßlichen Tat, deren Hintergrund weiter offen ist, flüchtete er in Richtung Werler Landstraße, wo er schließlich in Höhe des McDonald’s-Schnellrestaurants von der Polizei festgenommen werden konnte – die Beamten hatten zuvor die Fahndung in diesem Bereich eingeleitet.

Die Nachbarn in der Burgundischen Straße zeigten sich am Tag danach schockiert. Die betreffende Familie sei eigentlich ruhig und unauffällig, die seit etwa einem Jahr in Soest lebenden Großeltern seien „nette Leute“. Schon am Mittwochmorgen seien einigen Anwohnern zufolge zwei Polizeiwagen vorgefahren, dann aber wieder abgerückt.

Tödlicher Streit in Soest: Blutspuren an der Haustür

Am Donnerstag waren immer noch Blutspuren an und vor der Haustür zu sehen. Die beiden zunächst schwer verletzten Personen wurden noch am Tatort notärztlich versorgt und in umliegende Krankenhäuser gefahren. Der 41-Jährige starb dort nur wenig später aufgrund der Schwere seiner Verletzungen. Der 65-jährige Großvater ist mittlerweile stabil und schwebt nicht in Lebensgefahr.

Der 18-Jährige wurde am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt, was jedoch keine neuen Erkenntnisse erbrachte. Die Staatsanwaltschaft hatte sich von diesem Termin eigentlich Aussagen versprochen, wie es zu dem tödlichen Angriff kommen konnte. Wie die Staatsanwaltschaft Arnsberg gegenüber soester-anzeiger.de* bestätigt, dauern die Ermittlungen an.

Bei einem Messerangriff ist ein 41-jähriger Mann am Mittwoch ums Leben gekommen.

Eine richtige Anhörung sei aufgrund des psychischen Zustandes des Tatverdächtigen nicht möglich gewesen, erklärt die Oberstaatsanwältin und stellvertretende Sprecherin der Behörde, Claudia Rosenbaum: „Er war sehr aggressiv und somit kaum ansprechbar, schon gar nicht vernehmungsfähig.“ Der junge Erwachsene sei Zeugenaussagen zufolge schon zuvor „psychisch aufgefallen“, so Rosenbaum.

Jetzt werde man die Entwicklung abwarten. Ein weiterer Anhörungstermin hänge von der Verbesserung seines Zustandes ab. Es wurde kein Haftbefehl, sondern die Unterbringung in der Forensik in Lippstadt-Eickelborn angeordnet, wo der Tatverdächtige bis auf Weiteres verbleibt.

Der dpa zufolge sind alle Beteiligten deutsche Staatsangehörige.

Weitere Messer-Taten in Soest

Der tödliche Streit von Mittwoch ist nicht der erste Messer-Vorfall der vergangenen Monate in der Gegend.

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