Jahreswechsel

Silvester 2020 feiern trotz Corona mit Party und Feuerwerk? Rufe nach Verbot werden laut

Wie wird unser Silvester 2020 in Zeiten von Corona? Bleibt es beim Lockdown, wird es keine Party in NRW geben. Erste Rufe nach einem Verbot werden laut.

  • Trotz Coronavirus wollen viele Menschen auf Silvester 2020 nicht verzichten
  • Ob einen Abend mit Party und Feuerwerk geben kann, ist noch unklar
  • Ein erstes Verband fordert bereits ein krasses Verbot für Silvester (News zum Coronavirus in NRW)

Update vom 15. November, 17.24 Uhr: Keine großen Partys, aber wenigstens ein Feuerwerk: Die Regierungsfraktionen von CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen wollen, dass Silvester trotz Corona-Pandemie mit Böllern, Raketen und zumindest im kleinen Kreis gefeiert werden kann. „Seit Monaten werden wir in der Politik gefragt, was wir alles absagen wollen oder eher müssen - Bundesliga, Festivals, Sankt Martin, Karneval“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Peter Preuß, der Rheinischen Post. „Ich kann Ihnen versichern: Niemand will den Jahreswechsel verbieten.“

TagSilvester
DatumDonnerstag, 31. Dezember 2000
UrsprungGedenktag des heiligen Papstes Silvester I.

Christof Rasche, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion, sprach sich gegen ein Feuerwerksverbot, wie es in den Niederlanden geplant ist, aus. „Privates Feuerwerk und Böllern zu verbieten, wäre aus Sicht der FDP-Landtagsfraktion überzogen“, sagte er. „Ich kann gut verstehen, wenn Menschen dieses verrückte Jahr wenigstens mit einer Party ausklingen lassen wollen.“ Silvester müsse aber in diesem Jahr wegen der Pandemie anders gefeiert werden als sonst. „Ob das im kleinen Rahmen mit guten Hygienekonzepten möglich ist, hängt von der Entwicklung der Infektionszahlen ab.“

Silvester 2020 feiern trotz Corona mit Party und Feuerwerk? Politik gegen Verbot

Update vom 15. November, 14.39 Uhr: Keine großen Silvester-Partys, aber trotzdem Feuerwerk: Der Städte- und Gemeindebund NRW hat sich gegen ein generelles Verbot von Feuerwerken und Böllern zu Silvester ausgesprochen. „Natürlich müssen wir in Corona-Zeiten sehr genau hinschauen, was an Silvester möglich ist“, sagte Präsident Roland Schäfer. „Große Partys können wir uns aus dem Kopf schlagen, so viel ist sicher. Aber deswegen sollten wir nicht direkt landesweit das Abbrennen von Feuerwerk verbieten.“ 

Silvester 2020 feiern trotz Corona mit Party und Feuerwerk?

[Erstmeldung] NRW - Noch bleiben uns knapp eineinhalb Monate bis Silvester 2020. Die Corona-Pandemie hat die Welt weiter im Griff, sodass viele noch keine Gedanken an die große Party mit Feuerwerk und Böllern am 31. Dezember verschwenden. Trotzdem lohnt sich der Blick voraus: Wie wird unser Silvester mit Corona?

Schauen wir auf den Stand der Dinge: Bis Ende November gilt der Lockdown light. In der Öffentlichkeit gibt es eine Kontaktbeschränkung. Nur maximal 10 Personen aus zwei Haushalten dürfen sich in NRW treffen. Eine öffentliche Party an Silvester wäre mit diesen Beschränkungen undenkbar. Hinzu kommt: Kneipen, Bars und Restaurants sind geschlossen. Es fehlt damit auch einfach an Locations für eine Party zu Silvester. Das ist natürlich nur der Stand jetzt. Die Corona-Schutzverordnung gilt in NRW erstmal bis zum 30. November.

Bei privaten Feiern, von denen es an Silvester unzählige gibt, ist die Verordnung schwammig. Private Feiern werden in dem Beschluss von Bund und Ländern als „inakzeptabel“ bezeichnet - das ist kein Verbot. Es heißt aber: „Jede in die Grundregeln des Infektionsschutzes einsichtsfähige Person ist verpflichtet, sich so zu verhalten, dass sie sich und andere keinen vermeidbaren Infektionsgefahren aussetzt. Dazu gehört auch ein verantwortungsbewusstes Verhalten im privaten Umfeld.“ Hier ein Verbot zu erlassen, ist nahezu unmöglich. Denn: Verbote im privaten Bereich sind mit dem deutschen Grundgesetz kaum vereinbar. Die Unverletzlichkeit der eigenen Wohnung ist eines der wichtigsten Rechte in Deutschland. Ein Verbot würde vor Gericht schnell einkassiert werden.

Silvester 2020 trotz Corona: Hoffnung auf Party und Feuerwerk

Natürlich besteht auch die Hoffnung, dass der Lockdown im November Wirkung zeigt, und die Einschränkungen pünktlich zu Silvester und Weihnachten wieder gelockert werden können. Bedingung der Politik ist aber, dass die Zahl der Neuinfektionen signifikant zurückgeht. Eine Trendwende ist rund anderthalb Wochen nach Beginn der Beschränkungen noch nicht erkennbar. Wahrscheinlich sieht man erst Ende November klarer, ob wir Hoffnung auf ein einigermaßen normales Silvester mit Party und Feuerwerk trotz Corona haben können.

Ein erster Verband hat sich allerdings schon mit einem klaren Statement geäußert. Die Deutsche Umwelthilfe fordert ein Verbot, dass vielen Deutschen nicht gefallen wird: kein Böllern, kein Feuerwerk an Silvester 2020. Die DUH fordert in einer Pressemitteilung alle Kommunen auf, „alle bestehenden Möglichkeiten auszuschöpfen, um private Feuerwerke zu verbieten“. Diese Forderung ist nicht neu. Viele Umweltverbände regen Jahr für Jahr an, auf ein Feuerwerk an Silvester zu verzichten. Die Umwelthilfe sieht allerdings einen wichtigen Zusammenhang zu Corona. „Es ist wichtiger denn je, dass wir alle vermeidbaren zusätzlichen Belastungen der Luftqualität unterlassen“, heißt es in dem Statement weiter. „Luftbelastung ist Ursache für eine Vielzahl von Krankheiten, insbesondere von Atemwegserkrankungen. Dies wirkt sich in Zeiten von Corona besonders negativ aus, denn auch der Virus greift die Atemwege an.“ Wie Ruhr24.de* berichtet, haben einige Unternehmen bereits den Verkauf von Feuerwerk komplett eingestellt. Die Umwelthilfe hoffe hier auf viele Nachahmer.

Silvester 2020 trotz Corona: Kritik an Verbotsforderung

Die erste Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Silvester 2020 ohne Feuerwerk? Das ist für viele Menschen undenkbar. Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) bezeichnet die Forderung der Umwelthilfe als „Instrumentalisierungsversuch“. „Es war absehbar, dass die DUH den Versuch wagt, die Angst der Menschen in diesen schweren Zeiten auszunutzen und mit diesen Halbwahrheiten weitere Ängste zu schüren“, sagt Thomas Schreiber, Vorstandsvorsitzender des VPI. „Wenn es auf normalem Wege nicht klappt, die eigene Agenda durchzusetzen, ist Angst für manche eben ein bewährtes Mittel, in der Hoffnung doch noch seine Ziele zu erreichen.“

Feinstaub durch Feuerwerk an Silvester würde nur einmalig und dazu nur sehr kurz im Jahr auftreten, argumentiert der Verband. Damit sei der Einfluss auf die Gesundheit stark begrenzt. Zwischen Verläufen der Covid-19-Erkrankung und der kurzfristigen Erhöhung der Feinstaubwerte – wie es an Silvester der Fall ist – wurden keinerlei Zusammenhänge identifiziert, heißt es in einem Statement des VPI. *ruhr.24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare