Erpresserischer Menschenraub

Folter in Schwerte: Leiharbeiter wird tagelang gequält - es ging um seine EC-Pin

Eine weiße aufgebrochene Tür
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Die Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt zu den Vorfällen, die sich hinter dieser Tür in Schwerte ereignet haben. 

[Update] Welches Grauen hat sich hinter dieser Tür in Schwerte zugetragen? Dies ermittelt die Staatsanwaltschaft. Ersten Hinweisen zufolge soll hier ein Mann mehrere Tage festgehalten und gefoltert worden sein. 

  • Ein Mann wurde in einer Wohnung in Schwerte (NRW) festgehalten.
  • Folter und Erpressung stehen bei dem Fall in Schwerte im Raum. 
  • Die Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt wegen erpresserischen Menschenraubes.

Update, 27. Juli, 14.38 Uhr: Nach einem brutalen Angriff auf einen 35-Jährigen in einer Unterkunft für polnische Leiharbeiter in Schwerte dauern die Ermittlungen an. Das Opfer soll von drei Mitbewohnern gefesselt und tagelang gequält worden sein. Die Tatverdächtigen hätten offenbar versucht, ihm die PIN-Nummer seiner EC-Karte abzupressen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hagen am Montag. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet. 

Laut Staatsanwaltschaft gehen die Ermittler davon aus, dass die drei Männer aus Polen im Alter von 29, 26 sowie 22 Jahren den 35-Jährigen bereits in der Nacht auf den 19. Juli überfielen. Die vier Männer bewohnten in Schwerte zusammen dieselbe Sammelunterkunft. Sie sollen ihm Geld und Dokumente abgenommen, ihn gefesselt und dann immer wieder mit Schlagwerkzeugen geschlagen haben, wie der Staatsanwalt schilderte. 

Folter in Schwerte (NRW): Polnische Ermittler geben den entscheidenden Hinweis

Der Mann habe unter anderem Hämatome sowie Prellungen am Kopf davongetragen und wurde im Krankenhaus behandelt. Durch einen Hinweis der polnischen Ermittlungsbehörden sei die Polizei am dritten Tag des Martyriums eingeschritten. Bei einer Durchsuchungsaktion am 21. Juli in der Unterkunft in Schwerte im Kreis Unna fand die Polizei den gefesselten Mann und nahm zwei Männer fest. 

Der dritte mutmaßlich Beteiligte wurde am Folgetag festgenommen. Alle drei befinden sich wegen des Verdachts auf erpresserischen Menschenraub in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft.

Folter in Schwerte (NRW): Lesen Sie unsere Erstmeldung

Schwerte - Vieles ist in dem Fall noch unklar. Allerdings könnte die Wohnung in Schwerte-Ergste (NRW) Tatort eines schrecklichen Verbrechens sein: Ein Mann wurde hier wohl über mehrere Tage festgehalten, möglicherweise auch gefoltert

"Es gibt noch kein klares Bild von der Lage", berichtet Gerhard Pauli von der ermittelnden Staatsanwaltschaft Hagen am Freitagabend auf Nachfrage von wa.de*. Doch so viel ist klar: Die Staatsanwaltschaft Hagen (NRW) ermittelt wegen erpresserischen Menschenraubes. Das teilt Pauli mit.

Ein Mann soll mehrere Tage in einer Wohnung in Schwerte festgehalten und körperlich angegangen worden sein. Mutmaßlich ging es darum, Geld von dem Mann zu erpressen, sagt der Staatsanwalt. Dies wird aber noch ermittelt.

Folter in Schwerte (NRW): Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Erpressung

Am Dienstagnachmittag soll die Polizei zu der Wohnung in Schwerte ausgerückt sein, wie meinschwerte.de zuerst vermeldete. Das Portal berichtet weiter, dass der Mann dort drei Tage gefangen gehalten und gefoltert worden sei. Am Tatort seien drei Personen festgenommen worden. Gegen zwei der Beschuldigten wurde ein Haftbefehl von der Staatsanwaltschaft Hagen erlassen, berichtet Pauli. Dies geschah Informationen zufolge am Mittwochabend. 

Das Opfer, das mutmaßlich in einer Wohnung in Schwerte (NRW) gefoltert wurde, befindet sich derzeit im Krankenhaus. Dort konnte es auch bereits vernommen werden. Allerdings habe der Mann noch keine Auskünfte darüber geben können, weshalb und womit er erpresst wurde, so Pauli. 

Bei allen Beteiligten der mutmaßlichen Folter in Schwerte handelt es sich um polnische Staatsbürger. Die Ermittlungen dauern an. Nur wenige Kilometer entfernt in Menden hat vor einigen Jahren ein Ehepaar wohl den Alptraum vieler Menschen erlebt: Es wurde brutal überfallen. Die Einbrecher schlugen die beiden nieder und fesselten sie ans Bett*. Der Mann und die Frau überlebten den Angriff vermutlich nur, dank der Aufmerksamkeit eines Nachbarn. Ein tragisches Ende nahmen die Entführungen zweier Unternehmer: Die Polizei ermittelte wegen Doppelmordes. - *wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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