Blutiger Fund im Kurpark Werl

Schwan stirbt durch tiefe Wunde - Waren es Tierquäler?

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Julie Wieling mit dem verletzten Schwan

Werl - Ein an schweren Verletzungen verstorbener Schwan im Werler Kurpark sorgt für Spekulationen. Ist das Tier Opfer eines Tierquälers geworden? Die Tierärztin hat dazu eine Meinung.

Tierfreundin Julie Wieling wurde stutzig, dass sie die beiden Schwäne zunächst nicht zusammen beim Kurpark-Besuch mit ihrem Sohn am Freitag fand. Denn eigentlich seien die Schwanen-Schwestern unzertrennlich. Die junge Frau war beunruhigt, suchte und fand den blutenden Schwan in kauernder Haltung am Kurpark-Teich.

Sie alarmierte ihre Freundin Elke Hirschfeld, beide Frauen machten sich auf zur Tier-Rettung. Bereitwillig habe sich das Tier auf dem Arm mitnehmen lassen. „Sie kennt mich ja“. Zum Tierarzt Schmidt in Werl brachten die Helferinnen den weißen Patienten im Kofferraum. Von dort ging es dann aber weiter in einer Transportbox zu Tierärztin Dana Ströse in Warendorf, die auf Wasservögel spezialisiert ist.

Dort wurde der Werler Schwan direkt operiert, weil trotz der tiefen Fleischwunde und der Knochenverletzungen die Chance auf Heilung bestand. „Die OP verlief gut“, sagt Julie Wieling. Dennoch starb der Schwan am Samstagmorgen, sei einfach eingeschlafen. „Er war wohl zu schwach.“ Die Werlerinnen gehen von einer Stange oder ähnlichem aus, die dem Tier mit roher Gewalt tief in den Brustkorb gerammt worden sei.

Tierärztin: Verletzung durch große Wucht

Tierärztin Dana Ströse spricht auf Anfrage der Redaktion von einer „tief greifenden Verletzung, die mit großer Wucht zugefügt worden sein muss“. Sie wollte über die Ursache nicht spekulieren. Allerdings sei ein Fremdverschulden durch Menschenhand „nicht auszuschließen“. (Hier geht es zum Bild von der Wunde. Bitte beachten Sie, dass der Anblick nicht für jeden geeignet ist.)

So sah der Schwan aus

Daher werde man den Vorfall auch melden. Aber letztlich werde schwer zu beweisen sein, was das Tier derart verletzte. Sollte es sich die Wunde selbst zugefügt haben, sei das fast nur aus vollem Flug möglich.

Schon häufiger haben die Tierfreundinnen Übergriffe auf Wassertiere im Kurpark beobachtet, seien deswegen im August auch zum Gespräch bei Bürgermeister Michael Grossmann gewesen mit dem Ziel, die Tiere besser zu schützen – vor Menschen und Hunden. Nun sind sie fassungslos über den Tod des Schwans.

Ein Fall für die Polizei

Am Montag sei er sicher noch gesund gewesen. Passiert sein müsse die Verletzung in der Vorwoche. Sie soll zwei bis drei Tage alt gewesen sein. Am Samstagabend schrieb ein Leser der Redaktion: Er sei mit seinem Enkel am Donnerstagmorgen gegen 10 Uhr im Kurpark gewesen und habe beide Schwäne unversehrt gesehen.

Für die Stadt Werl schauten sich am Samstagmittag Umweltbeauftragter Andreas Pradel und Marius Kehrenberg vom Ordnungsamt im Kurpark um, um das gemeldete verletzte Tier in Augenschein zu nehmen. Fündig wurden sie nicht.

Man wisse nur, dass der verletzte Schwan dem Kommunalbetrieb am Freitag aufgefallen sei, sagt Kehrenberg auf Anfrage unserer Redaktion. Der KBW-Mitarbeiter habe die Verletzung kurz in Augenschein genommen; dem Eindruck nach ist sie aber da wohl nicht so gravierend gewesen, dass man habe handeln müssen. Vor allem aber, so Kehrenberg, wisse man nicht, wie und wo sich das Tier verletzt habe. „Das sind jetzt erst mal Mutmaßungen.“

Darauf könne man sich noch nicht verlässlich stützen. Man werde am Montag weiter nachforschen. Fakt ist: Jetzt ist nur noch ein Schwan im Kurpark. Auch die Polizei weiß nichts von einem Übergriff auf das Tier. In der Leitstelle Soest ist über den möglichen Vorfall „derzeit nichts bekannt“, hieß es am Samstagmittag auf Anfrage unserer Zeitung. Ohne Frage sei ein solch gewaltsamer Übergriff auf ein Tier aber ein Fall für die Polizei. Die wollten Julie Wieling und Elke Hirschfeld noch am Samstag aufsuchen.

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Die Wunde des Schwans

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