Sechs Wochen vor Sommerferien

Schulen in NRW: Entscheidung zu Präsenzunterricht vor den Sommerferien

Wie geht es mit Schulen in NRW weiter? Bei einer Inzidenz unter 100 liegt die Entscheidung über die Rückkehr zum vollen Präsenzunterricht allein beim Land.

Hamm - NRW hat die 100-er Inzidenz längst gerissen. In nur noch acht Städten und Kreisen im Land greift, Stand Mittwoch, noch die Bundesnotbremse. Nur Hagen liegt noch oberhalb von 165 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Schon seit Samstag gibt es neue Öffnungsmöglichkeiten für Gastronomie, Einzelhandel, Kultur. Viele Sportarten können im Freien wieder ausgeübt werden. Und die Schüler? Wechseln immer noch zwischen Präsenz- und Distanzunterrichtstagen. [News zum Coronavirus]

BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner17,93 Millionen (2019)
LandeshauptstadtDüsseldorf

Doch bald sollen alle Schüler landesweit zurück zum vollen Präsenzunterricht, sofern die Inzidenz stabil unter 100 liegt. Das hat Ministerpräsident Armin Laschet am Mittwochmittag im Landtag verkündet. Zieldatum ist der 31. Mai. Die Regel soll für alle Schulformen gelten.

Inzidenzen von unter 100 seien schon aktuell in mehr als der Hälfte der 53 Kreise und kreisfreien Städten erreicht, hieß es seitens Laschet und NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer. Es sei davon auszugehen, dass sich diese Zahl bis Ende Mai noch deutlich erhöhen werde.

Ab einer stabilen (mindestens fünf Werktage) Inzidenz von 100 ist die Entscheidung über die Schulen wieder ausschließlich Ländersache. In Schleswig-Holstein sitzen die Schüler bereits seit der Vorwoche wieder gemeinsam in der Klasse, Bayern hat entschieden, ab einer Inzidenz unter 50 wieder vollständig zum Präsenzunterricht zurückzukehren. Berlin dagegen will in jedem Fall bis zu den Sommerferien am Wechselmodell festhalten.

Schulen in NRW: Lockerungen seit Samstag, kein Wort zu Schulen

NRW ließ Schüler, Eltern und Lehrer warten. In der vergangenen Woche schon hatte Karl Josef Laumann zahlreiche Lockerungen für Gastronomie, Einzelhandel, Kultur und Sport verkündet. Sie gelten mit der neuen Coronaschutzverordnung bereits seit dem vergangenen Samstag. Doch zunächst kein Wort zu Schulen, nur die Ankündigung, Schulministerin Yvonne Gebauer wolle mit den Verbänden sprechen.

Das hat die FDP-Politikerin nach Informationen des WDR am Dienstag getan. Ergebnisse wurden zunächst nicht bekannt, dann die überraschende Ankündigung im Landtag.

Schulen in NRW: Einheitliche Lösung für ganz NRW?

Nun scheint eine einheitliche Lösung für ganz Nordrhein-Westfalen geplant zu sein. Es war auch für möglich gehalten worden, nach regionaler Inzidenz zu entscheiden? Münster, die Kreise Soest, Coesfeld und Siegen-Wittgenstein liegen bereits stabil unter 50 und können sehr zeitnah mit der Aufhebung vieler weiterer Corona-Beschränkungen rechnen - gerade dort war mit Spannung auf eine Entscheidung zum Unterricht gewartet worden.

Nordrhein-Westfalen will Schülern aller Schulformen mit dem Schritt zum Monatsende wieder etwas Normalität zurückgeben, betonte Gebauer (FDP). Derzeit befinden sich die Schulen in der überwiegenden Zahl der Kreise und Städte noch in einem abwechselnden Betrieb aus Online- und Präsenzunterricht. Die Inzidenzwerte sinken aber seit einiger Zeit. Bleiben Kreise und Städte unter 100, so könnten die Schüler dort für die verbleibenden fünf Schulwochen bis zu den Sommerferien am 2. Juli wieder in den Klassenräumen unterrichtet werden.

Die SPD hatte sich dafür ausgesprochen, in Kommunen unter 50 zum vollen Präsenzunterricht zurückzukehren. „Wenn wir jetzt regelmäßig die Kinder testen können, dann können wir es wieder verantworten, bei sinkenden Inzidenzwerten alle Kinder in die Schule zu holen“, sagte Fraktionschef Thomas Kutschaty dem WDR.

Schulen in NRW: Laumann plädierte für einheitliche Lösung

Landes-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hatte allerdings bereits für eine landeseinheitliche Lösung plädiert.

Lockerungen der Corona-Regeln in NRW werden nach einem Stufenplan möglich. In einigen Städten und Kreisen könnten schon bald die meisten Beschränkungen fallen. Mit sinkenden Inzidenzen werden Urlaubsreisen wahrscheinlicher. In vielen Teilen Europas gibt es bereits neue Regeln für Touristen.

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch/dpa

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