Alle Jahrgangsstufen wieder zurück

Schulen in NRW: Wieder Schließung wegen hoher Corona-Zahlen? Ministerium mit Klartext

Die Schulen in NRW sind wieder für alle geöffnet - trotz hoher Corona-Zahlen. Müssen sie wieder geschlossen werden? Das Schulministerium bezieht klar Stellung.

Hamm - In Nordrhein-Westfalen wie auch in ganz Deutschland steigen die Corona-Zahlen. Dennoch öffnete NRW am Montag, 15. März, seine Schulen nun auch wieder für alle Jahrgänge. An den weiterführenden Schulen wird dort nun auch für die Schüler der Klassenstufen 5 bis 10 in einer eingeschränkten Form in den Klassenräumen unterrichtet. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
Fläche 34.098 km²
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf

Schulen in NRW trotz hoher Corona-Zahlen wieder geöffnet - Ministerium stellt Schnelltests zur Verfügung

Dieser Schritt sorgte durchaus für Kritik angesichts der hohen Zahl an Corona-Infektionen auch in NRW. Daher gelten an den Schulen auch strenge Corona-Regeln: Um die Zahl der Kontakte zu begrenzen, sind die Klassen und Kurse daher in der Regel in zwei Gruppen geteilt. In den übrigen zwei Wochen bis zu den Osterferien 2021 sollen so alle Schüler im Wechsel von Präsenzunterricht in der Schule und Distanzunterricht zu Hause lernen. Selbsttests für Schüler und Impfangebote an Lehrer sollen mehr Sicherheit bieten.

Die Rückkehr der Schüler bezeichnete das NRW-Schulministerium auf Nachfrage unserer Redaktion als „landesweit gelungen“. „Die Schulen waren gut auf diesen Tag vorbereitet und unterstützen die Kinder und Jugendlichen nun dabei, ihre ganz unterschiedlichen Erfahrungen der vergangenen Wochen gemeinsam zu verarbeiten“, hieß es dazu aus dem Schulministerium.

Natürlich müsse jeder Schritt „immer auch unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens erfolgen“. Einer dieser Maßnahmen sind die Corona-Schnelltests an den Schulen. Stolz hieß es: „Ab dieser Woche stellt das Schulministerium bis zu den Osterferien – und damit gut zwei Wochen früher als im Bund-Länder-Beschluss vom 3. März 2021 vorgesehen – zunächst insgesamt rund 1,8 Millionen Selbsttests für Schülerinnen und Schüler zur Verfügung.“

NRW öffnet Schulen - Kommunen scheitern mit Protesten bei Ministerin Yvonne Gebauer

Entgegen jeglicher Kritik verwies das Schulministerium auf eine Schulmail vom 11. März, in der die Schulen bereits über die Durchführung der Corona-Schnelltests ab der 11. Kalenderwoche informiert worden seien. Ausgeliefert werden sollen die Tests am Dienstag, 16. März.

Detaillierte Informationen zum Umgang mit den Tests folgte in einer weiteren Schulmail am 15. März. Demnach ist bis zum Beginn der Osterferien 2021 am 29. März zunächst nur ein einziger Corona-Selbsttest pro Kopf vorgesehen. Die Schulen sollen sicherstellen, dass es vor den Osterferien einen Test-Tag bei ihnen gibt. Das schulische Personal soll die Durchführung der Selbsttests beaufsichtigen.

Dennoch gibt es in der Bevölkerung große Zweifel an der Öffnung der Schulen. Angesichts der weiter steigenden Corona-Zahlen kritisierte Karl Lauterbach ebenfalls die Öffnung der Schulen. Der SPD-Gesundheitsexperte forderte einen sofortigen Schulstopp - mindestens bis zu den Osterferien. Selbst einige aktuell besonders von Corona betroffene Kommunen - darunter auch Hotspots aus dem MK - protestierten diesbezüglich bei Schulministerin Yvonne Gebauer*, allerdings ohne Erfolg.

Schulen in NRW wegen hoher Corona-Zahlen wieder schließen? Klare Haltung aus dem Ministerium

Ähnlich wie der Kreis Düren in der Vorwoche ist auch der Oberbergische Kreis bei der NRW-Landesregierung wegen der weiteren Schulöffnung in Zeiten steigender Corona-Infektionen vorstellig geworden. Die Schulleitungen der Oberbergischen Gymnasien hätten sich in einem Schreiben an Landrat Jochen Hagt (CDU) besorgt geäußert anlässlich des weiteren Öffnungsschrittes am Montag und angefragt, ob der Präsenzunterricht der Stufen fünf bis zehn vor den Osterferien weiter ausgesetzt werden kann, wie eine Sprecherin des Oberbergischen Kreises sagte.

Schulschließungen sind für das Land aktuell keine Option. Das ist aktuell jedoch keine Option. Das gesamte Infektionsgeschehen werde „weiter genau beobachtet, um bei Bedarf mit den Akteuren vor Ort zielgerichtet weitergehende Maßnahmen zu erörtern und zu ergreifen“, hieß es auf Nachfrage aus dem NRW-Schulministerium. Aber: „Das pauschale Schließen von Schulen für alle Schülerinnen und Schüler kann hierbei jedoch nur ein letztes Mittel nach Ergreifen umfänglicher anderer Maßnahmen sein.“

Für Dortmund der falsche Ansatz: Die Stadt will die Schulen ab Mittwoch wieder schließen und habe dies am Dienstag entsprechend beim Gesundheitsministerium angezeigt, Gesundheitsminister Laumann erteilte der Forderung jedoch eine deutliche Abssage. *come-on.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa (Symbolbild)

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