Corona-Lockerungen in Sicht

Schulen in NRW: Alle Schüler noch im März in die Schule? Der Plan steht

Yvonne Gebauer (FDP) hatte baldige weitere Öffnungen an Schulen in NRW in Aussicht gestellt. Eine Entscheidung steht aus. Heute informiert die Schulministerin.

Update vom 5. März, 10.31 Uhr: Die Entscheidung steht wohl fest. Das Land Nordrhein-Westfalen holt ab 15. März auch alle Schüler der weiterführenden Schulen zumindest tageweise in die Klassen zurück. Geplant sei vorerst bis zu den Osterferien ein Unterricht bei halbierter Klassenstärke im Wechselmodus, schrieb das NRW-Schulministerium am Freitag in einer Mail an die Schulen. Kein Schüler solle dabei länger als eine Woche ohne Präsenzunterricht zu Hause lernen müssen.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Einwohnerca. 18 Millionen (Stand 2019)
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)

Schulen in NRW: Alle Schüler noch im März in die Schule

Update vom 5. März, 6.46 Uhr: Alle Schüler sollen nach den Worten der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, noch im März wieder in die Schule gehen können. „In der Kultusministerkonferenz sind wir uns einig: Wir wollen, dass noch im März alle Schülerinnen und Schüler wieder zur Schule gehen - auch wenn es im Regelfall erst mal Wechselunterricht sein wird“, sagte Brandenburgs Bildungsministerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Einige Bundesländer, in denen die Inzidenzwerte sehr niedrig sind, werden sich auch für Präsenzunterricht entscheiden“, fügte die SPD-Politikerin hinzu. Gerade der Wechselunterricht ermögliche das Einhalten von Abständen sehr gut.

„Auch wenn wir durch die Virusmutation eine veränderte Situation haben, können wir nicht noch mal mehrere Wochen warten. Dafür haben die Schulschließungen einen zu hohen sozialen Preis“, betonte Ernst. Kinder und Jugendliche litten stark unter der Beschränkung ihrer Kontakte - nicht nur durch schlechtere Bildungschancen, sondern auch psychisch. „Das darf uns nicht kalt lassen“, sagte Ernst. „Deshalb ist für mich klar, dass wir nicht nur die Grundschulen öffnen müssen, sondern auch an den weiterführenden Schulen zumindest in den Wechselunterricht gehen müssen.“

Schulöffnungen in NRW: Nach Bund-Länder-Gipfel keine weiteren Öffnungen absehbar

Update vom 4. März, 6.54 Uhr: Nach den jüngsten Bund-Länder-Gesprächen zur Corona-Krise deuten sich in NRW keine kurzfristigen weiteren Öffnungen an Schulen an. Dazu würden zunächst Gespräche mit Eltern- und Lehrerverbänden geführt, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nach den Beratungen. „Details kann man dazu am heutigen Tag nicht sagen.“ Die Zuständigkeit liege bei den Ländern. Daher sei über diese Frage nicht in der Ministerpräsidentenkonferenz entschieden worden.

[Erstmeldung vom 2. März] Düsseldorf - Die Schulen in NRW befinden sich wegen der Corona-Krise nach wie vor im Teil-Lockdown. Erste Schüler können wieder in den Unterricht. Andere müssen sich nach wie vor mit dem Distanzlernen arrangieren. Laut Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) könnte es nun aber rascher als zunächst geplant weitere Öffnungen von Schulen - auch für andere Jahrgangsstufen - geben. Und das obwohl die Inzidenz nach wie vor auf hohem Niveau stagniert. (News zum Coronavirus)

Schulöffnungen in NRW im März: Neuer Plan von Yvonne Gebauer trotzt Inzidenzwerten

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) will einem Bericht zufolge weitere Schüler in NRW noch im März zurück in die Schulen holen - das Vorhaben sei unabhängig von der 7-Tage-Inzidenz, die gerade deutschlandweit stagniert.

Gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger sagte Gebauer, dass auch die Schüler der weiterführenden Schulen „so schnell wie möglich zumindest anteilig wieder in den Präsenzunterricht“ zurückkehren müssten. Das werde derzeit allerdings nur im Wechselmodell möglich sein.

Demnach sei es sinnvoll, dass schon Mitte März ein Wechselmodell in Kraft tritt, auch wenn die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche auf über 50 bleibt. „Sonst verlieren wir die Kinder“, sagte Gebauer deutlich. Diese Worte erinnern an Forderungen von Kinderärzten, die trotz Corona-Krise ausdrücklich die Öffnungen von Schulen fordern.

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, fordern neben jenen Kinderärzten auch die Kultusminister weitere Schulöffnungen noch im März. Demnach wirbt die Kultusministerkonferenz für weitere Schritte zur schnellen Schulöffnung und fordert, der Bund müsse zudem flächendeckende Corona-Tests an den Schulen finanzieren.

Schulöffnungen in NRW im März: Plan ist klarer Kurswechsel von Schulministerin Gebauer

Bisher hatten sich die Aussagen von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer noch anders angehört. Demnach seien Öffnungen des Schulbetriebs erst bei einer Inzidenz von unter 50 möglich und erst bei Erreichen dieser Zielmarke werde die Landesregierung über eine Erweiterung des Präsenzunterrichts entscheiden.

Am 22. Februar hatte für Grund- und Förderschüler der Primarstufe ein Wechselmodell aus Distanz- und Präsenzunterricht begonnen. Die Abschlussjahrgänge, die seitdem ebenfalls zu den ersten Schulrückkehrern gehören, dürfen sogar in voller Klassen- oder Kursstärke unterrichtet werden. Doch seither gelten an den Schulen in NRW andere Regeln, auch was Prüfungen und Sitzenbleiben betrifft.

Schon im März könnte es laut Yvonne Gebauer (FDP) zu weiteren Schulöffnungen kommen.

Gebauer sagte jedoch auch, dass die Inzidenz nach wie vor eine wichtige Rolle spiele: „Bei höherer Inzidenz brauchen wir mehr Anteile von Wechselunterricht, bei niedrigeren mehr Präsenzanteile.“ Trotzdem würde es sich bei einer zeitnahen Rückkehr in den Präsenzunterricht in den NRW-Schulen um einen raschen Kurswechsel handeln.

Schulöffnungen in NRW im März: Lehrergewerkschaft fordert feste Lerngruppen

Das findet auch die Lehrergewerkschaft VBE. Die Abkehr vom Wert 50 als dem „Maß aller Dinge“ verdeutliche, dass auf politische Aussagen aktuell „wenig Verlass“ sei. Wenn es nun zu weiteren Öffnungen an den weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen komme, dürfe das nur mit Wechselmodellen und festen Lerngruppen erfolgen. Kritik an der undurchsichtigen Marschroute der Schulministerin gibt es nicht nur von der Lehrergewerkschaft. So verspottet Jan Böhmermann Yvonne Gebauer im ZDF Magazin Royale.

Yvonne Gebauer begründete ihre Abkehr von Inzidenzwerten als Maß für potenzielle Schulöffnungen damit, dass sie mittlerweile Hilferufe von Eltern erhalte, die Situation verschärfe sich demnach in allen Familien. „Wenn wir es nun durch regelmäßige Testungen zulassen, dass wieder mehr Kinder mit mehr Präsenzunterricht in die Schulen können, kehrt ein wenig Normalität in die Gesellschaft insgesamt zurück“, sagte Gebauer.

Am Mittwoch (3. März) geht es bei den Bund-Länder-Beratungen um die Verlängerung des Lockdowns - und mögliche Öffnungen.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare