Dritte Corona-Welle

Schulen in NRW wieder geöffnet - Karl Lauterbach fordert sofortige Schließung

In NRW sind die Schulen seit Montag wieder für alle geöffnet - trotz steigender Corona-Zahlen. Für SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ein großer Fehler.

Hamm - Die Schulen sind in Nordrhein-Westfalen wieder für alle geöffnet. Am Montag, 15. März, kehrten viele Kinder und Jugendliche nach langer Corona-Pause zumindest tageweise in die Klassenräume der weiterführenden Schulen zurück. Trotz der weiterhin steigenden Corona-Zahlen in Deutschland sollen bis zu den Osterferien wieder alle Schüler Präsenzunterricht erhalten. (News zum Coronavirus)

NameKarl Lauterbach
Geboren21. Februar 1963 in Düren
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
AmtMitglied des Deutschen Bundestages seit 2005

Schulen in NRW öffnen - Karl Lauterbach fordert sofortige Schließung bis Ostern

Und das zum Beginn der dritten Corona-Welle, wie es RKI-Chef Lothar Wieler bereits ankündigte: „Wir stehen am Anfang.“ Auch Karl Lauterbach merkte an: „Die dritte Welle rollt bereits seit zwei Wochen durch Deutschland“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte der Rheinischen Post. Daher seien mehrere Maßnahmen erforderlich, um die Lage beherrschbar zu halten und die Krankenhäuser nicht zu überfordern.

Eine davon nach Ansicht von Karl Lauterbach - entgegen der Schulöffnungen in NRW: Er spricht sich „für einen Schulstopp, weil die Virus-Mutationen sich insbesondere bei den Jüngeren rasant ausbreiten“, warnte der Epidemiologe. „Ich appelliere an die Länder, alle Schulen bis Ostern wieder zu schließen, auch die Grundschulen.“

Für Karl Lauterbach seien aber durchaus auch Ausnahmen dieser Regelung möglich: „Eine Ausnahme dürfen nur die Schulen machen, die bereits die Schüler zweimal pro Woche mit Schnelltests testen können.“ Nach Ansicht des SPD-Politikers sei es ein Fehler gewesen, die Schulen „ohne flächendeckend funktionierende Testabläufe zu öffnen“.

NRW-Schulministerium lehnte Antrag auf Ausnahme bei Öffnungen ab

Dabei wollten einzelne Kommunen die Öffnungen der Schulen wegen der Corona-Lage ausbremsen und verzögern. So hatte etwa der Kreis Düren wegen der Infektionslage beantragt, von der weiteren Schulöffnung in den zwei Wochen bis zu den Osterferien ausgenommen zu werden. Auch drei Bürgermeister aus dem MK formulierten diese dringende Bitte an das Schulministerium unter der Leitung von Yvonne Gebauer, berichtet come-on.de*. Sie wurde am Freitag abgelehnt.

Es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass Schulen in den betroffenen Kommunen in besonderem Maß für das Infektionsgeschehen verantwortlich seien, hieß laut dem Kreis aus dem Ministerium. Schulschließungen oder die Einschränkung des Schulbetriebes kämen demnach erst als letztes Mittel in der Pandemiebekämpfung infrage.

Die NRW-Landesregierung von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sieht keinen Anlass, die Schulen nicht weiter zu öffnen. Tests für Lehrer und Schüler würden „eine Menge Sicherheit in den Unterricht“ bringen, hatte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag erklärt. Schulministerin Yvonne Gebauer hatte mehrfach erklärt, dass es dabei um Bildungserfolg und Bildungsgerechtigkeit sowie um den Schutz im Schulleben gehe. (mit Material von dpa und afp) *come-on.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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