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Corona an Schulen in NRW: Sorge vor Distanzunterricht - Lehrer schlagen Alarm

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Von: Alexander Schäfer

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Die Corona-Welle hat die Schulen voll erfasst. Immer mehr Lehrer fallen in NRW aus, die Pool-Tests wurden gekippt. Gibt es wieder Distanzunterricht? 

Düsseldorf – Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Knapp 121.000 Schüler in Nordrhein-Westfalen konnten zum Stichtag 19. Januar wegen der Corona-Pandemie nicht am Präsenzunterricht teilnehmen. Das waren nach der wöchentlichen Umfrage des NRW-Schulministeriums mehr als doppelt so viele wie eine Woche zuvor. Die Schulen schlagen Alarm. Die ersten unterrichten nur noch auf Distanz. Kommt jetzt die Abkehr vom Präsenzunterricht?

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
HauptstadtDüsseldorf
Bevölkerung17,93 Millionen

Corona-Welle erfasst Schulen in NRW: Abkehr vom Präsenzunterricht?

Der aktuelle Wert der Schüler in NRW, die wegen Corona oder Quarantäne nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, dürfte noch höher liegen. Zur Einordnung: Hinter der neuen Zahl stecken nach der jüngsten Umfrage knapp sechs Prozent aller Schüler. An der Umfrage haben sich landesweit gut 4.800 Schulen (knapp 92 Prozent) beteiligt.

Es gab in der vergangenen Woche rund 43.000 bestätigte Corona-Fälle unter den Schülern (2,10 Prozent, Vorwoche: 0,99 Prozent). Zudem befanden sich am Stichtag rund 65.400 Schüler (3,2 Prozent, Vorwoche: 1,4 Prozent) in einer behördlich angeordneten Quarantäne. Rund 6.350 Lehrer waren aufgrund der Pandemie nicht im Präsenzunterricht einsetzbar (Vorwoche: knapp 5.000).

Angesichts dieser Zahlen schlug der Verband Lehrer NRW am Dienstag Alarm. „Man muss kein Virologe und auch kein Mathematik-Genie sein, um zu erkennen, dass flächendeckender Präsenzunterricht unter der Wucht der Omikron-Welle nicht aufrecht zu erhalten sein wird“, mahnte Sven Christoffer. Der Vorsitzende von Lehrer NRW forderte daher klare Vorgaben von der Landesregierung. Eine vorübergehende, punktuelle Abkehr vom Präsenzunterricht dürfe kein Tabu mehr sein.

Schulen in NRW: Kommt Aus für Präsenzpflicht wie in Berlin?

Viele befürchten nun einen (Teil-)Lockdown für die Schulen auch in NRW. In der Bundeshauptstadt Berlin wurde die Präsenzpflicht bereits ausgesetzt. Laut Schulministerium in Düsseldorf war in der vergangenen Woche zum Erhebungsstichtag am 19. Januar keine Schule in Nordrhein-Westfalen pandemiebedingt geschlossen. Jedoch wurde an fünf Schulen ausschließlich in Distanz unterrichtet. An insgesamt 270 Schulen wurde in Präsenz und in Distanz unterrichtet.

Einige Schulen und Lehrer hissen in der Omikron-Welle bereits die weiße Fahne. Die Gewerkschaft GEW plante für Mittwoch (26. Januar) entsprechende Aktionen mit Bettlaken, Tüchern und Fahnen in Düsseldorf an schätzungsweise 40 und in Wuppertal an etwa rund 30 Grundschulen. „Wir kapitulieren jetzt bald“, sagte GEW-Geschäftsführer Michael Schulte am Dienstag und fügte hinzu: „So geht es nicht weiter.“

Letzter Schultag vor den Weihnachtsferien
Blick in die nahe Zukunft? Immer mehr Schulen in NRW wechseln wegen Corona in den Distanzunterricht. © Thomas Banneyer/dpa

Schulen in NRW: Pool-Tests an Grundschulen vor dem Aus

Ein großes Problem sind die Testkapazitäten: Aktuell haben Labore aus Kapazitätsgründen oder mit Hinweis auf die Entscheidungen der Bund-Länder-Konferenz am Montag (24. Januar) die Auswertung der PCR-Einzelproben gestoppt. Das NRW-Schulministerium reagierte am Dienstagabend auf den Mangel an PCR-Tests und änderte die Vorgehensweise mit den sogenannten Lolli-Tests an Grundschulen.

Geimpft oder Genesen: Auch für Jugendliche gilt in NRW an vielen Stellen 2G - etwa für die Teilnahme an Freizeitaktivitäten. Experten fürchten deswegen gesellschaftliche Probleme.

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