Eltern und Lehrer streiten

Schulen in NRW: Frei an Rosenmontag und Karneval sorgt für Streit und Frust

Frust wegen freier Tage an den Schulen in NRW. Die geplanten beweglichen Feiertage an Karneval sorgen für Streit zwischen Lehrern und Eltern.

Düsseldorf - Viele Schulen in NRW planen Rosenmontag und den Karnevalsdienstag schulfrei. Eigentlich eine schöne Nachricht, doch in der Corona-Pandemie sorgen die beweglichen Feiertage für Frust. Denn die Eltern schauen besorgt auf den jetzt schon wochenlang eingeschränkten Unterricht. Homeschooling belastet Eltern, Schüler und Lehrer. (News zum Coronavirus)

BundeslandNordrhein-Westfalen
Fläche34.110,26 km²
LandeshauptstadtDüsseldorf
Einwohnerzahl17.947.221 (31. Dezember 2019)

Schulen in NRW: Frei am Rosenmontag trotz Corona-Unterrichts sorgt für Frust

Schulfrei, obwohl es seit Wochen nur Distanzunterricht gibt? Der Unmut in den Familien sei verständlich, viele Eltern hätten schon jetzt für die schulische Betreuung ihrer Kinder daheim einen Großteil ihres gesamten Jahresurlaubs aufgebraucht, sagte die Vorsitzende der Landeselternkonferenz, Anke Schaar, der Deutschen Presse-Agentur dpa am Mittwoch.

Rosenmontag und Veilchendienstag planen viele Schulen in Nordrhein-Westfalen als bewegliche Feiertage, das sei aber schon vor langer Zeit beschlossen worden und mit den Kommunen abgestimmt. Anke Schaar erläuterte, dass Schulen zwar Beschlüsse zu beweglichen Feiertagen kurzfristig ändern könnten. „Auch Eltern können die Schulen bei Dringlichkeit um die Einberufung einer Schulkonferenz bitten.“ Unter den aktuell schwierigen Bedingungen wäre das aber ein besonders hoher Aufwand.

Laut Landeselternkonferenz würden einige Schulen jetzt auf die eingeplanten freien Schultage an Karneval verzichten wollen. Angesichts der großen Herausforderungen im gesamten Schuljahr, in dem keine Rückkehr zur Normalität zu erwarten sei, stellt sich Schaar zufolge die Frage, ob einige wenige Tage „den Kohl noch fett machen.“

Schulfrei an Rosenmontag sorgt für Frust: Ist nach Ende des Lockdowns wieder Präsenzunterricht möglich?

Laut Bund-Länder-Konferenz wird der aktuelle Lockdown noch bis zum 14. Februar andauern. Ob es danach aber wirklich Lockerungen geben wird, ist noch ungewiss. Nach dem Corona-Gipfel von Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel gab es aber Hoffnung, dass ab dem 15. Februar die Schulen schrittweise wieder geöffnet werden könnten und Präsenzunterricht oder Wechselunterricht wieder möglich werden.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte den Schulen vor mehreren Wochen empfohlen, auf freie Tage an Karneval zu verzichten. Die Tage könnten dafür genutzt werden, Unterrichtsinhalte nachzuarbeiten. Zu normalen Zeiten legen Schulen oft bewegliche Feiertage auf einen oder mehrere Karnevalstage ab Weiberfastnacht.

Die Lehrergewerkschaft GEW äußerte sich am Mittwoch so: „Wir haben jedes Verständnis für die Stresssituation in den Familien.“ Dennoch sehe man keinen Anlass, wegen eines Tages ohne Unterricht oder ein paar wenigen schulfreien Tagen an Karneval „an lange bestehenden Regelungen etwas zu ändern, die die Schulen ja mit den Kommunen synchronisiert haben“.

Rubriklistenbild: © Felix Kästle/dpa

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