Corona-Schutz

Schulen in NRW: Viele offene Fragen vor dem Ende der Sommerferien

In zwei Wochen enden die Sommerferien der Schulen in NRW. Vor dem neuen Schuljahr kommen Forderungen nach mehr Maßnahmen zum Corona-Schutz. Vieles ist noch unklar.

NRW - Das Schuljahr 2020/21 war von Corona geprägt: Distanzunterricht, Wechselunterricht, Präsenzunterricht - all das erlebten Schüler, Eltern und Lehrer an Schulen in NRW. Damit verbunden: Betreuungsprobleme, Chaos in vielen Familien und die Angst, dass Kinder und Jugendliche auf der Strecke bleiben. In zwei Wochen sind die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen zu Ende. Wie geht es dann in den Schulen weiter? (News zum Coronavirus)

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)

Schulen in NRW: Wegen Corona viele offene Fragen vor dem Ende Sommerferien

Am 18. August beginnt an den Schulen in NRW das neue Schuljahr. Klar ist bislang nur, dass Schüler in den vollen Präsenzunterricht zurückkehren und bis zu den Herbstferien zweimal wöchentlich auf Corona getestet werden sollen. So sieht es eine Schulmail von Yvonne Gebauers NRW-Schulministerium vor, die am 30. Juni verschickt wurde. Diese Mail stand unter dem Titel „Rahmenbedingungen für den Start in das neue Schuljahr 2021/2022“. Die Hygieneregeln von vor den Ferien gelten demnach weiter - also auch die Maskenpflicht (medizinische Maske in Innenräumen, draußen keine Maske).

Luftfilter sind in den allermeisten Schulen in NRW unterdessen weiter Mangelware. Die Landeselternkonferenz (LEK) hat sie neben regelmäßigen Tests als Bestandteil eines ganzen Maßnahmenpakets gegen Corona jetzt gefordert. Um Schüler vor einer Infektion zu schützen, brauche man ein Paket, „das den Schulraum sicherer macht“, sagte die LEK-Vorsitzende Anke Staar im Morgenecho bei WDR 5.

Schulen in NRW: Impfungen als Corona-Schutz nicht ausreichend

Auch Impfungen seien wichtig, so Staar, aber allein als Schutz nicht ausreichend. Bei vielen Eltern gebe es „große Bauchschmerzen“, weil sich Politik und Wissenschaft nicht einig seien in Bezug auf eine Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren. Dass es nun ein breites Impfangebot für alle ab zwölf Jahren geben solle, halte sie für richtig. Aber: Manche Eltern seien in Sorge vor Impfkomplikationen, andere hätten Angst vor einer Corona-Infektion. Ein Problem, dass spätestens mit dem Ende der Sommerferien in NRW und der Rückkehr in die Schulen noch breiter diskutiert werden dürfte.

Die Sommerferien in NRW sind in zwei Wochen zu Ende. Wie geht es dann in Sachen Corona weiter?

Hintergrund: Die Gesundheitsministerkonferenz von Bund und Ländern hatte am Montag, 2. August, beschlossen, dass es niedrigschwellige Impfangebote für Kinder und Jugendlichen in allen Bundeländern geben soll - die Ständige Impfkommission (Stiko) war aber bei ihrer Meinung geblieben und empfahl die Impfung für die Altersgruppe nicht generell, sondern nur bei höherem Risiko etwa wegen chronischer Krankheiten.

Schulen in NRW: Gewerkschaft fordert mehr Corona-Maßnahmen von der Landesregierung

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) verlangt von der NRW-Landesregierung zusätzliche Anstrengungen, um Schulen in puncto Corona sicherer zu machen. Sie mahnte: „Bildung muss überall pandemiesicher werden.“ Dafür müsse die Landesregierung jetzt alle Hebel in Bewegung setzen, sagte der stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Sebastian Krebs der Deutschen Presse-Agentur. Es brauche neben dem Lüften dringend flächendeckend Luftfilter und eine engmaschigere Teststrategie. Mit Blick auf die ansteckendere Delta-Variante und steigende Inzidenzen müssten alle Register gezogen werden, dass Kinder und Jugendliche nicht noch stärker zu Verlierern der Corona-Krise würden.

Gegenüber dem WDR kritisierte Krebs die NRW-Landesregierung regelrecht: „Wir haben keine ordentlichen Pläne in der Schublade, und es wurde auch nicht gesagt, wie der Unterricht aussehen soll.“ Das Schulministerium verwies dem Medienbericht zufolge auf bestehende Hygienekonzepte - und darauf, dass es „rechtzeitig vor dem Start ins Schuljahr“ konkrete Informationen zum Unterrichtsbetrieb geben werde.

Schulen in NRW: Jugendliche wollen nach Corona weg vom Homeschooling

Unterdessen ist bei einer Studie herausgekommen, dass die Hälfte der Jugendlichen sich nach der Corona-Pandemie wieder vom Homeschooling verabschieden möchte. Bei der Jugend-Digitalstudie der Postbank sprachen sich 51 Prozent der Befragten dafür aus, dass es in Zukunft wieder ausschließlich Präsenzunterricht in den Schulen gibt. Immerhin ein gutes Drittel wünscht sich aber zumindest einen Wechsel zwischen persönlicher Anwesenheit in der Schule und digitalem Fernunterricht. Für die am Montag, 2. August, veröffentlichte, repräsentative Studie waren nach Angaben der Postbank 1000 Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren befragt worden.

So lange noch Ferien sind, denken viele Menschen natürlich viel mehr an Urlaub. Doch wer aus einem Corona-Hochinzidenzgebiet wie Mallorca oder den Niederlanden zurückkehrt, muss aufpassen. Eltern von Schülern drohen sogar Bußgelder nach dem Urlaub. - Mit Material von dpa

Rubriklistenbild: © Patrick Seeger/dpa

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