Corona-Testpflicht, Impfpflicht

Schule in NRW: Laschet will Quarantäne-Regeln zum Schulstart ändern

Schulministerin Yvonne Gebauer gab die Corona-Maßnahmen an den Schulen in NRW nach den Sommerferien bekannt. Armin Laschet will die Quarantäne-Regeln ändern.

Update vom 10. August, 9.56 Uhr: Geht es nach NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), sollen an den Schulen in Nordrhein-Westfalen möglichst nicht mehr ganze Klassen in Quarantäne geschickt werden, wenn sich ein einzelnes Kind oder ein einzelner Jugendlicher mit Corona infiziert hat. Die Gesundheitsminister berieten derzeit darüber, welche Quarantänemaßnahmen notwendig seien, sagte Laschet im Düsseldorfer Landtag im Vorfeld der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK).

„Wir wollen, dass der Unterricht der Kinder nach den Ferien in Präsenz stattfindet“, betonte der NRW-Regierungschef. Zum Schulstart in Nordrhein-Westfalen in der kommenden Woche werde es ähnlich wie im vergangenen Jahr wieder eine Maskenpflicht im Unterricht in allen Klassen geben (siehe Urpsrungsmeldung). Wo nötig, würden Luftfiltergeräte eingesetzt. Das Land habe dafür viel Geld bereitgestellt, das viele Kommunen genutzt hätten.

Schulen in NRW: Welche Corona-Regeln nach den Sommerferien gelten

[Erstmeldung vom 6. August] Hamm - Nach den Sommerferien starten die Schulen in Nordrhein-Westfalen am Mittwoch, 18. August, in das neue Schuljahr. Angesichts der Corona-Pandemie blicken viele Eltern und Lehrer kurz vor dem Ende der „großen Ferien“ mit Sorgen auf den Start. Ist Normalbetrieb trotz der stets steigenden Inzidenz in NRW möglich? (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf

Schulen in NRW nach den Sommerferien: Schulministerin Yvonne Gebauer erklärt Plan für Normalbetrieb

Ja, sagt Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag. Sie bestätigte ihre Aussage, die sie bereits vor einigen Wochen getroffen hatte: Das neue Schuljahr startet so, wie das vergangene beendet wurde: mit größtmöglicher Normalität. Also mit Präsenzunterricht, Ganztagsunterricht und Unterricht in allen Fächern nach Stundentafel in vollem Umfang.

Das geschehe nach wie vor „unter strengen Vorgaben für den Hygiene- und Infektionsschutz“, betonte die NRW-Schulministerin. Auch die Maskenpflicht in Schulgebäuden wie auch im Unterricht gilt weiterhin - auch für Geimpfte und Genesene. Draußen aus dem Schulhof müsse kein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Dazu bleibt die Testpflicht „auf alle Fälle bis zu den Herbstferien“ bestehen, betonte Yvonne Gebauer. Schülerinnen und Schüler in NRW müssen sich nach wie vor zweimal pro Woche testen lassen, um am Präsenzunterricht teilzunehmen. Eine tägliche Testung sei nicht geplant. Dazu erklärt das Schulministerium: „In den weiterführenden Schulen kommen wie bisher die Antigen-Selbsttests, in den Grund- und Förderschulen sowie weiteren Schulen mit Primarstufe die PCR-basierten Lolli-Tests zum Einsatz.“ Vollständig Geimpfte und Genesene sind von dieser Testpflicht an den Schulen in NRW befreit.

Schule in NRW nach den Sommerferien: Corona-Impfung keine Voraussetzung für Präsenzunterricht

Beschäftigte und Schüler von Berufskollegs erhalten zudem ein Impfangebot. Bei Corona-Impfungen für 12- bis 16-Jährige richtet sich das NRW-Schulministerium an die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko): Sie rät „nur“ zur Impfung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren bei Vorliegen bestimmter Vorerkrankungen oder bei einem regelmäßigen Kontakt zu Personen mit erhöhtem Risiko für schwere Krankheitsverläufe, die selbst nicht geimpft werden können. „Es wird keine Impfpflicht als Voraussetzung für den Unterricht geben“, betonte Yvonne Gebauer.

Noch keine klare Regelung gibt es mit Blick auf Quarantäne. Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt aktuell, dass schon bei einem einzigen Corona-Fall die gesamte Klasse in Quarantäne muss. „Ich würde mir wünschen, dass das RKI zu einer Überarbeitung dieser Richtlinie für die Quarantäne der Schülerinnen und Schüler kommt“, sagte die NRW-Schulministerin. Yvonne Gebauer verwies auf die veränderten Voraussetzungen und Maßnahmen im Vergleich zum vergangenen Jahr. Daher plädierte sich dafür, „dass die Quarantäne-Maßnahmen sorgfältig, aber auch angemessen durchgeführt werden“.

Schulen in NRW: Leistungsüberprüfung nach dem Sommerferien zunächst nicht im Mittelpunkt

Nach den Sommerferien starten bekanntlich auch viele Neulinge. Nach aktuellem Stand können Einschulungsfeiern unter den bekannten Hygiene-Maßnahmen stattfinden. Zu beachten sind also das Tragen von Masken, die Einhaltung von Mindestabständen sowie die einfache Rückverfolgbarkeit der Teilnehmenden.

Die Leistungsüberprüfung von Schülern in NRW soll bis zu den Herbstferien derweil nicht im Mittelpunkt stehen, wie Yvonne Gebauer klarstellte. Zentral werde es stattdessen sein, dass sich Lehrkräfte in den ersten Schulwochen des Schuljahres 2021/22 nach den Sommerferien der „Diagnose von Lernständen“ widmeten. Es solle ermittelt werden, wie die Ausgangslage in allen Fächern sei - nach anderthalb Jahren Pandemie mit zahlreichen Einschränkungen für das Schulleben.

Normaler Betrieb nach den Sommerferien: Schulen laut Kommunalministerin sichere Orte für Kinder

Schon im Vorfeld der Ankündigung von Schulministerin Yvonne Gebauer hatte NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU) versucht, den Eltern sämtliche Verunsicherung zu nehmen: „Die Schulen in NRW sind sichere Orte für unsere Kinder.“ Die nordrhein-westfälische Landesregierung von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände NRW hatten zuvor in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärt, dass die Schulen gut auf den Start nach den Sommerferien vorbereitet seien.

Demnach werden 90,4 Millionen Euro für ein weiteres Lüftungsprogramm für Kindertageseinrichtungen und Schulen zur Verfügung stehen. Voraussetzung sei der Abschluss einer Bund-Länder-Vereinbarung, die allerdings noch ausstehe. Schulministerin Yvonne Gebauer hatte bereits Anfang Juli erklärt, dass das Land NRW Maßnahmen fördere, mit denen die Folgen der Corona-Pandemie für Schüler abgemildert werden sollen.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa/Symbolbild

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