In der ARD-Sendung

Wegen Schulen in NRW: Maischberger attackiert Laschet - „Es gibt keine Konzepte“

In NRW wird aktuell heftig über Schulen gestritten. Sandra Maischberger konfrontierte Ministerpräsident Armin Laschet - und redete sich in Rage.

Hamm - In Nordrhein-Westfalen gibt es mit Blick auf die Bekämpfung des Coronavirus in den jüngsten Tagen kaum ein anderes Thema: das Öffnen der Schulen im Sinne des Hochfahrens des Präsenzunterrichts - und wie sinnvoll dieser Schritt angesichts der auch in NRW steigenden Corona-Zahlen ist. (News zum Coronavirus)

NameArmin Laschet
Geboren18. Februar 1961 in Aachen
Größe1,70 Meter
EhepartnerinSusanne Laschet (verheiratet seit 1985)

Wegen Schulen in NRW: Sandra Maischberger (ARD) fährt gegen Armin Laschet aus der Haut

Auslöser der ganzen Diskussion war die Stadt Dortmund: Dort wollte Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) die Schulen wieder dicht machen - woraufhin ihm die Landesregierung in Person von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) eine satte Abfuhr erteilte.

Doch die Diskussionen kochen weiter - zumal Duisburg danach ähnliches mit den Kitas vorhatte. Und was sagt Armin Laschet (CDU)? Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen betonte, dass 16 Länderchefs sich beim Corona-Gipfel parteiübergreifend darauf geeinigt hätten, dass Kinder und Bildung bei Öffnungen Vorrang hätten. „Erst, wenn ein Kreis so deutlich über 100 ist und er alle Maßnahmen für den Kreis ergriffen hat, kann er auch Schulen und Kitas schließen“, sagte der Parteivorsitzende der CDU am Mittwoch in der ARD-Sendung „Menschen bei Maischberger“.

Beim Thema Schulen fuhr Sandra Maischberger förmlich aus der Haut. Die Moderatorin und Talkshow-Gastgeberin verwies darauf, dass nichts gegen geöffnete Schulen und Kitas spreche, sofern gute Konzepte vorliegen. „Es gibt keine richtigen Konzepte, weil die Lehrer gar nicht zahlreich genug sind, um das zu machen. Es gibt keine Teststrategien an den Schulen. Es gibt keine richtigen Online-Formate, die garantieren, dass Kinder in der Schule und Zuhause gemeinsam oder gleichzeitig unterrichtet werden. Es funktioniert einfach nicht.“

Schulen in NRW ohne Konzept? ARD-Moderatorin Sandra Maischberger konfrontiert Armin Laschet

Sandra Maischberger redete sich völlig in Rage. „Entschuldigung, ich rege mich gleich wieder ab“, sagte sie in Richtung Armin Laschet - und argumentierte weiter: „In Nordrhein-Westfalen kommt jetzt hinzu, dass Städte wie Dortmund, Duisburg oder Düren gegen die Landesregierung aufbegehren.“ Entsetzt fragte sich den NRW-Landeschef: „Wie vertrauensvoll ist das denn, wenn Sie auf offener Bühne streiten?“

Armin Laschet argumentierte ähnlich wie zuvor bereits Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann: Dortmund könne nicht bei einer Inzidenz von 72 - das war der Wert zum Zeitpunkt der Stellung des Antrags - einfach die Schulen schließen. „Mit 72 sagt der Oberbürgermeister: ‚Ich lasse alles offen und schließe die Schulen.‘ Das geht nicht.“

Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.

Mit Blick auf den Fall Duisburg verwies Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident, dass die entsprechende Mail aus der Stadt um 16.33 Uhr bei der Landesregierung eingegangen sei. „Das geht nicht, dass ich als Verwaltungschef per Mail, per Twitter oder irgendwas verkünde, dass ich einfach die Kitas zumache. Wir müssen dazu kommen, zu überprüfen, was ist die erste Maßnahme - und dann kann auch geschlossen werden.“ Auf die Kritik von ARD-Moderatorin Sandra Maischberger, dass es für die Schulen in NRW kein wirkliches Konzept gebe, ging Armin Laschet nicht weiter ein.

Armin Laschet formuliert drigenden Appell an Oberbürgermeister in NRW

Die von Bund und Ländern vereinbarte Notbremse, die beim Übersteigen der Inzidenz von 100 greift, halte er nach wie vor für sinnvoll. Welche Corona-Regeln dann gelten und welche Zusatzmaßnahmen ergriffen werden, werde in NRW mit dem betroffenen Kreis abgesprochen. Wenn die Inzidenz zu hoch ist, sei auch das Schließen der Schulen eine Möglichkeit - aber eben nicht die erste, sagte Armin Laschet, von dem immer mehr einen Rücktritt fordern. Das schreibt Merkur.de*.

Was Armin Laschet nicht möchte, ist, dass nun Oberbürgermeister - auch aus parteipolitischen Gründen - irgendwelche Schließungen verkünden, ohne es mit dem Land abzustimmen. „Ich“, sagte der Ministerpräsident, „kann als Regierungschef nur darauf achten: Kommt mit fairen Argumenten, wägt das ab, lasst nicht die Baumärkte offen und die Schulen zu.“  

Neben den Schulen ging es in der ARD-Sendung auch um das Impf-Desaster und damit auch an die Kritik an Jens Spahn (CDU). CDU-Chef Armin Laschet nahm den Bundesgesundheitsminister ausdrücklich in Schutz, schreibt msl24.de*. *Merkur.de und msl24.de sind Anebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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