Wechselmodell in Grundschulen

Karl Lauterbach äußert Bedenken am NRW-Plan für Schulen: „Das wird nicht gut gehen“

In NRW geht es für die Jüngsten im Wechselmodell zurück an die Schulen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht darin Positives wie auch Negatives.

Hamm - Für die Schulen in NRW gibt es trotz der Corona-Pandemie wieder eine Perspektive - endlich, waren sicherlich viele Eltern sagen. Denn nachdem Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten beim Corona-Gipfel entschieden hatten, dass die Öffnung von Schulen allein in der Handhabe der Länder liegt, ist klar, wie es dahingehend in Nordrhein-Westfalen konkret weitergeht. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
Fläche34.098 km²
Bevölkerung17,93 Millionen (2019) Eurostat

Karl Lauterbach äußert Bedenken am NRW-Plan für Schulen: „Das wird nicht gut gehen“

Am 22. Februar starten die Grundschulen und die Förderschulen der Primarstufe in NRW mit einem Wechselmodell - ebenso wie die Abschlussklassen. Die Kinder sollten dann maximal fünf Tage zuhause unterrichtet werden, erläuterte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP).  Dann müsse es erneut einen Wechsel geben. Die Schulen könnten aber beispielsweise auch alle zwei Tage wechseln.

Darüber hinaus macht die NRW-Landesregierung allen Schülern eine Öffnungsperspektive. „Werden sich die Infektionszahlen weiter verringern und sinkt die wöchentliche Inzidenz im gesamten Land auf 50 beziehungsweise darunter, werden wir wieder zu Präsenzunterricht übergehen“, kündigte Yvonne Gebauer nach den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) räumte ein, dass sie sich einen anderen Weg gewünscht und für eine Öffnung „um den 1. März“ plädiert hätte. Und Karl Lauterbach? Der SPD-Gesundheitsexperte gehört zu den größten Mahnern in der Corona-Krise. Dennoch hatte er im Vorfeld des Corona-Gipfels angekündigt, dass er sich vorstellen könne, Schulen wie auch Kitas „bei wirklich guter Vorbereitung“ zu öffnen - auch „wegen der schlimmen Folgeschäden für Kinder“, hatte Karl Lauterbach im Interview mit merkur.de* gesagt.

Schulen in NRW: Karl Lauterbach begrüßt Wechselunterricht - sieht aber auch Negatives

Und was sagt er nun zu dem Weg, den NRW bei den Öffnungen der Schulen geht? Dass es einen Wechselunterricht geben wird, sei die gute Nachricht daran, schrieb Karl Lauterbach auf Twitter. Doch er sieht dabei auch eine schlechte Nachricht: „keine Testung der Kinder, noch keine Impfung der Lehrkräfte“.

Daher äußert der Gesundheitsexperte der SPD große Bedenken am nordrhein-westfälischen Modell. Wenn zusätzlich die Notbetreuung laufe, seien die Klassen zu 70 Prozent voll, sagte er. „Das wird nicht gut gehen.“

Auch der Verzicht von Bund und Ländern beim Corona-Gipfel auf einen einheitlichen Fahrplan zur Öffnung der Schulen stößt auf scharfe Kritik. Bildungsverbände, Gewerkschaften und Schülervertreter verurteilten den Beschluss, dass die Länder wie NRW selbst über die weiteren Schritte entscheiden.

GEW-Chefin kritisiert Schul-Beschluss von Bund und Ländern beim Corona-Gipfel

„Den Ländern freie Hand zu geben, ist ein Eigentor“, sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Akzeptanz der Corona-Maßnahmen werde dadurch weiter sinken, merkte sie an.

Die Reaktion von Andreas Bartsch fiel dagegen deutlich positiver aus. „Die kleinen Kinder brauchen jetzt die sozialen Kontakte und einen strukturierten Tagesablauf - und wir müssen jetzt auch die Eltern entlasten“, sagte der Präsident des nordrhein-westfälischen Lehrerverbandes bei WDR2.

Dabei begrüßte er, die Corona-Tests für Lehrer auf zweimal pro Woche auszubauen - „im Übrigen halte ich das auch für Schüler für sinnvoll“, sagte Andreas Bartsch. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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