Wechselmodell?

Schule in NRW: Corona könnte Unterricht noch bis Ostern ausbremsen

Wann findet wieder Unterricht in der Schule statt? Bundesweit reichen die Antworten auf diese Frage – je nach Infektionslage vor Ort – von Februar bis Ostern. In NRW schweigt die Schulministerin dazu.

Düsseldorf – „Ich gehe davon aus, dass jetzt an jeder Schule bis zum 15. Februar ein Wechselmodell zwischen Distanzlernen und Präsenzunterricht vorbereitet wird.“ Gesagt hat das am Montag Jochen Ott, der schulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Der Sozialdemokrat geht angesichts der Corona-Situation zudem davon aus, dass solche Modelle mindestens bis Ostern benötigt werden. Doch Ott sitzt nur in der Opposition, die Schulpolitik „macht“ Yvonne Gebauer (FDP). Doch aus deren Ministerium gab es am Montag keine klare Ansage zur zukünftigen Unterrichtsgestaltung. (News zum Coronavirus)

BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner17,93 Millionen (2019)
LandeshauptstadtDüsseldorf

Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte das Schulministerium Gespräche mit den Schul- und Bildungsverbänden sowie den Schulträgern. Man habe gemeinsam erörtert, wie es im Februar mit den Schulen in Nordrhein-Westfalen weitergehen kann. Diese Gespräche würden derzeit ausgewertet. „All diese Beratungen berücksichtigen stets und gerade im Bereich Schule und Bildung das weitere Infektionsgeschehen“, hieß es aus dem Schulministerium.

Schule in NRW: Schulmail angekündigt

Konkretes wurde am Montag nicht verkündet - erst am Tag danach informierte Schulministerin Yvonne Geabauer über das weitere Vorgehen bei den Schulen in NRW.

Staatssekretär Mathias Richter hatte allen Schulen am vergangenen Donnerstag eine gesonderte Schulmail zu den Beschlüssen der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefs der Länder vom 19. Januar und deren Folgen für den Schulbereich in Nordrhein-Westfalen angekündigt. Seitdem gab es aber nur diese Klarstellung durch Ministerin Gebauer: „Sobald die Pandemie es zulässt, muss bei möglichen Öffnungsschritten von Beginn an an unsere Schulen und Kinder gedacht werden. Jetzt brauchen wir jedoch – auch mit Blick auf das mutierte Virus – eine weitere Zeit der Vorsicht.“ Wie lange diese Zeit dauert? Völlig offen.

Ziel aller auch weitergehenden Maßnahmen sei es dabei, sicherzustellen, dass sich NRW innerhalb der Ländergemeinschaft bewegt, so dass die erworbenen Abschlüsse auch überall anerkannt werden. Gleichzeitig müsse sichergestellt werden, dass den Schülern des Abschlussjahrgangs 2021 keine Nachteile entstehen. Was das konkret heißt? Offen.

Schule in NRW: Vor Abschlussprüfungen den Druck nehmen

Die SPD hat sich dagegen klar positioniert. Sie spricht sich für einen „Freischuss“ bei den Abiturprüfungen aus. Das würde kurzfristig Druck von den Schülern nehmen, so Ott. Im Herbst solle ein zweiter Prüfungskreislauf angeboten werden. Gebauer hatte bereits erklärt, dass das Land trotz des Coronavirus auch in diesem Schuljahr an Abschlussprüfungen festhalte. Das gelte für das Abitur und auch für die mittleren Schulabschlüsse.

Als Antwort auf die Schulschließungen bis 14. Februar fordert die SPD umfangreiche Sofortmaßnahmen für die Schüler im Distanzunterricht. Ein entsprechender Eilantrag wird diese Woche im Plenum debattiert. Unter anderem fordert die Opposition kostenlose SIM-Karten für Schüler. Zudem müssten Kinder oder Jugendliche, die zu Hause kein eigenes Zimmer hätten oder mit mehreren Geschwistern in einer kleinen Wohnung lebten, sofort die Möglichkeit bekommen, in Ruhe in den Schulen zu arbeiten. Und: Gerade in den Grundschulen müssten noch vor dem 14. Februar die Kinder in kleinen Gruppen die Lehrer wieder treffen können. Ott geht nicht von vollen Klassen ab dem 15. Februar aus, sondern von Wechselmodellen im Unterricht „bis mindestens Ostern“.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare