Inzidenz steigt

Schule in NRW: Immer mehr Corona-Fälle - Ministerin will wichtige Änderung

Seit zwei Wochen läuft die Schule in NRW wieder. Viele Kinder müssen direkt in Quarantäne. Die Inzidenz in der Altersgruppe liegt bei 300. Wie geht es weiter?

Die Corona-Zahlen bei Kindern und Jugendlichen steigen rasant. Die Inzidenz in der Altersgruppe liegt bei knapp 300 - für die komplette Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen liegt der Wert bei 125,3. Politiker wie Karl Lauterbach sind bereits wieder im Alarm-Modus. NRW verliere die Kontrolle, kritisiert der SPD-Politiker. Viele Kinder sind bereits in Quarantäne. Am Mittwoch hat sich NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer geäußert. Sie hat im Schulausschuss klargestellt, wie es weiter gehen soll. (News zum Coronavirus)

NameYvonne Gebauer
AmtMinisterin für Schule und Bildung in NRW
Altergeboren am 2. August 1966 in Köln

Schule trotz Corona in NRW: Keine Schließungen geplant

Die Antwort ist einfach: Schule in NRW bleibt trotz der Zahlen im Präsenzmodus. Die Landesregierung plant keine weiteren Schutzmaßnahmen. „Unsere Schutzmaßnahmen greifen“, sagte Schulministerin Gebauer am Mittwoch im Schulausschuss des Landtags. Es werde wegen Corona nicht mehr wie vor Monaten zu Schulschließungen in NRW kommen. Der Inzidenzwert dürfe nicht ausschlaggebend sein, so Gebauer weiter. Die Grünen im NRW-Landtag hatten Antworten der schwarz-gelben Landesregierung gefordert, wie sie auf die rasante Steigerung der Inzidenzen reagieren wolle.

Offenbar sind es vor allem Urlaubsrückkehrer, die in den vergangenen Wochen die Infektionszahlen an den Schulen in NRW in die Höhe getrieben haben. Da in den Schulen zweimal die Woche alle Kinder und Jugendlichen getestet werden, war es nahezu zwangsläufig, dass verstärkt Fälle entdeckt wurden. Teilweise sind Kinder noch gar nicht in die Schule zurückgekehrt, weil sie nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub in Quarantäne mussten. Etwas mehr als 30.000 Schüler in NRW sind nach aktuellen Rückmeldungen in Quarantäne. Das entspricht etwa 1,6 Prozent der Schülerschaft. Unter allen Schülerinnen und Schülern wurde bei etwa 0,35 Prozent - 6561 Personen - eine Corona-Infektion bestätigt.

Schule trotz Corona in NRW: Neue Regel bei Quarantäne?

Beim Thema Quarantäne strebt die Schulministerin eine wichtige Änderung an: Im Schulausschuss forderte sie, dass nur noch Schüler in Quarantäne sollen, die positiv auf das Coronavirus getestet werden. Momentan müssen alle Kinder in Quarantäne, die im Unterricht neben dem betroffenen Kind gesessen haben. 14 Tage müssen die betroffenen Kinder dann zu Hause bleiben. So würde Distanzunterricht doch wieder Realität werden. Ob es zu einer Änderung der Quarantäne-Regel kommt, entscheidet sich womöglich am Montag. Da wollen die Gesundheitsminister der Bundesländer das Thema besprechen. Die Stadt Köln hat bereits einen Vorstoß unternommen und will einen Corona-Modellversuch in diese Richtung wagen: Nur positiv getestete Schüler sollen in Quarantäne geschickt werden. 

Yvonne Gebauer betonte am Mittwoch noch einmal, dass kein Grund zur Panik bestehe. Es sei „unrealistisch“, davon auszugehen, dass angesichts des beschlossenen Präsenzunterrichts jede einzelne Infektion an den Schulen verhindert werden können, so Gebauer. Die steigenden Infektionszahlen mit Schuljahresbeginn vor zwei Wochen seien absehbar gewesen. Daher müssten die bisherigen Schutzmaßnahmen weiter gelten. „Unsere Schulen waren sicher und sind auch weiterhin sichere Orte“, sagte die FDP-Politikerin.

Schule in NRW: Laumann relativiert Infektionszahlen bei Schülern

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) relativierte die Infektions- und Quarantäne-Zahlen bei Schulkindern. So hätten sich bei den festgestellten Corona-Infektionen in den ersten eineinhalb Wochen nach dem Schulstart die betroffenen Kinder noch außerhalb der Schulen angesteckt, sagte Laumann im Gesundheitsausschuss des Landtags. Inzwischen gingen die Zahlen im geregelten Schulbetrieb wieder nach unten.

Auch er wolle den Schul- und Kitabetrieb sicherstellen, sagte Laumann. Es sei immer eine Abwägung zwischen sozialen Bildungsproblemen und der Frage der Sicherheit, dass nicht eine schnelle „Durchseuchung“ passiere. Wenn die Infektionszahlen weiter sänken, hoffe er, dass das Ministerium kommende Woche die Quarantäne in NRW „neu justieren“ könne. Er wünsche sich, dass sich die Bundesländer dabei absprächen.

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa

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