Schulministerin Gebauer stellt Modell vor

Schule und Corona in NRW: Wann beginnt der Unterricht wieder? Verlängerung immer wahrscheinlicher

Wie geht es mit den Schulen 2021 in NRW weiter, wenn die Weihnachtsferien am 10. Januar enden? Ministerin Yvonne Gebauer legt einen Stufenplan in der Corona-Krise vor.

Update vom 3. Januar, 17 Uhr: Wie geht es in NRW nach den Weihnachtsferien weiter? Kommt es in den Schulen wieder zu Präsenzunterricht? Ministerpräsident Armin Laschet verweist auf den Bund-Ländergipfel in der kommenden Woche. „Wir werden das genaue Vorgehen beraten und möglichst für ganz Deutschland ähnliche Lösungen finden“, sagt Laschet im Interview mit unserer Zeitung.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Einwohnerca. 17,9 Millionen
HauptstadtDüsseldorf

Homeschooling klinge smart, praktisch und modern, sagt Laschet. „Es ist aber für viele Kinder, für viele Familien in Deutschland eine große Belastung und nicht alle schaffen dies.“ So werde es zur sozialen Frage. „Wir müssen deshalb einen Weg finden, die Hygienekonzepte umzusetzen und dabei aber so viel gute Bildung und Betreuung wie verantwortbar möglich zu machen“, sagt Laschet. Die Bundesländer sind in der Frage, wie es in den Schulen nach den Weihnachtsferien weitergeht, offenbar uneinig. Klar ist dagegen wohl, dass der Lockdown in Deutschland verlängert wird.

Schulen in NRW: Ministerin Gebauer mit Corona-Plan für den Neustart nach den Ferien im Januar 2021

[Update] Hamm - Die Schulen in Nordrhein-Westfalen sind im Lockdown. Wegen der Coronavirus-Pandemie haben die Weihnachtsferien 2020 früher begonnen. Sie enden auch später als ursprünglich geplant, nämlich erst am 10. Januar. Und dann? Müssen sich Eltern und Kinder weiter auf Homeschooling einstellen, oder geht es zurück in den Präsenzunterricht? Diesen Fragen begegnete NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer bereits in einer Schulmail mit einem Stufenplan, der ab Januar 2021 gelten soll. (News zum Coronavirus)

Am 11. Januar 2021, einem Montag, sollen Kinder in NRW wieder die Schule besuchen. Die meisten der Millionen Schüler in Nordrhein-Westfalen werden dann vier Wochen keine Schulgebäude mehr von innen gesehen haben, denn im harten Corona-Lockdown wurde ab dem 14. Dezember die Präsenzpflicht für Schüler ab Klasse 8 ausgesetzt. In den Jahrgangsstufen darunter war Anwesenheit in der Schule optional. Wer hinging, wurde eher betreut als unterrichtet.

Gestresste Eltern und isolierte Kinder fragen sich, wie Schule ab dem 11. Januar aussehen wird. Zumal angesichts weiterhin hoher Infektionszahlen nicht davon auszugehen ist, dass sich die Corona-Lage in Nordrhein-Westfalen bis dahin grundlegend gebessert hat. Die unsichere Lage belastet den Abitur-Jahrgang 2021. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet lässt mit einer Aussage aufhorchen.

Schulen in NRW: Unterricht ab Januar 2021 abhängig von der Corona-Infektionslage

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat Schüler und Lehrer am Montag (21. Dezember) auf drei verschiedene Szenarien beim Schulbeginn im Januar 2021 vorbereitet. „Am Ende eines von der Corona-Pandemie geprägten Jahres geben wir den Schulen damit die Möglichkeit, sich mit genügend Vorlauf auf verschiedene Szenarien für den Schulbetrieb im neuen Jahr vorzubereiten“, sagte sie in Düsseldorf. Gebauer gibt mit dem Modell ihren Widerstand gegen landesweites Distanzlernen auf.

Abhängig von den Infektionszahlen der Corona-Krise könne es Einschränkungen beim Schulstart geben, die aber konkret erst am 5. Januar 2021 bei der Sitzung der Ministerpräsidenten um Armin Laschet (NRW) mit Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffen werden. Die NRW-Landesregierung wird auf der Grundlage dieser Beratungsergebnisse bis zum 7. Januar 2021 entscheiden, wie der Schulbetrieb ab dem 11. Januar 2021 aussehen wird.

Schulen in NRW: Verlängerung des Lockdowns zeichnet sich ab

Am 30. Dezember zeichnet sich eine Verlängerung des Lockdowns immer stärker ab. Auch eine Verlängerung der Schulschließung oder mindestens die weitere Aussetzung des Präsenzunterrichts ist im Gespräch. Nach einer Einschätzung des Lehrerverbands ist nicht davon auszugehen, dass es am 11. Januar im Normalbetrieb weitergehen kann. Es stehen Forderungen nach einer Öffnung von Kindergärten und Grundschulen im Raum.

Hamburg hat die Anwesenheitspflicht in Schulen bereits für eine weitere Woche ausgesetzt. Planmäßig wollen sich die Kultusminister der Länder am Tag vor der Bund-Länder-Konferenz, also am 4. Januar, in einer Videokonferenz zusammenschalten, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

NRW-Schul- und Bildungsministerin (FDP) hat ihr Stufenmodell für Unterricht im Corona-Jahr 2021 vorgestellt.

Schulen in NRW in der Corona-Krise: Gebauer stellt Stufenmodell für 2021 vor

NRW-Ministerin Gebauer betonte das in ihrem Bundesland bereits vorliegende Stufenmodell für den Unterricht im Jahr 2021. Welche Einschränkungen es an den Schulen in NRW geben wird, hängt demnach von der Inzidenz-Zahl ab. So sehen die drei Stufen für Schulen in NRW ab Januar aus:

Stufe 1: Das Szenario in diesem günstigsten Fall ähnelt der Situation zu Beginn des aktuellen Schuljahres. Es gibt normalen Präsenzunterricht - selbstverständlich unter der üblichen Berücksichtigung der aktuellen Vorgaben für die Hygiene und den Infektionsschutz. Kurz: Ab in die Schule, Maske auf, Fenster auf.

Schulen in NRW in der Corona-Krise: Wechselunterricht und Klassenteilungen möglich

Stufe 1+: Dieses Szenario beschreibt den angepassten Schulbetrieb in Corona-Hotspots. In Kreisen oder kreisfreien Städten in NRW mit einer 7-Tage-Inzidenz oberhalb von 200 können die Behörden Einschränkungen des Schulbetriebs anordnen, die zum Beispiel zu einer Teilung von Klassen oder Kursen führen können „und damit in der Regel parallel bzw. im Wechsel Präsenz- und Distanzunterricht erforderlich machen“, heißt es in der Schulmail. Die Maßnahmen können „schulscharf“ erfolgen. Heißt: In der einen Schule gilt es, in der anderen nicht. Dies soll nicht für die Klassen 1 bis 7 und Abschlussklassen gelten.

So sieht der NRW-Stufenplan für den Schulbetrieb in Corona-Zeiten aus.

Stufe 2: Als drittes Szenario kommt ein landesweit eingeschränkter Schulbetrieb in NRW in Frage. „Ziel ist es dabei, den Präsenzunterricht für die Klassen 1 bis 7 - wo immer möglich - sicherzustellen. Ab einschließlich Klasse 8 kann Distanzunterricht im Wechsel von Präsenz- und Distanzbetrieb mit Ausnahme der Abschlussklassen vorgesehen werden.“

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer kündigte am Montag zudem an, alle Lehrkräfte und das weitere Personal an den Schulen für die Zeit bis zu den Osterferien mit FFP-2-Masken auszustatten. Die Schulen wurden gebeten, auch im neuen Jahr 2021 grundsätzlich einen gestaffelten Unterrichtsstart in der Zeit von 7 bis 9 Uhr zu ermöglichen, um Schülerströme zu entzerren und das Infektionsrisiko auf dem Schulweg und im öffentlichen Nahverkehr zu verringern.

Schule in NRW: Schulleitungsvereinigung reagiert auf die Pläne von Gebauer

Für SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kann es mit Blick auf die Schulen aufgrund der Corona-Lage nur einen Weg geben: „Wir kommen an der Teilung der Klassen plus Homeschooling nicht vorbei“, schrieb er auf Twitter: „Die Studienlage ist eindeutig. Studien vom frühen Herbst oder ähnliches sollten nicht mehr diskutiert werden.“ Die Kultusministerkonferenz müsse sich klar zu den RKI-Empfehlungen bekennen, forderte er.

Als Reaktion auf die Pläne von Yvonne Gebauer war die Schulleitungsvereinigung NRW dem Schulministerium mangelndes Vertrauen in die Schulen vor Ort vor. Es werde deutlich, dass das Ministerium „offensichtlich kein Vertrauen in die Schulen und die Schulleitungen vor Ort“ habe, erklärte die Schulleitungsvereinigung. Dabei seien die Schulleiter gerade die Menschen, denen alle Rahmenbedingungen ihrer Schule bekannt seien. Die zentrale Forderung der Verbandes laute daher, dass Schulen zum Schulbeginn 2021 unter „den dann aktuellen, lokalen Bedingungen vor Ort entscheiden, wie der Unterrichtsbetrieb organisiert und aufrechterhalten“ werden könne.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk

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