Frau und Sohn werden aus Schuhladen geschmissen – Deichmann geht drastischen Schritt
Ein Besuch bei Deichmann endet für eine Mutter und ihr Kind mit Hausverbot. Auf Facebook beschwert sie sich. Der Schuh-Konzern erklärt sich.
Troisdorf - Wenn man günstig Schuhe kaufen möchte, zieht es viele in eine Deichmann-Filiale. Immerhin gibt es in beinahe jeder Stadt einen Standort. Die Läden locken mit günstigen Angeboten für Männer, Frauen und Kinder und werben mit ihrer Kundenfreundlichkeit. Letzteres bemängelte jüngst eine Frau aus dem Rhein-Sieg-Kreis (NRW).
Mutter und Sohn erhalten Hausverbot bei Deichmann: „Das ist so lächerlich“
Anfang August sei sie mit ihrem Sohn zu einer Deichmann-Filiale ins nahe gelegene Troisdorf gefahren. Doch mit neuen Schuhen und guter Laune ging es nicht zurück. Stattdessen erhielten die beiden Hausverbot, wie sie in einem Facebook-Post schreibt. Für die Mutter eine Unverschämtheit. „Das ist so lächerlich“, schreibt sie unter anderem. Denn der Auslöser für das Hausverbot sei ein grünes Spielzeugauto im Wert von gerade einmal 5,99 Euro gewesen, wie sie im Gespräch mit wa.de erklärt. „Ich habe gerade Schuhe anprobiert, mein Sohn war da beim Fernseher“, erzählt sie. „Irgendwann kam meine Tochter zu mir und meinte, dass mein Sohn etwas Schlimmes gemacht hat.“ Statt am Fernseher habe die Mutter ihren Sohn dann in der Spielzeugecke vorgefunden – in seiner Nähe eine Deichmann-Verkäuferin.
Der kleine Junge habe sich ein Spielzeugauto angeguckt – und es dafür aus der Verpackung genommen. Was für die einen ein harmloses Vergehen ist, sei für die Verkäuferin ein absolutes Unding, berichtet die Mutter weiter. „Sie meinte direkt, dass ich das bezahlen muss. Als ich mir das Auto dann angeguckt habe, hat sie meinen Sohn direkt angemeckert, dass er das Auto habe klauen wollen.“ Das sei aber nicht so gewesen, ist sich die Frau sicher. „Ich kann ja verstehen, dass nicht jeder einfach Verpackungen aufreißen kann, aber er ist ein kleines Kind. Er steht total auf Autos und wusste nicht, dass er was falsch gemacht hat. Er wollte sich das Auto nur anschauen“, so die Mutter weiter. „Erst in dem Moment ist ihm aufgefallen, dass er was falsch gemacht hat.“ Und dann habe er sich direkt entschuldigt.

Für die Mutter besonders unverständlich: „Ein kleines Stück Klebeband hätte gereicht und niemand hätte gesehen, dass es schon einmal offen gewesen ist. Da war nichts dran, das Auto hatte keinen Schaden, das hätte man so verkaufen können. Ich habe der Verkäuferin sogar noch angeboten, es selbst wieder zuzukleben. Das wollte sie alles nicht“, erklärt die Mutter weiter. „Sie hat sich das Auto noch nicht einmal angeguckt.“
Die Verkäuferin sei stattdessen unverschämt gewesen und habe wenig Kulanz gezeigt, lautet der Vorwurf der Mutter. Sogar andere Kunden sollen sich eingeschaltet haben und bei der Verkäuferin um Einsicht gebeten haben. Jedoch ohne Erfolg. Dann sei die Situation eskaliert und die Verkäuferin habe Mutter und Sohn Hausverbot erteilt. Als sich die Mutter bei Deichmann über das Verhalten der Verkäuferin beschweren wollte und den Schuh-Konzern kontaktiere, sei nichts – abgesehen von einer automatischen Antwort – passiert. Für die Mutter unverständlich.
Frau wird mit Sohn aus Schuhladen geschmissen – Deichmann erklärt den drastischen Schritt
Ein Sprecher des Deichmann-Konzerns bestätigt auf wa.de-Nachfrage, dass tatsächlich Hausverbot an Mutter und Kind erteilt worden ist. Der Vorfall habe sich jedoch anders zugetan, betont Christian Hinkel, Leiter der Kommunikation von Deichmann. Es solle nicht nur um „ein kleines grünes Auto“ gegangen sein, wie die Mutter behaupte. „Nach Angabe unserer Kolleginnen und Kollegen vor Ort hat das Kind im Laden wiederholt Spielzeug nicht nur ausgepackt, sondern auch eingesteckt. Bezahlen wollte die Mutter dafür nicht.“
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Im Zuge einer laut Hinkel emotionalen Diskussion sei letztlich ein Hausverbot ausgesprochen worden. Der Deichmann-Sprecher betont, dass ein Hausverbot „nur in seltensten Fällen“ erteilt werde. In dieser Situation sei es jedoch eine angemessene Reaktion gewesen. Das habe man im Nachgang und als Reaktion auf die wa.de-Anfrage geprüft. Denn „unfreundliches Benehmen gegenüber unseren Kundinnen und Kunden tolerieren wir bei Deichmann grundsätzlich nicht. Eine hohe Kundenzufriedenheit ist gerade für uns als Familienunternehmen von höchster Bedeutung.“
Dennoch wolle man aus dem Fall lernen, heißt es weiter. „Bei jeglichem Fehlverhalten unsererseits können wir Ihnen daher versichern, dass wir unser Bestes tun, um zu verhindern, dass solche Ereignisse bei uns in Zukunft wiederholt auftreten.“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen unter anderem noch intensiver im Umgang mit Kundinnen und Kunden geschult werden.
In Dortmund endete für eine Frau ein Restaurant-Besuch im Desaster. Sie macht ihrem Ärger ordentlich Luft. Das Lokal reagiert darauf und entschuldigt sich. Transparenzhinweis: Dieser Text wurde erstmals am 12. August veröffentlicht und zuletzt am 14. August inhaltlich aktualisiert. Dabei wurde er um eine Stellungnahme der Mutter ergänzt.