Beamte erwiderten das Feuer

Bei Kontrolle: Schuss auf Polizist - Details zu Flucht und Festnahme des Täters

Mann schießt in Gevelsberg auf Polizisten - zwei Verletzte
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Mann schießt in Gevelsberg auf Polizisten - zwei Verletzte

[Update, 16.04 Uhr] Polizisten wollen einen Mann in Gevelsberg bei Hagen kontrollieren, dabei kommt es zu einem Schusswechsel. Spezialkräfte, Polizeihunde und ein Hubschrauber fahnden nach dem Täter.

  • Polizisten wollen einen Mann in Gevelsberg bei Hagen kontrollieren, dabei kommt es zu einem Schusswechsel
  • Spezialkräfte, Polizeihunde und ein Hubschrauber fahnden nach dem Täter
  • Bei seiner Festnahme fallen abermals Schüsse

Gevelsberg/Hagen - Nur eine Woche nach dem tödlichen Schuss auf einen SEK-Beamten ist ein weiterer Polizist im Einsatz getroffen worden. Bei dem Schusswechsel gegen Mitternacht in Gevelsberg bei Hagen soll ein 36-jähriger Autofahrer bei einer Fahrzeugkontrolle auf einen 28-Jährigen Streifenpolizisten geschossen und ihn verletzt haben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwochmorgen mitteilten. Auch am Nachmittag laufen die Ermittlungen einer weiteren Mitteilung nach auf Hochtouren. 

Schuss auf Polizisten in NRW: So lief die Tat ab

Nach bisherigen Erkenntnissen der Kriminalpolizei nahm die Tat im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle einer Streifenwagenbesatzung ihren Anfang. "Dort zeigte sich der 36-Jährige zunächst kooperativ, bevor er wenig später unvermittelt zu seinem Auto rannte und nach der dort versteckten Waffe griff, mit welcher er das Feuer eröffnete", heißt es in der Mitteilung.

Und weiter: "Der getroffene Polizist trug eine dienstliche Schutzweste, welche das Projektil nicht durchdringen konnte." 

Polizisten erwidern das Feuer - Beschuldigter flüchtet mit seinem Auto

Der Beamte erwiderte demnach im Anschluss mit seinem Streifenpartner das Feuer. Der Beschuldigte flüchtete mit seinem Fahrzeug und verunfallte damit wenig später, heißt es im Bericht weiter. Der Mann setzte die Flucht dann zu Fuß fort, da der BMW aufgrund der Beschädigungen nicht mehr fahrbereit war. 

Danach sei der 36-Jährige für rund drei Stunden verschwunden gewesen, bevor er "im Rahmen der intensiven Fahndungsmaßnahmen gestellt werden konnte". Der Mann wurde schließlich von einem

Spürhund

und Spezialeinsatzkräften gestellt. Bei der Suche kam auch ein

Polizei-Hubschrauber

zum Einsatz.

Schuss auf Polizisten in Gevelsberg (NRW): Aufwendige Ermittlungen

Was der Täter auf seiner Flucht tat, und wo er sich aufhielt, ist noch Gegenstand der Ermittlungen, so Polizei und Staatsanwaltschaft. Bei der Waffe, mit der er auf die Polizisten schoss, handelt es sich demnach um eine Neun-Millimeter-Pistole. "Herauszufinden, wie er in den Besitz der Waffe kam, ist jetzt ebenfalls Aufgabe der Mordkommission. Fest steht schon jetzt, dass er diese illegal besessen hat."

Auch müssten die Ermittler nun eine Vielzahl von Spuren an insgesamt drei Handlungsorten auswerten, um die Tat rekonstruieren zu können und weitere Hinweise zu erlangen.

Täter schwer verletzt - das blüht ihm jetzt

Der Vollstreckungshaftbefehl von zwei Jahren und sechs Monaten wegen Betäubungsmittelhandels ist dem 36-Jährigen bereits verkündet worden. Nach Antrag der Hagener Staatsanwaltschaft ist ebenfalls ein Untersuchungshaftbefehl wegen versuchten Mordes durch eine Richterin des Amtsgerichts Schwelm erlassen worden.

Der 36-jährige Beschuldigte liegt noch immer schwer verletzt in einem Krankenhaus. Eine Verlegung  in ein Justizkrankenhaus ist für nächste Woche geplant. Der 28-jährige Polizeibeamte, auf den der Beschuldigte schoss, konnte mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Schuss auf 28-jährigen Polizisten - das sagt die Gewerkschaft

Der stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GDP) Michael Maatz zeigte sich erleichtert, dass der Polizist keine lebensbedrohlichen Verletzungen erlitten habe. "Die Situation hat abermals gezeigt, wie gefährlich der Beruf meiner Kolleginnen und Kollegen ist. Man muss immer mit dem Schlimmsten rechnen", sagte Maatz. Das Tragen von Schutzwesten im Einsatz müsse daher zur Pflicht werden, forderte er. Allerdings sei die Verwendung von Schusswaffen in NRW selten, "aber wenn es passiert, müssen die Kollegen so gut wie möglich geschützt sein".

Nach Schuss auf Polizisten in NRW: Innenminister Reul reagiert entsetzt

NRW-Innenminister Herbert Reul reagierte entsetzt auf Schüsse auf Polizisten bei der Routinekontrolle: "Ich bin überglücklich, dass die Schutzausstattung der nordrhein-westfälischen Polizei genau das tut, was sie soll: Leben retten. Aber der Vorfall zeigt: Wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte über Gewalt“, sagte Reul. Irgendwas ist verrutscht, dass Polizeibeamte inzwischen offenbar als vogelfrei gelten. Das fängt bereits bei kleinen Respektlosigkeiten im Alltag an und steigert sich dann zu solchen Angriffen wie heute Nacht in Gevelsberg“, so Reul. 

Dem verletzten Beamten wünschte der Innenminister gute Besserung und viel Kraft bei der Verarbeitung dieses traumatischen Erlebnisses. „Der Beruf des Polizisten ist lebensgefährlich, das gilt nicht nur für Spezialeinheiten, sondern für jeden, der auf der Straße seinen Dienst verrichtet. Umso wichtiger ist es, alles zu tun, um diese Männer und Frauen, die für die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger dieses Risiko jeden Tag eingehen, bestens zu schützen“, so Reul.

Wieder Schüsse auf einen Polizisten in NRW

Vor einer Woche war in Gelsenkirchen bei einer Durchsuchungsaktion ein 28-jähriger SEK-Polizist erschossen worden. Ein 29-Jähriger hatte den Ermittlungen zufolge auf die Polizei zwei Schüsse abgefeuert, als eine Wohnung in einem Drogenermittlungsverfahren durchsucht werden sollte. Es seien Rauschgift und eine weitere Waffe gefunden worden. 

Ein aggressiver Mann hat sich in Düsseldorf nach einem Familienstreit im Haus verschanzt. Das SEK rückte an - am Ende war der 32-Jährige tot. - dpa

Mann schießt in Gevelsberg auf Polizisten - zwei Verletzte

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