Möglicherweise mehrere Vorfälle in Ostwestfalen

Schreck am Abend: Autofahrerin von "Gruselclown" heimgesucht

Symbolbild

Extertal - Im Kreis Lippe im Regierungsbezirk Detmold treibt möglicherweise schon länger ein "Spaßvogel" der üblen Sorte sein Unwesen, der vorzugsweise in den Abendstunden mit einer Clowns-Maske verkleidet auf die Straße springt und Autofahrern einen Schrecken einjagt. Nach dem jüngsten Vorfall mit dem "Horrorclown" oder "Gruselclown" von Montagabend in der Gemeinde Extertal hat die Polizei Lippe mögliche weitere Betroffene aufgerufen, sich zu melden.

Laut Pressemitteilung der Polizei Lippe sprang am Montagabend gegen 21.30 Uhr eine Gestalt mit Clowns-Maske auf die Straße - eine Autofahrerin konnte rechtzeitig bremsen und drehte um, "als der Unbekannte auf ihr Fahrzeug zukam."

Am nächsten Tag erstattete die Betroffene auf einer Polizeiwache Anzeige und gab dabei an, dass in ihrem Bekanntenkreis kursiere, dass es derartige Vorfälle schon häufiger gegeben habe. Dabei konnte die Frau auch eine weitere konkrete Straße benennen.

"Die Person soll etwa 1,70 Meter groß und schlank sein. Gegenstände hatte sie nicht dabei. Schadensfälle sind bislang nicht bekannt geworden", heißt es aus der Pressestelle der Polizei.

In einem Appell an Autofahrer heißt es: "Sollten Sie Betroffene/r sein, merken Sie sich so viele Details wie möglich und informieren Sie wie im vorliegenden Fall die Polizei. Ein derartiges Auftreten kann unter bestimmten Umständen juristisch als gefährlicher Eingriff in der Straßenverkehr gewertet werden und demzufolge empfindliche Konsequenzen bis hin zur Freiheitsstrafe nach sich ziehen.

Treffen Sie selbst auf eine für Sie bedrohlich wirkende Gruppe oder Einzelperson, dann ist es möglicherweise die bessere Entscheidung, den/dem Unbekannten auszuweichen und einen längeren Weg in Kauf zu nehmen. Einer empfundenen Gefahr aus dem Weg zu gehen ist niemals ein Zeichen von Feigheit, sondern zeugt von gesundem Menschenverstand."

Ausdrücklich warnen die Beamten davor, Kommentaren aus sozialen Netzwerken, in denen "verstärkt zur Selbstjustiz gegenüber den vermeintlichen als Clowns verkleideten Angreifern" aufgerufen werde, nachzugeben. Selbstjustiz sei in allen Fällen strafbar.

"Nicht jede als Clown verkleidete Person will Sie tatsächlich angreifen. In den meisten Fällen liegt die Intention des Maskierten im 'bloßen' Erschrecken und hat lange Tradition, insbesondere um die Zeit des 31. Oktober eines Jahres (Halloween). Auch das bloße Erschrecken kann schon strafrechtlich relevante Konsequenzen haben, wenn sich der so Erschreckte als Folge z. B. verletzt", so die Polizei abschließend.

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