Weißte Pracht auch im Ruhrgebiet

Schneechaos in NRW: Unfälle auf glatten Straßen - Staus und querstehende Lkw auf den Autobahnen

Ein heftiger Wintereinbruch hat in der Nacht von Samstag auf Sonntag fast überall in NRW für viel Schnee gesorgt. Die Folge: Unfälle, Unfälle, Unfälle.

Hamm - Es war teilweise sehr heftiger Schneefall in der Nacht zu Sonntag in NRW. Das sorgte für glatte Straßen, umgekippte Bäume und Unfälle. In vielen Fällen kamen Fahrzeuge von der Spur ab und rutschten etwa gegen eine Leitplanke oder Straßenschilder, wie mehrere NRW-Polizeileitstellen am Sonntagmorgen mitteilten.

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)

Schnee in NRW: Viele Unfälle auf glatten Straßen - vor allem im Sauerland

Vor allem der Märkische Kreis im Sauerland kann sich an diesem Sonntagmorgen nicht über zu wenig Schnee beklagen. Gleich drei Räumfahrzeuge kamen hier in den Morgenstunden von der Straße ab und rutschten in den Graben. In Altena überschlug sich der Schneepflug* und landete in einem Bach. Glücklicherweise gab es bislang nur Leichtverletzte.

In Olsberg im Sauerland verletzte sich eine 31-jährige Fahrerin leicht, nachdem sie in einer Rechtskurve die Kontrolle über ihr Auto verloren hatte.

Schnee in NRW: Viele Unfälle - gesperrte Straßen in Essen

Aber nicht nur im Sauerland gab es viel Schnee: In Essen verzeichnete die Polizei 23 Einsätze wegen des Wetters. Im gesamten Stadtgebiet müssten sich Autofahrer deshalb auf gesperrte Straßen einstellen. In Herzogenrath ist ein Baum unter der Schneelast eingeknickt und auf Autos gestürzt.

Der starke Schneefall bescherte der Polizei viel Arbeit, hier auf der A45.

Schneechaos in NRW: Lkw blockieren Autobahnen - Ausfahrten gesperrt

Und auch die Autobahnen in NRW hat es getroffen. Auf der A1 kam es quasi zum Stillstand. In beiden Fahrtrichtungen ging Stunden nichts mehr. Zwischen Hagen-West und Wuppertal-Langerfeld standen Lkw quer und blockierten teilweise alle Fahrspuren. Der Räumdienst steckte selbst im Stau fest. Weil querstehende Lkw in den Ausfahrten feststeckten, waren die Ausfahrten von der Polizei gesperrt.  

Durch den Schnee standen auf mehreren Autobahnen in NRW die Lkw quer - wie hier auf der A1 bei Hagen.

Auf der A61 am Autobahnkreuz Kerpen bei Köln sorgte am Sonntagmorgen ein querstehender Lkw mit nicht an die Witterung angepasster Bereifung für Beeinträchtigungen: Beamte sperrten die Verbindung zur A4 in Richtung Köln ab.

An der Corona-Teststation einer Solinger Lungenfachklinik brachen durch Schneelast Zelte zusammen. Das Testzentrum sei wieder in Regelbetrieb, teilte die Feuerwehr am Mittag mit. Auch in Heinsberg stürzte ein Zelt eines gestrandeteten Zirkus, der auf einem Parkplatz im Ort eine vorläufige Bleibe gefunden hatte, unter den Schneemengen ein. Unterstützer suchten am Sonntag auf Facebook deshalb nach Spenden.

Am Flughafen Köln/Bonn musste bis in den frühen Vormittag hinein immer wieder der Flugbetrieb unterbrochen werden. „Der Winterdienst war im Dauereinsatz“, sagte ein Sprecher. Zu Ausfällen kam es aber nicht. Weichenstörungen und Gegenstände im Gleis sorgten bei der Deutschen Bahn zeitweise für Verspätungen und Teilausfällen von Regionalzügen und S-Bahnen.

Laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hatte es in der Nacht zu Sonntag landesweit geschneit. In der Spitze wurde eine 17 Zentimeter hohe Schneedecke in Essen gemeldet, in Wuppertal lagen zwischen 10 und 15 Zentimeter Schnee. Der Schneefall verlagerte sich im Laufe des Sonntags vom Niederrhein in Richtung Sauerland. In Lüdenscheid wuchs die Schneedecke dem Wetterdienst zufolge innerhalb von vier Stunden auf 17 Zentimeter.

Schneechaos in NRW: Touristenansturm in Winterberg ausgeblieben

Bereits am Samstag hatten Gemeinden wie Winterberg im Sauerland angekündigt, ihre Pisten abzusperren. „An den Stellen, wo gerodelt werden darf, haben wir überhaupt keine Verstöße“, bilanzierte ein Polizeisprecher des Hochsauerlandkreises am Sonntag.

In der letzten Januarwoche kann es vor allem in den Nächten noch einmal winterlich weitergehen: In der Nacht zu Montag warnt der Wetterdienst vor Glätte und überfrierender Nässe. Im Südwesten des Landes soll dann wieder Schnee fallen. Der Montag stehe vielerorts im „Zeichen des Schauers“, sagte eine DWD-Meteorologin. Die Temperaturen liegen tagsüber zwischen zwei und vier Grad, bevor es in der Nacht zu Dienstag erneut schneien kann - im Bergland sei auf jeden Fall damit zu rechnen, im Flachland sei Regen oder Schneeregen möglich.- (mit dpa-Material) - come-on.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © dpa/Feuerwehr Herzogenrath

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