Gefährliche Abkühlung

Extrem-Hitze im Ruhrgebiet: Polizei warnt beim Baden vor unsichtbarer Gefahr

Die Polizei im Ruhrgebiet warnt aufgrund der hohen Temperaturen im Sommer eindringlich. Es lauert eine unsichtbare Gefahr.

Dortmund – Das Hoch „Yona“ bringt NRW und dem Ruhrgebiet* fantastisches Sommerwetter. Eine abendliche Abkühlung klingt für viele dabei sehr verlockend und Kanäle gibt es zwischen Dortmund und Duisburg zuhauf, wie RUHR24* berichtet.

BundeslandNRW
RegionRuhrgebiet
WasserstraßeKanal

Ruhrgebiet: Polizei warnt – Sprünge von Eisenbahnbrücken sind verboten und lebensgefährlich

Doch nicht immer bleibt es bei einer einfachen Abkühlung. Jedes Jahr gibt es Fälle im Ruhrgebiet, bei denen Jugendliche und junge Erwachsene ihren Mut beweisen und von einer Brücke in den Kanal springen wollen. Alleine im Jahr 2020 meldete das Bochumer Krankenhaus „Bergmannsheil“ mehrere Patienten, die sich bei einem Sprung in ein unbekanntes Gewässer* schwer verletzt haben.

Genau vor so einem lebensgefährlichen Wagemut warnen die Vertreter der Polizei im Ruhrgebiet jetzt eindringlich. 30 Grad? Schön. Abkühlung? Natürlich. Aber bitte kein Sprung von einer Eisenbahnbrücke in den Kanal, heißt es in einer Mitteilung, veröffentlicht der Polizei NRW.

Ein Sprung von einer Eisenbahnbrücke in den Kanal sei nicht nur verboten, sondern auch lebensgefährlich. Dabei gehe es zunächst gar nicht um die Gefahren im Wasser. Alleine das Klettern auf die Brücke sei sehr gefährlich.

Ruhrgebiet: Alleine das Klettern auf eine Eisenbahnbrücke ist verboten und sehr gefährlich

Moderne Züge nähern sich lautlos und es sei nicht unrealistisch, dass man diese je nach Windrichtung erst spät wahrnimmt. Zudem sei alleine der Akt des Kletterns nicht ohne Gefahren. Letztendlich halte man sich in lebensgefährlicher Nähe zum Oberleitungsnetz der Eisenbahn mit 15.000 Volt auf. Ein tödlicher Lichtbogen könne auch ohne Berührung überspringen.

Der Tatbestand eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr sei dann erfüllt, wenn ein Zug eine Vollbremsung einleiten muss. Dies habe eine Geldstrafe und im heftigsten Fall eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren zur Folge. Der alleinige Aufenthalt im Gleisbereich kann teuer werden.

Der Dortmund-Ems-Kanal.

In den Kanälen bei Dortmund, Hamm, Herne, Datteln oder Oberhausen, so die Polizei NRW, lauere auch Gefahr im Wasser. Gegenstände können im Bereich der Brücke treiben oder gar in gefährlicher Art und Weise am Boden liegen. Ein Sprung auf einen Gegenstand könne tödliche Verletzungen zur Folge haben.

Ruhrgebiet: Polizei NRW warnt – Kanal ist kein guter Ort für Sprünge und Abkühlung

Hinzu kommt die allgemeine Gefahr des Ertrinkens. Nicht immer reicht es aus, ein guter Schwimmer zu sein. Je nach Temperaturen, körperlicher Verfassung und anderen Umständen kann ein Sprung ins kühle Wasser die Gefäße im Körper so einengen, dass es zu Herzaussetzern, Herzstillstand und letztendlich zum Ertrinken kommt.

Ein Sprung in den Kanal ist zwar häufig der bequemere und vor allen Dingen leichtere Weg. Doch gibt es auch im Umkreis des Ruhrgebiets tolle Badeseen*.

Auch, wenn der Sommer im Ruhrgebiet bislang noch nicht seine volle Stärke gezeigt hat, ist es schon zu einem Drama gekommen. In Lünen (bei Dortmund) im Datteln-Hamm-Kanal ereignete sich Anfang Juni ein tödlicher Badeunfall*.

Vier junge Erwachsene wollten den Kanal durchschwimmen. Doch nur Drei kamen an das andere Ufer an. Feuerwehr und Polizei suchten den vierten, jungen Erwachsenen und fanden ihn letztendlich. Doch er verstarb darauf im Krankenhaus. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare